Cefmenoxim zählt zu den
Cephalosporin-Antibiotika der 3. Generation
(Breitspektrum-Cephalosporine) und hemmt die bakterielle
Zellwandsynthese durch Bindung an Penicillin-bindende Proteine
(Transpeptidasen). Die Substanzen dieser Generation wirken bakterizid
auf aerobe gramnegative Bakterien, sind aber im Gegensatz zu den
früheren Generationen schwächer wirksam gegen grampositive
Bakterien. Die β-Lactamase-Stabilität ist im Vergleich zur 1.
Generation erhöht. Cefmenoxim ist zusätzlich gegen Anaerobier
wirksam.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der Cephalosporine finden sich hier.
Cefmenoxim ist ein bakterizid wirkendes Cephalosporin-Antibiotikum der 3. Generation zur parenteralen Anwendung. Zusammen mit Cefotaxim, Ceftizoxim, Ceftazidim und Ceftriaxon
wird es der Cefotaxim-Gruppe zugeordnet, die sich gegenüber
anderen Cephalosporinen durch wesentliche stärkere antibakterielle
Aktivität und ein breiteres Wirkungsspektrum auszeichnet (sog.
Breitspektrumcephalosporine). Die Vertreter der Cefotaxim-Gruppe weisen
eine ausgeprägte bis vollständige
Betalactamse-Stabilität auf.
Unter der Behandlung mit Cephalosporinen, die wie Cefmenoxim eine
N-Methylthiotetrazol-Seitenkette tragen, wurden bei schwerkranken
Patienten Blutgerinnungsstörungen beobachtet, die vorwiegend auf
einer Störung des Vitamin K-Stoffwechsels beruhen und daher durch
prophylaktische Gabe von Vitamin K zu verhindern sind.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- erwiesenen Überempfindlichkeit gegen Cefmenoxim und andere
Cephalosporine; - Außerdem darf Cefmenoxim nicht angewendet
werden bei Patienten, bei denen eine Vitamin-K-Gabe nicht möglich
ist, vor allem, wenn eine Blutungsneigung besteht.
Relative Gegenanzeigen
- Eine gelegentlich auftretende Parallelallergie mit anderen Betalactam-Antibiotika (Penicilline u.a.) ist zu beachten.
- Bei Patienten mit Neigung zu Allergien ist eher mit allergischen Reaktionen zu rechnen.
- Schwangerschaft
- Stillzeit
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Seltene unerwünschte Wirkungen (< 1%)
Unter der Behandlung mit Cefmenoxim können äußerst
selten Blutungen und plasmatische Blutgerinnungsstörungen
auftreten. Gefährdet sind Patienten mit Risikofaktoren, die zu
einem Vitamin-K-Mangel führen oder andere
Blutgerinnungsmechanismen beeinflussen (z.B. parenterale
Ernährung, Mangelernährung, gestörte Leber- und
Nierenfunktion, Thrombozytopenie). Das gleiche gilt für
Begleiterkrankungen, die Blutungen auslösen oder verstärken
können (z.B. Bluterkrankheit, Magen- und Darmgeschwüre).
Daher sollte in diesen Fällen der Quickwert kontrolliert und bei
seiner Verminderung Vitamin K (10 mg pro Woche) substituiert werden.
Unerwünschte Wirkungen, Einzelfälle
In Einzelfällen kann es zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen.
In Einzelfällen kann sich unter Cefmenoxim-Therapie eine pseudomembranöse Enterokolitis entwickeln.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit Es können allergische Reaktionen in Form
von Hautausschlag und Juckreiz, Schwellungen (Quincke-Ödem,
Gelenkschwellungen), Nesselsucht und Arzneimittelfieber auftreten.
Nach intramuskulärer Injektion treten Schmerzen und Indurationen
an der Injektionsstelle auf. Nach intravenöser Gabe werden
ebenfalls Schmerzen an der Injektionsstelle und Thrombophlebitis
beobachtet.
Es werde gastrointestinale Störungen in Form von Appetitlosigkeit,
Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Diarrhoe auf, die meist
leichter Natur sind und häufig während, sonst nach Absetzen
der Therapie rasch abklingen, beobachtet.
Es wird über eine leichte, vorübergehende Erhöhung der
SGOT, SGPT, LDH und der alkalischen Phosphatase sowie des
Blutharnstoffstickstoffs und Serumkreatinin berichtet.
Auswirkungen auf das Blutbild sind toxischer und allergischer Art und
können sich zeigen in Form einer Thrombozytopenie, Leukopenie,
hämolytische Anämie, Agranulozytose und Eosinophilie.
Langfristige oder wiederholte Anwendung von Cefmenoxim kann zu einer
Superinfektion oder Kolonisation mit resistenten Bakterien und
Sproßpilzen führen.
Eine Bindehautreizung nach der subkonjunktivalen Injektion ist möglich.