Adalimumab ist ein rekombinanter humaner
monoklonaler Antikörper Immunglobulin 1 (IgG1) gegen den
Tumornekrosefaktor alfa (TNF-alfa) zur Behandlung der rheumatoiden
Arthritis, der polyartikulären juvenilen idiopathischen
Arthritis,
der Psoriasis-Arthritis, der ankylosierenden Spondylitis (Morbus
Bechterew), des Morbus Crohn und der Plaque-Psoriasis.
Wirkungsmechanismus
Rheumatoide Arthritis ist eine
allgemeine,
entzündliche Veränderung der Gelenke, die vorwiegend
junge
Erwachsene und prämenopausale Frauen befällt. Die
Krankheit
ist dadurch charakterisiert, dass eine voranschreitende
entzündliche Synovitis durch polyartikulare Gelenkschwellung
und
Schmerzempfindlichkeit manifestiert wird. Die Synovitis resultiert aus
der Erosion des artikularen Knorpels und des randständigen
Knochens mit fortschreitender Zerstörung des Gelenks. Diese
Knochenzerstörung ist nach heutigem Kenntnisstand irreversibel.
Rheumatoide Arthritis erhöht sowohl Morbidität als
auch
Mortalität. Insbesondere Schmerzen, Schwellungen und Steifheit
einer Vielzahl von Gelenken ist das Kennzeichen dieser Krankheit.
Gewöhnlich werden Analgetika auf chronischer Basis verwendet.
Zwei
Jahre nach Diagnose erfahren die Patienten im Regelfall leichte
Behinderungen; nach 10 Jahren gelten ca. 30 % als schwerbehindert.
Nicht nur, dass diese Patienten häufig ihren Arbeitsplatz
verlieren, sie sind auch ernorm in der Ausübung der
Tätigkeiten des täglichen Lebens
eingeschränkt.
Hormon-ähnliche Protein, Zytokine, gewährleisten
Zell-Zellkommunikation und spielen somit eine wichtige Rolle in
normalen biologischen Prozessen wie Zellwachstum, Entzündung
und
Immunabwehr. Zwei entzündungsregulierende Zytokine, der
Tumornekrosefaktor alfa (TNF-alfa) und Interleukin-1 (IL-1) sind in der
Entwicklung der entzündlichen Synovitis und des artikularen
Matrixabbaus bestimmend. Darüber hinaus ist TNF-alfa aber auch
zu
einem großen Teil an der Vermittlung der systemischen
Entzündungsaktivität beteiligt, welche mit
Allgemeinsymptomen
wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Appetitmangel einhergeht.
Somit repräsentieren diese Peptidhormone ideale Targets zur
therapeutischen Intervention bei rheumatoider Arthritis.
Adalimumab bindet spezifisch und sättigend mit einer
Bindungskonstante (Kd) von 5,8x10E-11 bis 8,7x10E-11 an TNF-alfa. Durch
die Bindung wird dessen biologische Funktion neutralisiert, indem es
die Interaktion mit den zellständigen p55- und
p75-TNF-Rezeptoren
blockiert (IC50 für p55 und p75: 10E-9 bis 10E-11 mol/l).
Adalimumab beeinflusst weiterhin biologische Reaktionen, die durch TNF
ausgelöst oder gesteuert werden, einschließlich der
Veränderungen der Konzentrationen von für die
Leukozytenmigration verantwortlichen
Adhäsionsmolekülen
(ELAM-1, VCAM-1 und ICAM-1 mit eine IC50 von 1 bis 2x10E-10 mol/l).
Nach Behandlung mit Adalimumab wurde bei Patienten mit rheumatoider
Arthritis eine im Vergleich zu den Ausgangswerten rasche
Konzentrationsabnahme der Akutphase-Entzündungsparameter
(C-reaktives Protein (CRP),
Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit
(BSG)) und Serumzytokine (IL-6) beobachtet. Die Serumspiegel von
Matrixmetalloproteinasen (MMP-1 und MMP-3), die die für die
Knorpelzerstörung verantwortliche Gewebsumwandlung
hervorrufen,
waren nach der Verabreichung von Adalimumab ebenfalls vermindert. Bei
mit Adalimumab behandelten Patienten besserte sich im Allgemeinen die
mit einer chronischen Entzündung einhergehende
Veränderung
der Blutwerte.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
- Aktive Tuberkulose oder andere schwere Infektionen wie Sepsis und
opportunistische Infektionen
- Mäßige bis schwere Herzinsuffizienz (NYHA III/IV)
Relative Gegenanzeigen
- inaktive latente, anamnestisch bekannte latente oder aktive
Tuberkulose, vor der ersten Adalimumab-Gabe ist eine Tuberkulose
Therapie in Betracht zu ziehen
- mehrere oder signifikante Risikofaktoren für Tuberkulose,
auch
wenn das Ergebnis der Testung auf latente Tuberkulose negativ ist, vor
der ersten Adalimumab-Gabe ist eine Tuberkulose Therapie in Betracht zu
ziehen
Vorsichtige Anwendung von TNF-Antagonisten:
- bei COPD Patienten
- bei Patienten mit erhöhtem Risiko für maligne
Erkrankungen als Folge starken Rauchens
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen,
ohne Angabe der Häufigkeit
- Reaktivierung einer Hepatitis B
- demyelinisierende Erkrankungen (z.B. Optikusneuritis, Guillain-Barre
Syndrom)
- interstitielle Lungenerkrankung, einschließlich
Lungenfibrose
- kutane Vaskulitis
- anaphylaktische Reaktion
- Stevens-Johnson-Syndrom und toxisch epidermale Nekrolyse
(Kausalzusammenhang nicht gesichert)
- Darmwandperforation
- hepatosplenales T-Zell-Lymphom
- Es gibt Berichte zu Lymphomen und anderen Krebskrankheiten bei
Kindern und Jugendlichen unter Behandlung mit TNF-α-Blockern,
Post-Marketing-Berichten zu Leukämien bei allen Altersgruppen
sowie New-onset-Psoriasis bei Patienten, die mit
TNF-α-Blockern
behandelt wurden.
Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- Reaktion an der Injektionsstelle (einschließlich Schmerz,
Schwellung, Rötung oder Pruritus)