Wirkstoffklasse
- Emetikum
- Antiparkinsonmittel
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Wirkung
Apomorphin, ein Derivat des Morphins,
ist
ein Dopamin-D2-Rezeptor-Agonist und wurde als starkes Emetikum bei
Vergiftungen eingesetzt und muss im Notfalldepot jeder Apotheke
vorhanden sein. Apomorphin wird außerdem in der Diagnose und
Behandlung der Parkinson-Krankheit verwendet. Aufgrund seiner starken
Anti-Parkinson-Wirkung wird Apomorphin hauptsächlich bei
Patienten
in der Spätphase als subkutane Injektion oder Dauerinfusion
eingesetzt. Apomorphin weist überdies bei geringerer Dosierung
eine erektionsstimulierende Wirkung auf.
Wirkungsmechanismus
Apomorphin ist ein tetracyclisches
Dibenzochinolin-Derivat, in dem die Partialstruktur des Dopamins
enthalten ist. Es entsteht durch säurekatalytische Umlagerung
von
Morphin, bindet aber nicht an Opiat-Rezeptoren, sondern an
Dopamin-Rezeptoren. Apomorphin wird subkutan bei der Parkinsonschen
Krankheit eingesetzt, besitzt agonistische Eigenschaften sowohl am D1-
als auch am D2-Rezeptor, wobei es keine Transport- oder metabolischen
Mechanismen mit Levodopa gemein hat. Obwohl die Verabreichung von
Apomorphin die Aktivitätsrate von nigro-striatalen Zellen bei
gesunden Versuchtieren unterdrückt und in niedrigen Dosen eine
Reduzierung der lokomotorischen Aktivität verursacht (wobei
angenommen wird, dass dies auf eine präsynaptische Hemmung der
endogenen Dopamin-Ausschüttung
zurückzuführen ist), ist
seine Aktion auf das parkinsonsche motorische Unvermögen
wahrscheinlich an postsynaptischen Rezeptororten anzusetzen. Diese
biphasische Wirkungsweise ist auch beim Menschen zu beobachten.
Apomorphin führt weiterhin über die Erregung
dopaminerger
Bahnen dosisabhängig durch Stimulation der
Chemorezeptor-Triggerzone in der Medulla oblongata unmittelbar zu
Übelkeit und Erbrechen. Die effektive emetische Dosis
beträgt
5 bis 10 mg s.c. Die emetische Wirkung unterliegt einer Tachyphylaxie
und kann durch Dopamin-Antagonisten (z. B. Domperidon) oder
Opiat-Antagonisten (z. B. Naloxon) abgeschwächt werden.
Weitere
apomorphinvermittelte, dopaminerge Wirkungen betreffen im
Hypophysenvorderlappen die Hemmung der Prolaktin-Freisetzung und
Förderung der Sekretion des Wachstumshormon-Releasing-Faktors
GRF
sowie über periphere vaskuläre Dopamin-Rezeptoren
eine
Blutdrucksenkung.
Nebenwirkungen
Es handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte
Wirkungen,ohne Angabe der Häufigkeit
Als Emetikum:
- Persistierendes Erbrechen mit der Folge eines akuten
Kreislaufversagens
- Stimulation oder Dämpfung des Zentralnervensystems:
Müdigkeit, Sedation, Atemdepression, Ruhelosigkeit, Tremor,
Euphorie
Morbus Parkinson:
- Es wurde berichtet, dass Patienten, die Dopamin-Agonisten,
einschließlich Apomorphin
insbesondere in hohen Dosierungen, zur Behandlung des Morbus Parkinson
angewendet haben, Zeichen von Spielsucht/pathologischem Spielen,
Libidosteigerung und Hypersexualitiät zeigten, die allgemein
bei
Dosisreduktion oder mit Beendigung der Behandlung zurückgingen.
Sehr
häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
Morbus Parkinson:
-
Lokale Verhärtung und Knotenbildung (normalerweise
asymptomatisch)
entwickeln sich bei den meisten Patienten subkutan am Injektionsort,
besonders bei kontinuierlicher Anwendung. Bei hohen Dosen
können diese
bestehen bleiben und zu Rötungen, Empfindlichkeit und
Verhärtung
führen. Bei Biopsien der Haut solcher Patienten wurde eine
Infiltration
des subkutanen Fettgewebes festgestellt. Es sollte Sorge getragen
werden, dass Bereiche mit Wundstellen sich nicht infizieren.
- Juckreiz an der Injektionsstelle
Häufige
unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
Morbus Parkinson:
- Übelkeit und Erbrechen zu Beginn der Behandlung,
gewöhnlich
zurückzuführen auf die ungenügende Gabe von
Domperidon
-
vorübergehende Sedierung kann zu Beginn der Therapie bei jeder
Dosis
auftreten; dieser Effekt verschwindet normalerweise während
der ersten
Wochen von selbst.
- Schläfrigkeit
- neuropsychiatrische Störungen incl. vorübergehende
leichte Verwirrtheitszustände und optische Halluzinationen
Gelegentliche
unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
Morbus Parkinson:
- orthostatische Hypotonie, normalerweise vorübergehend
-
Während der "On"-Phase können Dyskinesien
ausgelöst werden, die unter
Umständen schwerwiegend sind und bei einigen Patienten zum
Abbruch der
Therapie führen können.
- lokale und generalisierte Hautausschläge
- hämolytische Anämie bei Anwendung von Levodopa und
Apomorphin
- positive Coombs-Tests bei gleichzeitiger Behandlung mit Levodopa und
Apomorphin
- Atemschwierigkeiten
Seltene
unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
Morbus Parkinson:
- Eosinophilie