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Azithromycin


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Azithromycin

Formel Azithromycin

Wirkstoffklasse

  • Makrolidantibiotikum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Azibact® 
  • Azithrobeta® 
  • Azithromycin HEXAL® 

Wirkung

Azithromycin ist der Prototyp der Azalide, einer Untergruppe der Makrolid-Antibiotika. Verglichen mit Erythromycin ist Azithromycin relativ Säure-stabil und besitzt ein im gram-negativen Bereich erweitertes Wirkspektrum.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Makrolide finden sich hier.

Azithromycin
ist der erste therapeutisch nutzbare Vertreter der Azalid-Antibiotika. Azalide sind halbsynthetische Makrolide, die im Gegensatz zu den bisher verfügbaren 14-gliedrigen (z.B. Erythromycin) bzw. 16-gliedrigen (z.B. Josamycin) Makroliden einen 15-gliedrigen Lacton-Ring aufweisen. Vom Erythromycin unterscheiden sich Azalide durch die Addition eines Methyl-substituierten Stickstoffs in den Lacton-Ring. Hierdurch wird die Bildung von biologisch inaktiven intramolekularen Ketalen im sauren Magenmilieu verhindert, woraus eine größere Säure-Stabilität resultiert.
Der Wirkungsmechanismus entspricht dem bekannten der Makrolide (Hemmung der ribosomalen Proteinsynthese durch Bindung an die 50S Untereinheit der bakteriellen Ribosomen sowie Hemmung der Translokation von Peptiden).
Wie die anderen neueren Makrolide, Clarithromycin und Roxithromycin, verfügt es über verbesserte pharmakokinetische Eigenschaften. In in vitro-Studien zeigt Azithromycin ein anderen Makroliden vergleichbares Wirkspektrum und ist gegenüber gram-positiven Erregern wie Staphylokokken, Streptokokken und Pneumokokken mit Erythromycin etwa äquieffektiv. Gegenüber einigen Erythromycin-resistenten gram-positiven Keimen ist Azithromycin noch wirksam. Gegenüber gram-negativen Erregern wie Haemophilus influenza, Neisseria gonorrhoeae, Branhamella catarrhalis oder Legionella pneumophilia ist Azithromycin deutlich stärker wirksam als Erythromycin und auch Roxithromycin. Lediglich Clarithromycin war in Einzelfällen überlegen. Mäßig empfindlich sind ferner Escherichia coli, Shigella species und Yersinia enterocolitica, die von anderen Makroliden bisher nicht erfasst werden. Klinisch ergeben sich bezüglich der Wirksamkeit jedoch keine nennenswerten Vorteile gegenüber den etablierten Makroliden. Wie diese wird es eingesetzt bei Infektionen der oberen und unteren Atemwege, Haut- und Weichteilinfektionen sowie unkomplizierten Genitalinfekten.
Ungewöhnlich sind jedoch lange Plasmaeliminationshalbwertszeiten, hohe Gewebespiegel sowie eine hohe Zellpenetration, die Grundlage für ein Dosierungsintervall von 24 Stunden sowie die sehr kurzen Behandlungszeiträume von 3 bis 5 Tagen sind. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Azithromycin nur als nicht-ionische Form wirksam ist, bei niedrigem Zell-pH-Wert kommt es zur Protonierung und damit zur reversiblen Desaktivierung der Substanz. Gleichzeitig wird Azithromycin durch diese "Ionenfalle" im Innern z.B. von Phagozyten akkumuliert. Diese wandern aktiv zum Ort einer Infektion und geben die Substanz dort allmählich wieder frei. So wird die hohe Wirksamkeit bei relativ niedrigen Plasma-Spiegeln erklärt.
Resistenzen können vorbestehend oder erworben sein. Die Mechanismen umfassen die Behinderung der Permeation in die Bakterienzelle, den aktiven Transport aus der Zelle heraus, enzymatische Desaktivierung sowie Änderungen bezüglich der Bindungsstelle am Ribosom mit Herabsetzung der Affinität von Azithromycin.


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen

- bekannte Überempfindlichkeit gegen Azithromycin, gegen andere Makrolid- oder Ketolid-Antibiotika
parenterale Anwendung zusätzlich:
- Alter < 18 Jahre

Relative Gegenanzeigen

- höhergradige Niereninsuffizienz (glomeruläre Filtrationsrate < 10 ml/min)
- schwere Leberfunktionsstörungen
- angeborene oder nachgewiesene erworbene QT-Verlängerung (strenge Indikationsstellung)
- Elektrolytstörungen, v.a. Hypokaliämie, Hypomagnesiämie (Ausgleich vor Behandlungsbeginn)
- klinisch relevante Bradykardie, Arrhythmien, schwere Herzinsuffizienz (strenge Indikationsstellung)
- Infektionen mit Erythromycin-resistenten gram-positiven Bakterien
- Infektionen mit Methicillin-resistenten Staphylokokken
- Schwangerschaft (Anwendung nur bei vitaler Indikation)
- Stillzeit (Abstillen für die Dauer der Behandlung)
orale Anwendung zusätzlich:
- neurologische oder psychiatrisch zu behandelnde Erkrankungen
orale Behandlung zur MAI-Prophylaxe (bei AIDS) zusätzlich:
- Alter < 18 Jahre (keine Daten zu Wirksamkeit/Verträglichkeit vorhanden)

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.


Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
parenterale Anwendung:
- Geruchs-, Geschmacksverlust

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)

hochdosierte orale Anwendung zur MAI-Prophylaxe (bei AIDS):
- Übelkeit, Flatulenz, Diarrhoe, gastrointestinale Beschwerden (Schmerzen/Krämpfe)

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)

- Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, gastrointestinale Beschwerden (Schmerzen/Krämpfe)
hochdosierte orale Anwendung zur MAI-Prophylaxe (bei AIDS) zusätzlich:
- Kopfschmerzen, Benommenheit, Müdigkeit, Geruchs- und/oder Geschmacksstörungen
- Pruritus, Ausschlag
- Arthralgie
parenterale Anwendung zusätzlich:
- reversibler Anstieg von Transaminasen, alkalischer Phosphatase, Bilirubin
- lokale Schmerzen und Entzündungen an der Infusionsstelle

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)

- sehr wässriger Stuhl, Blähungen, Verdauungsstörungen
- allergische Reaktionen einschließlich Hautausschlag, Pruritus (ggf. Ödeme)
- Arthralgie
- Anorexie
- Vaginitis
hochdosierte orale Anwendung zur MAI-Prophylaxe (bei AIDS) zusätzlich:
- Schläfrigkeit, Unwohlsein, Asthenie
- Hörstörungen und/oder Tinnitus (meist reversibel)
- Palpitationen
- Hepatitis, Obstipation
- Lichtempfindlichkeit, Stevens-Johnson-Syndrom
parenterale Anwendung zusätzlich:
- Thrombozytopenie, Neutropenie

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)

- Palpitationen, Arrhythmien (einschließlich ventrikuläre Tachykardie), v.a. bei bestehender Prädisposition: potenzielles Risiko einer QT-Verlängerung bzw. Torsades de pointes
- Parästhesien, Synkopen, Schlaflosigkeit, Überaktivität, Asthenie, Müdigkeit, Unwohlsein
- Langzeitanwendung hoher Dosen: Hörstörungen einschließlich Taubheit und/oder Tinnitus (meist reversibel)
- Dehydratation in Folge wässriger Diarrhoe
- Obstipation, Verfärbung der Zunge, Pankreatitis
- interstitielle Nephritis, akutes Nierenversagen
- allergische Reaktionen einschließlich angioneurotischem Ödem, Urtikaria, Lichtempfindlichkeit, schwer wiegenden Hautreaktionen einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom, Erythema multiforme, Anaphylaxie
- Candidiasis
- Hypotonie
- abnormale Leberfunktion einschließlich Hepatitis, cholestatischer Ikterus, Lebernekrose, Leberversagen (u.U. mit letalem Ausgang)
- Delirien (im höheren Lebensalter), aggressive Reaktionen, Ruhelosigkeit, Angst, Nervosität, Depersonalisation
orale Anwendung zusätzlich:
- unklarer Kausalzusammenhang: Thrombozytopenie, hämolytische Anämie, vorüber gehende Episoden einer leichten Neutropenie
parenterale Anwendung zusätzlich:
- Pankreatitis

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)

- Sehstörungen
- Brustschmerzen, Ödeme (im Zusammenhang mit einer Erkrankung des Brustraums)
- makulopapulöser Hautauschlag
- Schmerzen