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Buformin


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Buformin

Formel Buformin


Wirkstoffklasse

  • Antidiabetiukm
  • Biguanid

Fertigpräparate

  • Silubin retard® 
(in D kein Fertigpräparat zugelassen)

Wirkung

Buformin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Biguanide, der bei nicht insulinabhängiger Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) eingesetzt wurde. Die Blutzucker-senkende Wirkung der Biguanide ist schon seit den 1920er Jahren bekannt. Von den verschiedenen Biguaniden konnte sich als einziges das Metformin behaupten. Phenformin und Buformin führten vermehrt zu Laktazidosen und wurden deswegen in den meisten Ländern vom Markt genommen.

Wirkungsmechanismus

Da in Deutschland nur noch Metformin aus der Gruppe der Biguanide verwendet wird, soll hier der Wissensstand zu Metformin widergegeben werden. Klinische Studien zeigen, dass Metformin die Glucose-Neubildung in der Leber hemmt. Neben der Aufnahme von Zucker (Glucose) mit der Nahrung stellt dieser Stoffwechselweg, mit dem Glucose aus dem Umbau von Aminosäuren und anderen Stoffwechselprodukten gewonnen wird, eine wichtige Einflussgröße des Blutzuckerspiegels dar. Immer wieder wird auch darauf hingewiesen, dass Metformin zusätzlich die Resorption von Glucose im Darm hemmen und eine schnellere Aufnahme in die Muskelzellen bewirken soll, doch konnten diese beiden Effekte bislang nicht sicher nachgewiesen werden.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Insulinmangeldiabetes (jugendlicher Diabetes; Typ I-Diabetes), ausgeprägte Stoffwechseldekompensation, besonders mit Ketose, hyperglykämisches Koma, Überempfindlichkeit gegenüber Buformin, Schwangerschaft und Stillzeit.
Unter besonderer Berücksichtigung der Laktatazidose-Gefährdung: Einschränkung der Nierenfunktion (Serumkreatinin über 1,2 mg/dl = 106,1 µmol/l), Zustände die mit unzureichender Sauerstoffversorgung der Gewebe (Hypoxie) einhergehen können (Neigung zu Herz- und Ateminsuffizienz, Schock, interkurrente, fieberhafte Erkrankungen, Anämien), Einschränkung der Leberfunktion (Hepatitis, Leberzirrhose), Alkoholabusus, Pankreatitiden, Abmagerungskuren (unter 1000 kcal/Tag), konsumierende Erkrankungen, eine Woche vor Wahloperationen, vor einer intravenösen Urographie oder Angiographie, postoperativ und während Intensivtherapie, undisziplinierte Patienten, insbesondere Diabetiker, die sich den ärztlichen Kontrollen entziehen, alte Diabetiker (in der Regel über 65 Jahre) wegen der größeren Gefahr der kardiovaskulären Komplikationen, der eingeschränkten Nierenfunktion und unregelmässiger Tabletteneinnahme.

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Allergische Reaktionen sind selten. Gelegentlich werden Unverträglichkeiten im Magen-Darm-Bereich (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Durchfall) oder Metallgeschmack beobachtet. Wenn diese Begleiterscheinungen auch harmloser Natur sein können, ist bei ihrem Auftreten trotzdem an eine beginnende Laktatazidose zu denken (siehe unten). Bei kombinierter Behandlung mit Sulfonylharnstoff-Präparaten, Insulin oder im Zusammenwirken mit Alkohol kann es zu einer Hypoglykämie kommen.

Laktatazidose (Laktazidose)
Das klinische Bild der schweren Laktatazidose ist unspezifisch wie bei jeder schweren Azidose. Typische Zeichen im Prodromalstadium sind: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen, Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Adynamie, Verwirrtheit, Desorientierung, Unruhe, Untertemperatur und Unmöglichkeit, sich zu erheben.
In der ersten Phase ist der Blutdruck nicht erniedrigt, es bestehen aber häufig bereits Tachykardie und Tachypnoe (tiefe Kussmaulsche Atmung mit meist fehlendem Azetongeruch). Der Patient ist häufig bewusstseinsgetrübt, jedoch selten komatös.
In einer späteren Phase ist der Patient hypoton, selten normoton. Meist besteht Oligoanurie. Häufig fehlen Reflexe; manchmal sind die Pupillen - auch bei noch ansprechbaren Patienten - lichtstarr und entrundet.


Wechselwirkungen (Interaktionen)

Eine Abschwächung der blutzuckersenkenden Wirkung oraler Antidiabetika aus der Gruppe der Biguanide ist grundsätzlich möglich bei gleichzeitiger Gabe von: Chlorpromazin, Kortikosteroiden, Schilddrüsenhormonen, Östrogenen, Gestagenen, Nikotinaten, Saluretika, Sympathomimetika, Kalzium-Antagonisten, Furosemid, Isoniazid.
Eine Verstärkung der blutzuckersenkenden Wirkung ist möglich bei gleichzeitiger Gabe von: Fenfluramin, MAO-Hemmern, Sulfonylharnstoffen, Salizylaten.
Eine Erhöhung des Laktatazidose-Risikos ist durch eine Verringerung der Nieren-Clearance möglich bei gleichzeitiger Gabe von nicht-steroidalen Antirheumatika, Acetylsalicylsäure, i.v. Röntgenkonstrastmitteln sowie Alkohol.