Wirkstoffklasse
- β-Adrenozeptorenblocker
(Betablocker)
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- Concor®
- Bisobeta®
- Jutabis®
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Wirkung
Bisoprolol gehört zu den
herzselektiven Betablockern, die hauptsächlich an
β1-Rezeptoren binden. Eingesetzt wird es unter anderem zur
Behandlung des Bluthochdrucks, der koronaren Herzkrankheit und der
Herzinsuffizienz.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der Betablocker finden sich hier.
Bisoprolol
ist ein Betarezeptorenblocker, der bezüglich seiner
lipophilen/hydrophilen Eigenschaften eine Mittelstellung innerhalb der
Reihe der therapeutisch eingesetzten Derivate einnimmt. Die Substanz
besitzt eine hohe β-1-Selektivität ohne ISA (PAA) und
ohne
klinisch relevanten membranstabilisierenden Effekt (ein
lokalanaesthetischer Effekt tritt erst in hohen Konzentrationen auf).
Die beta-1-Selektivität geht über den therapeutischen
Dosisbereich hinaus.
In Abhängigkeit von der Ausgangshöhe des
Sympathikustonus
wirkt Bisoprolol negativ inotrop (relativ wenig ausgeprägt)
und
negativ chronotrop sowie negativ dromotrop (Senkung der
AV-Überleitungsgeschwindigkeit). Durch Senkung der
Herzfrequenz
und des Schlagvolumens sinkt das Herzzeitvolumen. Bei chronischer Gabe
sinkt der initial erhöhte periphere Widerstand.
Die Wirkung einer Dosis von 10 mg/Tag entspricht etwa der von 100 mg
Atenolol bzw. 160 mg Propanolol.
Durch eine restliche β-2-blockierende Wirkung kann der Tonus
der
glatten Muskulatur (Gefäße, Bronchien, Uterus)
geringfügig erhöht werden.
Außerdem wird als metabolische Reaktion auf die
β-1-Blockade
die Renin-Freisetzung verringert (möglicherweise ein
Mechanismus
der antihypertensiven Wirkung); Glykogenolyse, Insulinfreisetzung und
Lipolyse werden u.U. in geringem Ausmaß gesteigert.
Neben der Therapie der Hypertonie und der koronaren Herzkrankheit wird
Bisoprolol auch in Kombinationstherapien zur Behandlung der chronisch
stabilen Herzinsuffizienz eingsetzt. Nach Kompensation der Insuffizienz
mit ACE-Hemmer/Diuretikum senkt Bisoprolol (ähnlich wie das
bereits länger in dieser Indikation angewendete Carvedilol)
den
Tonus des reflektorisch überstimulierten Sympathikus und
reduziert
so die Gesamtmortalität dieser Erkrankung.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- akute Herzinsuffizienz oder während einer Dekompensation
einer
Herzinsuffizienz, die eine i.v. Therapie mit inotropen Substanzen
erfordert;
- kardiogener Schock;
- AV-Block II. und III. Grades (ohne Herzschrittmacher);
- sinuatrialer Block;
- Sinusknotensyndrom;
- Bradykardie (Ruhepuls < 60 Schläge/min vor
Behandlungsbeginn);
- Hypotonie (systolisch weniger als 100 mm Hg);
- metabolische Azidose;
- schweres Asthma bronchiale, schwere chronisch obstruktive
Lungenerkrankung;
- Spätstadien peripherer Durchblutungsstörungen;
- gleichzeitige Gabe von MAO-Hemmstoffen (Ausnahme: selektive
MAO-B-Hemmstoffe);
- Überempfindlichkeit gegenüber
Betarezeptorenblockern;
- Kinder und Jugendliche;
- Kombination mit Floctafenin und Sultoprid.
Relative
Gegenanzeigen
Derzeit liegen noch keine ausreichenden Therapieerfahrungen mit
Bisoprolol bei herzinsuffizienten Patienten mit folgenden
Begleiterkrankungen/-umständen vor:
- Herzinsuffizienz NYHA II;
- insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ I);
- Nierenfunktionsstörungen (Serum-Kreatinin ≥ 300
μmol/l);
- Leberfunktionsstörungen;
- Alter > 60 Jahre;
- restriktive Kardiomyopathie;
- kongenitale Herzerkrankung;
- hämodynamisch relevante Herzklappenerkrankungen;
- Myokardinfarkt in den letzten drei Monaten.
Besondere ärztliche Überwachung bei:
- AV-Block I. Grades;
- Diabetes mellitus mit stark schwankenden Blutzuckerwerten;
- strenges Fasten;
- Phäochromozytom (vor Applikation von Bisoprolol muss eine
Blockade der alpha-Adrenozeptoren durchgeführt werden);
- Prinzmetal-Angina;
- Leber-, Nierenfunktionsstörungen (Dosisanpassung);
- Psoriasis (Nutzen/Risiko-Abwägung);
- anamnestisch bekannte schwere Überempfindlichkeitsreaktionen
oder Desensibilisierungstherapie (Gefahr
überschießender
anaphylaktischer Reaktionen).
- Schwangerschaft, Stillzeit;
- periphere arterielle Verschlusskrankheit;
- Hyperthyreose;
- Bronchospasmen (Asthma bronchiale, obstruktive Atemwegserkrankung).
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte
Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Manifestation eines latenten,
Verstärkung eines manifesten Diabetes mellitus,
Verschlechterung der Glucose-Toleranz;
-
hypoglykämische Zustände bei längerem
strengem Fasten und schwerer
körperlicher Anstrengung, Verschleierung der sympathisch
übertragenen
Warnsymptome.
- Erhöhung der Empfindlichkeit gegen Allergene und der
Schwere anaphylaktischer Reaktionen, besonders bei anamnestisch
bekannten schweren Überempfindlichkeitsreaktionen oder unter
Desensibilisierungstherapie
Häufige
unerwünschte Wirkungen (> 10%)
Rebound-Phänomen
nach plötzlichem Absetzen (5-15%).
Gelegentliche
unerwünschte Wirkungen (1-10%)
- Müdigkeit;
- Schwindelgefühl;
- Kopfschmerzen;
- depressive Verstimmungen;
- Verwirrtheit;
- Alpträume oder verstärkte Traumaktivität;
- Schlafstörungen;
- Paraesthesien;
- Verstärkter Blutdruckabfall, orthostatische Dysregulation;
- Bradykardie;
- AV-Überleitungsstörungen;
- Verstärkung einer Herzinsuffizienz mit peripheren
Ödemen und/oder Belastungsdyspnoe;
- Verstärkung der Beschwerden bei Claudicatio intermittens
oder Raynaud-Syndrom (zu Therapiebeginn);
- Appetitlosigkeit;
- gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen,
Obstipation, Diarrhoe, Schmerzen, Bauchkrämpfe.
- Muskelschwäche, Muskelkrämpfe;
- Arthropathien in Form von Mono-oder Polyarthritis;
- Pruritus;
- Zunahme des Atemwegwiderstands bei besthendem Asthma;
- Kältegefühl an den Extremitäten.
Seltene
unerwünschte Wirkungen (< 1%)
- Sehstörungen,
Konjunktivitis, verminderter Tränenfluss;
- Anstieg der Serumtriglyceride;
- Halluzinationen;
- Dyspnoe bei Patienten mit Neigung zu bronchospastischen Reaktionen;
- Urtikaria;
- Schwitzen;
- Potenzstörungen.
Unerwünschte
Wirkungen, Einzelfälle
- Erhöhung der
Transaminasen-Serumspiegel, Hepatitis;
- Auslösung oder Verschlechterung einer Psoriasis,
psoriasisforme Exantheme;
- Libidostörungen;
- Haarausfall;
- Hörstörungen;
- Gewichtszunahme;
- Gefühlsschwankungen;
- kurzdauernder Gedächtnisverlust;
- Rhinitis allergica;
- Induratio penis plastica.