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Alendronsäure



 

Alendronsäure

Abgebildet ist Alendronsäure, er liegt in den Präparaten als Mononatriumsalz vor (Natriumalendronat) vor. Im klinischen Alltag werden die beiden Ausdrücke Alendronsäure und Alendronat jedoch häufig synonym verwendet.

Formel Alendronsäure

Wirkstoffklasse

  • Bisphosphonat

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Fosamax® 
  • Tevanate®
  • Alendro-Q®

Wirkung

Alendronsäure, ein stickstoffhaltiges Bisphosphonat, hemmt die knochenresorbierende Aktivität der Osteoklasten und ist indiziert bei Osteoporose von Männern und postmenopausalen Frauen sowie zur Therapie (postmenopausale Frauen ohne Estrogen-Behandlung) und Prävention der Glucocorticoid-induzierten Osteoporose.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkungsmechanismus der Bisphosphonate finden sich hier.

Alendronsäure
ist ein Stickstoff-haltiges Bisphosphonat, das die osteoklastische Knochen-Resorption ohne diekten Einfluss auf die Knochen-Bildung hemmt. Die Osteoklasten-Aktivität wird gehemmt, während die Bildung und Bindung der Osteoklasten nicht beeinträchtigt wird. Unter der Behandlung mit Alendronsäure wird normaler Knochen gebildet. Bezüglich der Hemmung der Farnesylpyrophosphatsynthase ist Alendronsäure etwa um den Faktor 2 potenter als Pamidronsäure und um den Faktor 2 weniger potent als Ibandronsäure oder Risedronsäure.
Eine Zunahme der Knochendichte an Lendenwirbelsäule und Hüfte wurde bei Männern mit und ohne Testosteron-Mangel nachgewiesen.
Tägliche orale Gaben von Alendronsäure bei Frauen nach der Menopause führten zu biochemischen Veränderungen, die die dosisabhängige Hemmung der Knochen-Resorption nachwiesen. Die biochemischen Parameter schlossen einen Abfall von Calcium im Urin und bestimmter Urin-Marker des Knochen-Kollagenabbaus wie Hydroxyprolin, Desoxypyridinolin und Cross-links von N-Telopeptiden des Typ I-Kollagens ein. Diese biochemischen Veränderungen erreichten 3 Wochen nach Absetzen von Alendronsäure wieder die Ausgangswerte, trotz der langen Retentionszeit von Alendronsäure in den Knochen.
Vergleichende Untersuchungen zur Gabe von Estrogen/Gestagen-Kombinationen zeigen, dass die Hemmung des Knochenabbaus unter Alendronsäure (2,5-5 mg) geringer ist als unter Hormonersatztherapie.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Alendronsäure oder andere Bisphosphonate
- Erkrankungen des Ösophagus, die die Entleerung des Ösophagus verzögern, wie Strikturen oder Achalasie
- Unvermögen, für mindestens 30 min zu stehen oder aufrecht zu sitzen
- Hypocalcämie (Korrektur vor Behandlungsbeginn erforderlich)
- Kreatinin-Clearance < 35 ml/min (unzureichende Datenlage)
- Alter < 18 Jahre
- Schwangerschaft
- Stillzeit

Relative Gegenanzeigen
- aktive Erkrankungen im oberen Gastrointestinaltrakt wie Dysphagie, Ösophaguserkrankungen, Gastritis, Duodenitis, Ulzera (Gefahr der Verschlechterung unter der Behandlung mit Alendronsäure)
- folgende Erkrankungen/Eingriffe im letzten Jahr: schwere gastrointestinale Erkrankungen wie Ulcus ventriculi, aktive gastrointestinale Blutung, Operation im oberen Gastrointestinaltrakt außer Pylorus-Plastik (Gefahr der Verschlechterung unter der Behandlung mit Alendronsäure)

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.



Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Osteonekrose (v.a. des Kiefers, meist in Verbindung mit einer Zahn-Extraktion und/oder einer lokalen Infektion bzw. weiteren prädisponierenden Faktoren wie z.B. unzureichende Mund-Hygiene oder Krebserkrankung)
- Gelenk-Schwellungen
- Bisphosphonate allgemein: bronchospastische Reaktionen bei vorbestehendem Acetylsalicylsäure-sensitivem Asthma nicht auszuschließen

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- vorüber gehende Abnahme des Serum-Calcium- bzw. Serum-Phosphat-Spiegels

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen, Dyspepsie, Obstipation, Diarrhoe, Flatulenz, Ösophagus-Ulzera (teilweise schwer und eine stationäre Behandlung erfordernd), Dysphagie, aufgetriebenes Abdomen, saures Aufstoßen
- Schmerzen am Bewegungsapparat (Knochen, Muskeln oder Gelenke, meist bei Absetzen reversibel)

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Übelkeit, Erbrechen, Gastritis, Ösophagitis (teilweise schwer und eine stationäre Behandlung erfordernd), Ösophagus-Erosionen (teilweise schwer und eine stationäre Behandlung erfordernd), Meläna
- Exanthem, Pruritus, Erythem

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Uveitis (einschließlich Iritis, Iridozyklitis), Skleritis, Episkleritis
- Ösophagus-Striktur (teilweise schwer und eine stationäre Behandlung erfordernd), oropharyngeale Ulzeration (teilweise schwer und eine stationäre Behandlung erfordernd), Perforationen/Ulzera/Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt (Kausalzusammenhang nicht auszuschließen)
- Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Urtikaria, Angioödem, vorüber gehende Symptome wie bei einer Akute Phase Reaktion (Myalgie, Unwohlsein, [selten] Fieber, meist bei Behandlungsbeginn)
- Hautausschlag mit Photosensitivität
- peripheres Ödem
- symptomatische Hypocalcämie (meist bei vorbestehender Prädisposition wie Calcium-Malabsorption, Hypoparathyreoidismus, Vitamin D-Mangel)
- Schmerzen am Bewegungsapparat (schwer wiegend und/oder mit Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit)
- Schwindel, Vertigo

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- schwere Hautreaktionen einschließlich Stevens-Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse
- Ösophagus-Perforationen