Arzneistoffe von A-Z
Alles zu Wirkstoffen
 



Alfentanil


Finden Sie Kostenlose inserate, Verkaufen Sie Ihre Sachen mit Erfolg

 

Alfentanil

Formel Alfentanil

Wirkstoffklasse

  • Opioid
  • Opioidanästhetika

Fertigpräparate

  • Rapifen® 

Wirkung

Alfentanil gehört zur Gruppe der Narkoanalgetika, deren schmerzhemmende Wirkung über Angriffspunkte im zentralen Nervensystem zustande kommt. Es wird zur Anästhesie einschließlich der Neuroleptanalgesie bei allen Eingriffen, bei denen endotracheale Intubation und Beatmung durchgeführt werden, eingesetzt. Die häufigsten Nebenwirkungen sind u.a. Atemdepression bis zur Apnoe und Muskelrigidität.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Narkoanalgetika finden sich hier.

Alfentanil ist ein potentes Narkoanalgetikum mit einem sehr schnellen Wirkungseintritt und kurzer Wirkungsdauer. Im Vergleich zum chemisch verwandten Fentanyl setzt die Wirkung einer äquianalgetischen Dosis von Alfentanil 4-mal schneller ein; die Wirkungsdauer ist 3-mal kürzer, wobei die analgetische Potenz nur um den Faktor 4 geringer ist. Alfentanil ist etwa 30-mal stärker analgetisch wirksam als Morphin.
Zentrale Wirkungen des Alfentanil sind ferner Sedierung, Atemdepression (Änderung der Empfindlichkeit des Atemzentrums im Hirnstamm gegen Kohlendioxid), Erbrechen (Stimulierung der Chemorezeptoren der Area postrema des Hirnstamms), Verengung der Pupillen sowie eine antitussive Wirkung. Die spastisch-obstipatorische Wirkung ist wahrscheinlich zum Teil über direkte Wirkungen auf den Darm, zum Teil über zentrale Angriffspunkte mit hieraus resultierenden Veränderungen der Darmfunktion zu erklären. Eine entscheidende Rolle spielt die selektive Bindung von Alfentanil an Opioid-Rezeptoren. Diese Bindung und somit auch die Wirkung von Alfentanil ist durch ebenfalls an diesen Opioid-Rezeptoren angreifende Antagonisten kompetitiv hemmbar. Auf zellulärer Ebene antagonisiert Alfentanil außerdem einige Effekte von Prostaglandin E1 und E2 und hemmt in bestimmten Bereichen des Nervensystems die Freisetzung verschiedener Neurotransmitter.
Die Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit ist offenbar eng mit der euphorisierenden Wirkung korreliert, die in der Regel erst nach wiederholter Gabe manifest wird. Dabei dürfte der rasche Wirkungseintritt wesentlich zum Suchtpotential von Alfentanil beitragen.
Hohe Dosen Alfentanil (>120 μg/kg KG) induzieren Schlaf. Alfentanil ruft keine kardiovaskuläre oder hormonelle Stressantwort hervor. Es gewährleistet eine komplikationslose Aufwachphase, sofern diese nicht durch nachhaltig wirkende Komedikation beeinflusst wird.
Alle Wirkungen von Alfentanil werden sofort und vollständig mittels eines Opioid-Antagonisten wie Naloxon aufgehoben.
Abgesehen von einer leichten Bradykardie und einer geringen Senkung des arteriellen Mitteldruckes bei der Einleitung zeichnet sich eine Narkose mit Alfentanil durch stabile kardiovaskuläre Parameter aus. Die Inzidenz von Nausea und Erbrechen in der postoperativen Phase ist klein. Bei Patienten, denen bis zu 200 μg/kg KG Alfentanil verabreicht wurden, zeigte sich keine merkliche Erhöhung des Histamin-Spiegels und auch keine klinisch manifeste Histaminfreisetzung.
Der Effekt von Alfentanil auf die Atemfrequenz und Ventilation ist kürzer als bei Fentanyl. In den meisten Fällen dauert die Analgesie länger als die Atemdepression. Dauer und Ausmaß der Atemdepression und des erhöhten Atemwiderstandes nehmen mit steigender Dosis zu.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Alfentanil oder anderen Opioiden
- Anwendung bei Säuglingen
- Schwangerschaft
- Krankheitszustände, bei denen eine Dämpfung des Atemzentrums vermieden werden muss
- akute hepatische Porphyrien

Relative Gegenanzeigen

- Geburt (einschließlich Kaiserschnitt)
- eingeschränkte intrazerebrale Compliance (erhöhter Hirndruck)

Nebenwirkungen

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.


Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- Muskelrigidität (Thoraxrigidität)
- Hypotonie
- Bradykardie
- Atemdepression
- Apnoe
- Myoklonien
- Schwindel
- Bronchospasmen
- Sedierung
- Erbrechen
- Nausea
- Singultus
- Miosis
- Obstipation
- Abhängigkeit
- Entzugserscheinungen

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)

- Laryngospasmus
- Asystolie
- Arrhythmien
- Symptome einer Histaminfreisetzung (z.B. Anaphylaxie, Bronchospasmus, Urticaria)

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)

Das erneute Auftreten einer Atemdepression nach beendeter Operation wurde in Einzelfällen beobachtet.