Wirkstoffklasse
- β-Adrenozeptorenblocker
(Betablocker) und Alphablocker
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- Querto®
- Dilatrend®
- Carvedilol HEXAL®
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Wirkung
Carvedilol ist ein nicht selektiver
kompetitiver beta-Adrenozeptorenblocker ohne partialagonistische
Aktivität, der gleichzeitig antagonistisch an
alpha1-Adrenozeptoren wirkt. Carvedilol wird bei essentieller
Hypertonie, chronisch stabiler Angina pectoris und in
Kombinationstherapien (ergänzend zur Basistherapie) bei
chronisch
stabiler Herzinsuffizienz eingesetzt.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der Betablocker finden sich hier.
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der selektiven Alpha-1-Rezeptorantagonisten finden sich
hier.
Carvedilol
ist
eine nicht-selektive kompetitiv beta-blockierende Substanz mit
vasodilatierenden Eigenschaften. Die Vasodilatation erfolgt
primär
auf Grund einer selektiven alpha1-Rezeptor-Blockade. Carvedilol besitzt
keine partial-agonistische sympathomimetische Aktivität und
wirkt
Membran-stabilisierend. Affinität zum alpha2-Rezeptor ist
nicht
vorhanden.
Carvedilol besitzt antioxidative Eigenschaften und kann die Wirkung
freier Sauerstoffradikale hemmen. Die antioxidativen Eigenschaften von
Carvedilol und seiner Metabolite wurden mittels in vitro- und in
vivo-Experimenten im Tiermodell und in vitro an verschiedenen
menschlichen Zelltypen demonstriert.
Auf Grund der vasodilatierenden Eigenschaft reduziert Carvedilol den
peripheren Gefäßwiderstand, auf Grund der
beta-Blockade wird
die Plasma-Renin-Aktivität vermindert.
Carvedilol weist keine negativen Auswirkungen auf Serum-Lipid- oder
-Elektrolyt-Spiegel auf. Das Verhältnis von HDL und LDL bleibt
normal.
Hypertonie:
Bei hypertonen Patienten wird die Blutdruck-Senkung nicht von einer
Erhöhung des totalen peripheren Widerstandes begleitet, der
periphere Blutfluss bleibt erhalten. Die Herzfrequenz wird geringgradig
gesenkt, das Herzschlagvolumen bleibt unverändert, der renale
Blutfluss und die Nierenfunktion bleiben ebenfalls normalerweise
unverändert. Carvedilol bewirkt bei Hypertonikern eine
Erhöhung der Plasma-Norepinephrin-Konzentration.
Koronare Herzkrankheit:
Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit wirkt Carvedilol
antiischämisch und antianginös. Studien zur
hämodynamischen Akutwirkung zeigten eine Verringerung der
ventrikulären Vor- und Nachlast.
Herzinsuffizienz:
Bei Patienten mit linksventrikulärer Dysfunktion oder
Stauungsherzinsuffizienz bewirkt Carvedilol günstige Effekte
auf
hämodynamische Parameter sowie eine Verbesserung der
linksventrikulären Ejektionsfraktion und eine Verringerung der
Herzgröße. Des Weiteren bewirkt Carvedilol bei
Patienten mit
gering und mäßig ausgeprägter
Herzinsuffizienz
(entsprechend NYHA II und III), die aus ischämischer oder
dilatativer Kardiomyopathie resultiert, eine Verbesserung der
Herzinsuffizienz-Symptomatik sowie eine Reduktion der Notwendigkeit von
Hospitalisierungen und tendenziell eine Zunahme der
Überlebenszeit. Nutzen und Risiko bei Patienten mit schwerer
Herzinsuffzienz (NYHA IV) sind derzeit noch unzureichend untersucht, so
dass Carvedilol derzeit bei diesem Kollektiv nicht angewendet werden
soll.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit
gegenüber Carvedilol
- kardiogener Schock
- dekompensierte Herzinsuffizienz, Herzinsuffizienz NYHA Klasse IV (mit
Indikation für eine i.v. inotrope Behandlung)
- akute Lungenembolie
- chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) mit Bronchialobstruktion
- Prinzmetal Angina
- schwere Hypotonie (systolischer Blutdruck <85 mmHg)
- schwere Bradykardie (Frequenz <50/min)
- AV-Block II. oder III. Grades
- Sinusknoten-Syndrom (einschließlich SA-Block)
- Asthma bronchiale
- unbehandeltes Phäochromozytom
- klinisch signifikante Leberfunktionsstörungen
- metabolische Azidose
- schwere periphere arterielle Kreislauf-Störungen
- Stillzeit
Relative Gegenanzeigen
- labile oder sekundäre
Hypertonie
- Blutdruck systolisch <100 mm Hg
- Orthostase
- akute entzündliche Herzerkrankungen
- hämodynamisch relevante Obstruktion der Herzklappen oder des
Ausflusstraktes
- anamnestisch bekannte Neigung zu schweren
Überempfindlichkeitsreaktionen
- Psoriasis
- Endstadium einer peripheren Arterienerkrankung,
Raynaud-Phänomen
(unzureichende Erfahrung, Risiko einer Verschlechterung der Symptomatik)
- Diabetes mellitus
- Hyperthyreose
- AV-Block I. Grades
- Schwangerschaft (strenge Nutzen/Risiko-Abwägung)
- Alter <18 Jahre
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte
Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- bei vorbestehender
Hyperthyreose: Maskierung der Symptomatik
-
Maskierung der Symptome einer Hypoglykämie, Verschlechterung
oder
Auftreten eines Diabetes mellitus, Beeinträchtigung der
Kontrolle der
Blut-Glucose
Sehr
häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
alle Indikationen:
- v.a. zu Behandlungsbeginn: Schwindel, Kopfschmerzen,
Müdigkeit, Asthenie
Anwendung bei Hypertonie/Angina pectoris:
- v.a. zu Behandlungsbeginn: Bradykardie, orthostatische Hypertonie
- verminderter Tränenfluss
- Gliederschmerzen
Anwendung bei Herzinsuffizienz:
- peripheres Ödem, Hypervolämie,
Flüssigkeitsretention,
Ödeme, Fuß-Ödeme, Genitalödeme,
Bradykardie,
orthostatische Hypotonie
- Sehstörungen
- Übelkeit, Diarrhoe, Erbrechen
- bei gleichzeitig bestehendem Diabetes mellitus: Hyperglykämie
Häufige
unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
alle Indikationen:
- bei vorbestehender asthmatischer Prädisposition:
asthmatische Dyspnoe
Anwendung bei Hypertonie/Angina pectoris:
- Hypercholesterolämie
- Übelkeit, Bauchschmerzen, Diarrhoe
- Augenreizungen
- Gliederschmerzen
Anwendung bei Herzinsuffizienz:
- leichte Thrombozytopenie
- Gewichtszunahme, Hypercholesterolämie
Gelegentliche
unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
Anwendung bei
Hypertonie/Angina pectoris:
- Schlafstörungen, Alpträume, Depressionen,
Halluzinationen, Verwirrtheit
- Parästhesien
- Sehstörungen
- Obstipation, Erbrechen
- Impotenz
-
Angina pectoris, AV-Block, Synkopen (v.a. zu Behandlungsbeginn),
peripheres Kreislauf-Versagen, peripheres Ödem, Symptome einer
Herzinsuffizienz, bei vorbestehender Claudicatio intermittens bzw.
Morbus Raynaud: Verschlechterung der Symptomatik
- Hautreaktionen
wie allergisches Exanthem, Urtikaria, Pruritus, Lichen
planus-ähnliche
Reaktionen, psoriatische Hautläsionen bzw. bei vorbestehender
Psoriasis: Verschlechterung der Hautreaktionen
Anwendung bei Herzinsuffizienz:
- Obstipation
- Verminderung der Herzkontraktilität bei Dosiseinstellung,
Synkope, kompletter AV-Block, Verschlechterung der Grunderkrankung
Seltene
unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
Anwendung bei
Hypertonie/Angina pectoris:
- leichte Thrombozytopenie, Leukozytopenie
- verstopfte Nase
- Mundtrockenheit
- Verschlechterung der Nierenfunktion, Miktionsstörungen
- Erhöhung der Serum-Transaminasen
Anwendung bei Herzinsuffizienz:
-
Hautreaktionen wie allergisches Exanthem, Urtikaria, Pruritus, Lichen
planus-ähnliche Reaktionen, psoriatische Hautläsionen
bzw. bei
vorbestehender Psoriasis: Verschlechterung der Hautreaktionen
- v.a.
bei gleichzeitig bestehende Atherosklerose und/oder
eingeschränkte
Nierenfunktion: akute Niereninsuffizienz,
Nierenfunktionsstörungen bzw.
deren Verschlechterung
Sehr seltene
unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
Anwendung bei Hypertonie/Angina pectoris:
- Mundtrockenheit
- Miktionsstörungen
- Impotenz
- Erhöhung der gamma-GT
- Psychosen
- allergische Reaktionen
Anwendung bei Herzinsuffizienz:
- Leukozytopenie