Wirkstoffklasse
- Statine (Syn.:
CSE-Hemmer, HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren)
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Fertigpräparate
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Wirkung
Atorvastatin hemmt die
Cholesterinsynthese in
der Leber und führt somit zu einer Senkung des
Cholesterinspiegels
im Blut (LDL-Cholesterin).
Atorvastatin ist potenter
als ältere HMG-CoA-Reduktasehemmer
wie Lovastatin. Die Substanz reduziert LDL-Cholesterol um 41-61% und
Gesamt-Cholesterol um 30-46%. Ebenso wurde eine
größere Reduktion der Plasma-Triglyceride (um
14-33%) sowie des Apolipoproteins B (um 34-50%) beschrieben.
Wirkungsmechanismus
Inhibitoren der
3-Hydroxy-3-methyl-glutaryl-Coenzym A
(HMG-CoA)-Reduktase hemmen die intrazelluläre
Cholesterolsynthese in
der Leber. Zu diesen gehört Atorvastatin. Die Geschwindigkeit
der Cholesterolbiosynthese wird durch
die Aktivität der HMG-CoA-Reduktase als
Schlüsselenzym bestimmt. Sie
katalysiert die Reduktion von 3-Hydroxy-3-methyl-glutaryl-CoA, das aus
drei Molekülen Acetyl-CoA entsteht, zu Mevalonsäure.
Diese wird in
mehreren Schritten über Isopentenyldiphosphat,
Farnesyldiphosphat und
Squalen zu Cholesterol verstoffwechselt (siehe Abbildungen).

Die HMG-CoA-Reduktasehemmer
sind dem physiologischen Substrat der HMG-CoA-Reduktase, dem HMG-CoA
ähnlich und haben eine höhere Affinität zur
HMG-CoA-Reduktase als
dieses. Die HMG-CoA-Reduktase wird kompetitiv gehemmt. Die
intrazelluläre Cholesterolsynthese sinkt. Daraufhin steigt an
der
Oberfläche der Leberzellen die Anzahl der LDL-Rezeptoren, so
dass
vermehrt LDL und damit auch Cholesterol aus dem Plasma in die
Leberzelle aufgenommen werden kann. Auf diese Weise kann LDL um 20-45%
gesenkt werden, ohne dass die intrazelluläre
Cholesterolkonzentration
abnimmt. HMG-CoA kumuliert durch die Hemmung der HMG-CoA-Reduktase
nicht in der Zelle; es wird wieder zu Acetyl-CoA abgebaut und in den
Intermediärstoffwechsel eingeschleust. Es besteht daher keine
Gefahr
der Akkumulation potentiell toxischer Steroid-Vorstufen.
Die
Cholesterolsynthese wird durch die HMG-CoA-Reduktasehemmer nicht
vollständig blockiert, so dass für den Aufbau von
Zellmembranen und die
Synthese von Steroidhormonen genügend Cholesterol zur
Verfügung steht. Unter
der Behandlung mit HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren werden im Serum sowohl
Gesamt- als auch LDL-Cholsterol und Apolipoprotein B (ein
Membrankomplex des LDL-Cholesterols) reduziert, in geringerem Umfang
zusätzlich VLDL-Cholesterol und Triglyceride. Der
HDL-Cholesterol-Spiegel steigt, ebenso wie die Konzentration an
Apolipoprotein A.
Untersuchungen
ergaben Hinweise darauf, dass die unter HMG-CoA-Reduktase-Hemmern
beobachtete Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse nicht nur
mit
der
cholesterolsenkenden Wirkung, sondern mit weiteren Effekten auf
Blutgefäßwand, Blutfluss und -zusammensetzung
einhergeht.
Mit
der Hemmung des PDGF (platelet-derived growth factor) durch
Störung der
entsprechenden DNA-Synthese durch HMG-CoA-Reduktase-Hemmstoffe wird die
Makrophagen- und Plättchenmigration sowie die Proliferation
von
glatten
Muskelzellen und Fibroblasten gehemmt, entsprechend die Plaquebildung
in den Gefäßen reduziert. Zudem wurden
antithrombotische
Effekte
gesehen.
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es handelt sich hier um eine weitgehend
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Häufige
unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Verstopfung
- Blähungen
- Dyspepsie
- Übelkeit
- Durchfall
- allergische Reaktionen
- Schlaflosigkeit
- Kopfschmerzen
- Benommenheit
- Parästhesien
- Hypästhesien
- Hautausschlag
- Pruritus
- Myalgie
- Arthralgie
- Asthenie
- Schmerzen im Brustkorb
- Rückenschmerzen
- periphere Ödeme
- Kreatinkinase-Konzentrationen im Serum über dem 3fachen des
oberen Normwertes
Gelegentliche
unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Anorexie
- Erbrechen
- Thrombozytopenie
- Alopezie
- Hyperglykämie
- Hypoglykämie
- Pankreatitis
- Amnesie
- periphere Neuropathie
- Tinnitus
- Urtikaria
- Myopathie
- Impotenz
- Unwohlsein
- Gewichtszunahme
- dosisabhängige, reversible, klinisch relevante
Erhöhung der Serum-Transaminasen um mehr als das 3fache des
obere Normwertes
- Kreatinkinase-Konzentrationen im Serum über dem 10fachen des
oberen Normwertes
Seltene
unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Hepatitis
- cholestatischer Ikterus
- Myositis
- Rhabdomyolyse
Sehr seltene
unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- anaphylaktische Reaktionen
- angioneurotisches Ödem
-
bullöses Exanthem (einschließlich Erythema
multiforme, Stevens-Johnson
Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) - akuter
Gedächtnisverlust
- Albträume (Kausalzusammenhang nicht gesichert)