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Atenolol

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Atenolol

Atenolol wird als Racemat eingesetzt. Die Formeln zeigen die (R)-Enantiomer oben und das (S)-Enantiomer unten.

Formel Atenolol

Wirkstoffklasse

  • β-Adrenozeptorenblocker (Betablocker)

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Atebeta® 
  • Atenogamma® 
  • Atenolol STADA® 

Wirkung

Atenolol ist ein hydrophiler Beta-Rezeptorblocker mit relativer β1-Selektivität (Kardioselektivität), ohne intrinsische, sympathomimetische Aktivität (ISA) und ohne membranstabilisierende Wirkung. Die Substanz wirkt hypotensiv und antiarrhythmisch.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Betablocker finden sich hier.

Atenolol ist ein hydrophiler Beta-Rezeptorblocker mit relativer β1-Selektivität (Kardioselektivität) ohne intrinsische, sympathomimetische Aktivität (ISA). Atenolol  unterscheidet sich von anderen Betablockern durch seinen geringen Lipophilie, daher hat die Substanz nur eine geringe Permeabilität ins zentrale Nervensystem und zeigt deshalb keine membranstabilisierende Wirkung.
Die β1-Selektivität nimmt mit steigender Dosis ab. Die Dosis-Wirkungskurve ist im therapeutischen Bereich flach.
Die Substanz senkt in Abhängigkeit der Höhe des Sympathikustonus die Frequenz (negativ chronotrop) und Kontraktionskraft des Herzens (negativ inotrope Wirkung), die AV-Überleitungsgeschwindigkeit und die Plasma-Renin-Aktivität. Atenolol kann durch Hemmung von β2-Rezeptoren eine Erhöhung des Tonus der glatten Muskulatur bewirken.
Wenn eine Erhöhung des Atemwegwiderstandes auftritt, sollte Atenolol abgesetzt und eine bronchodilatative Therapie (z.B. mit Salbutamol) eingeleitet werden.
Atenolol senkt Herzfrequenz und Blutdruck. Es erhöht die AV-Überleitungszeit, die Refraktärzeit des Vorhofes und des Atrioventrikularknotens. Die Blutdrucksenkung durch Atenolol setzt rasch ein und erreicht das volle Ausmaß nach einer Woche. Bei gleichzeitiger Gabe anderer Antihypertonika verstärkt sich die therapeutische Wirkung. Pulsfrequenz- und Blutdruckspitzen werden unter der Behandlung mit Atenolol weitgehend vermieden. Der frühe Einsatz von Atenolol beim akuten Herzinfarkt reduziert die Infarktgröße und senkt die Morbidität und Mortalität. Patienten mit drohendem Infarkt entwickeln seltener einen definitiven Infarkt, die Häufigkeit ventrikulärer Arrhythmien ist vermindert und die ausgeprägte Schmerzlinderung führt zu einer Reduktion des Analgetikabedarfs.
Atenolol ist bei den meisten ethnischen Gruppen wirksam und gut verträglich, obgleich schwarze Patienten möglicherweise weniger stark ansprechen. Es ist unwahrscheinlich, dass zusätzliche Eigenschaften von (S)-(-)Atenolol, verglichen mit dem Racemat, zu anderen therapeutischen Wirkungen führen würden.
Aufgrund ihres negativ inotropen Effekts sollte die Anwendung von Betablockern bei nicht kompensierter Herzinsuffizienz vermieden werden.


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- manifeste Herzinsuffizienz;
- Schock;
- AV-Block II. oder III. Grades;
- Sinuatrialer Block;
- Sinusknotensyndrom (sick sinus syndrome);
- Bradykardie (Ruhepuls <50 Schläge/min vor Behandlungsbeginn);
- Hypotonie (systolisch kleiner als 90 mm Hg);
- Spätstadien peripherer Durchblutungsstörungen;
- bronchiale Hyperreagibilität (z. B. Asthma bronchiale);
- Azidose;
- Überempfindlichkeit gegen Atenolol oder andere Beta-Rezeptorblocker


Relative Gegenanzeigen
- Psoriasis in der Eigen- oder Familienanamnese;
- AV-Block I. Grades (aufgrund des negativen Effektes auf die Reizleitung);
- Diabetiker mit stark schwankenden Blutzucker-Werten, Zustand nach längerem strengem Fasten oder schwerer körperlicher Belastung (Gefahr schwerer hypoglykämischer Zustände); die hypoglykämische Tachykardie kann modifiziert werden.
- Phäochromozytom (Nebennierenmarktumor), vorherige Therapie mit α-Rezeptorblockern erforderlich;
- eingeschränkte Nierenfunktion;
- Prinzmetal-Angina (Gefahr der Verstärkung) auf Grund ungehinderter α-Rezeptor-vermittelter Vasokonstruktion der Koronararterien können sich die Anzahl und Dauer der Anfälle bei Patienten erhöhen;
- anamnestisch bekannte schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, gleichzeitige Desensibilisierungstherapie (Gefahr der Erhöhung der Empfindlichkeit gegenüber Allergenen bzw. der Schwere anaphylaktischer Reaktionen);
- leichtere periphere Durchblutungsstörungen;
- Schwangerschaft;
- Stillzeit


Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.


Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit

- Verschleierung der Warnzeichen einer Hypoglykämie (Tachykardie, Tremor);
- hypoglykämische Zustände im Anschluss an längeres strenges Fasten oder gleichzeitige schwere körperliche Belastung;
- Störungen im Fett-Stoffwechsel (Verminderung des HDL-Cholesterols, Erhöhung der Triglyceride im Plasma, meist normales Gesamt-Cholesterol);
- gleichzeitige Hyperthyreose: Verschleierung der Anzeichen einer Thyreotoxikose (z. B. Tachykardie, Tremor);
- schwere Leberschäden.

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Bradykardie;
- Kältegefühl an den Extremitäten;
- Schwindelgefühl;
- Schwitzen;
- Müdigkeit;
- Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall).

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- verstärkte Traum-Aktivität;
- Schlafstörungen;
- erhöhte Transaminasenspiegel;
- Konjunktivitis;
- Muskelschwäche;
- Muskelkrämpfe;
- Manifestation eines latenten oder Verschlechterung eines manifesten Diabetes mellitus.

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Verstärkung einer Herzinsuffizienz;
- atrioventrikuläre Überleitungsstörungen;
- Hypotonie mit Orthostase oder Synkope;
- Verstärkung der Beschwerden bei vorbestehenden peripheren Durchblutungsstörungen (Claudicatio intermittens, Raynaud-Syndrom);
- Benommenheit;
- Verwirrtheit;
- Halluzinationen;
- Psychosen;
- Parästhesien,
- Kopfschmerzen;
- depressive Verstimmungen;
- Alpträume;
- Mundtrockenheit;
- Leberschäden einschl. intrahepatischer Cholestase.
- Purpura;
- Thrombozytopenie;
- allergische Reaktionen wie Rötung, Pruritus, Exantheme;
- Haarausfall;
- Auslösung oder Verschlechterung einer Psoriasis vulgaris oder Auslösung von psoriasiformen Exanthemen;
- Libido-, Potenzstörungen;
- Atemnot, insbesondere bei vorbestehender Neigung zu bronchospastischen Reaktionen, v.a. bei obstruktiven Atemwegserkrankungen;
- Sehstörungen;
- verminderter Tränenfluss (Kontaktlinsenträger).

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Verstärkung der Anfälle bei bestehender Angina pectoris;
- Verstärkung von allergischen Reaktionen, die nicht auf die üblichen Adrenalindosen ansprechen;
- Anstieg des ANA-Titers, klinische Bedeutung noch unklar;
- Verschlechterung einer vorbestehenden schweren Nierenfunktionsstörung.