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Cefamandol


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Cefamandol

Formel Cefamandol

Wirkstoffklasse

  • β-Lactam-Antibiotikum
  • Cephalosporin

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Acemycin® (GB)
  • Cefam® (I)
  • Mandokef® (A)
in Deutschland keine Fertigarzneimittel im Handel

Wirkung

Cefamandol zählt zu den Cephalosporin-Antibiotika der 2. Generation (Übergangs-Cephalosporine) und hemmt die bakterielle Zellwandsynthese durch Bindung an Penicillin-bindende Proteine (Transpeptidasen). Die Substanzen dieser Generation wirken bakterizid auf aerobe grampositive und wenige aerobe gramnegative Bakterien und Anaerobier. Im Vergleich zur 1. Generation ist die Wirkung im gramnegativen Bereich verbessert und die β-Lactamase-Stabilität erhöht.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Cephalosporine finden sich hier.

Cefamandol ist ein bakterizid wirkendes Cephalosporin-Antibiotikum der zweiten Generation zur parenteralen Anwendung. Cefamandol ist weitgehend betalactamasestabil; es steht zwischen den Cephalosporin-Antibiotika mit hoher und denen mit niedriger Betalactamase-Stabilität (so genannte Übergangscephalosporine).
Durch Cephalosporinase, welche von verschiedenen Keimarten (Aerobacter, Hafnia, Proteus sp., Hellereae, Staphylokokken, Enterokokken, E. coli, Shigellen u.a.) produziert und - ebenso wie die Penicillase - durch Cephalosporine, Benzylpenicillin und halbsynthetische Penicilline induziert werden kann, wird Cefamandol inaktiviert.
Es besteht eine nicht vollständige Parallelresistenz zwischen Cefoxitin, Cefuroxim und Cefamandol.
Cefamandol besitzt als Derivat der 7-Aminocephalosporansäure eine unter den Antibiotika einzigartige Struktur. Die Mandolamidogruppe bewirkt eine weitgehende Resistenz gegenüber den Beta-Lactamasen und damit ein erweitertes antimikrobielles Wirkungsspektrum. Die Tetrazolgruppe verstärkt das erweiterte Spektrum bei den gramnegativen Erregern und verringert das Ausmaß der Metabolisierung. Gleichzeitig wurden aber Blutgerinnungsstörungen bei schwerkranken Patienten unter der Behandlung mit Cephalosporinen, die wie Cefamandol eine N-Methylthiotetrazol-Seitenkette tragen, beobachtet. Die Blutgerinnungsstörungen beruhen vorwiegend auf einer Störung des Vitamin K-Stoffwechsels und sind daher durch prophylaktische Gabe von Vitamin K zu verhindern.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
Erwiesene Überempfindlichkeit gegen Cefamandol und andere Cephalosporine.

Relative Gegenanzeigen
- Eine gelegentlich auftretende Parallelallergie mit anderen Betalactam-Antibiotika (Penicilline u.a.) ist zu beachten.
- Bei Patienten mit Neigung zu Allergien ist eher mit allergischen Reaktionen zu rechnen.
- Schwangerschaft;
- Stillzeit;
- Patienten, bei denen eine Vitamin-K-Gabe nicht möglich ist, vor allem, wenn eine Blutungsneigung besteht.


Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (1-10%)
- allergische Hautreaktionen (z.B. makulopapulöses Exanthem, Urtikaria);
- Arzneimittelfieber;
- Juckreiz;
- Ödeme (z.B. Quincke-Ödem, Gelenk-Schwellungen);
- vorübergehender Anstieg des Blut-Harnstoff-Stickstoff, v.a. bei gleichzeitigem Alter > 50 Jahre (in einigen Fällen gleichzeitiger Anstieg des Serum-Kreatinins).

Seltene unerwünschte Wirkungen (< 1%)

Gastrointestinale Störungen in Form von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfällen.

Unerwünschte Wirkungen, Einzelfälle

- passagere Hepatitis;
- cholestatischer Ikterus.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit

- Neutropenie;
- v.a. bei längerer Behandlung: Eosinophilie, Leukopenie, Thrombozytopenie;
- Anaphylaxie;
- Erhöhung von SGOT, SGPT, LDH, alkalischer Phosphatase;
- Reduktion der Kreatinin-Clearance, v.a. bei vorbestehender Nierenfunktionsstörung;
- entzündliche Reizungen der Venenwand (i.v.);
- Schmerzen und Indurationen an der Injektionsstelle (i.m.);
- bei rascher i.v. Injektion: Unverträglichkeitsreaktionen wie Hitzegefühl, Brechreiz.