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Cefoperazon
Wirkstoffklasse
β-Lactam-Antibiotikum
Cephalosporin
Fertigpräparate
Peracef ad us. vet.® (D)
Cefobid® (A/ET/PL/RUS/USA/TR/T)
Sulperazon® (CZ/PL/T)
Wirkung
Cefoperazon zählt zu den
Cephalosporin-Antibiotika der 3. Generation
(Breitspektrum-Cephalosporine) und hemmt die bakterielle
Zellwandsynthese durch Bindung an Penicillin-bindende Proteine
(Transpeptidasen). Die Substanzen dieser Generation wirken bakterizid
auf aerobe gramnegative Bakterien, sind aber im Gegensatz zu den
früheren Generationen schwächer wirksam gegen grampositive
Bakterien. Die β-Lactamase-Stabilität ist im Vergleich zur 1.
Generation erhöht. Cefoperazon ist zusätzlich gegen
Anaerobier wirksam.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der Cephalosporine finden sich hier.
Cefoperazon
ist ein bakterizid wirkendes Cephalosporin-Antibiotikum zur
parenteralen Anwendung. Es gehört zu der Gruppe der
betalactamasestabilen Cephalopsorinen (3. Generation) und zeichnet sich
im Vergleich zu den älteren Cephalosporinen durch ein breiteres
antibakterielles Wirkungsspektrum aus, das sowohl aerobe als auch
anaerobe grampositive und gramnegative Erreger umfaßt.
Hervorzuheben ist die gute antibakterielle Wirksamkeit gegenüber
gramnegativen Kokken, Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa,
Klebsiella-Stämmen, Proteus mirabilis und gramnegativen Bakterien.
Cefoperazon reagiert empfindlicher auf Inaktivierung durch
Betalactamasen als die anderen Vertreter der
Breitspektrumcephalosporine, wie Cefoxitin, Cefotaxim, Ceftizoxim und Cefuroxim.
Unter der Behandlung mit Cephalosporinen, die wie Cefoperazon eine
N-Methylthiotetrazol-Seitenkette tragen, wurden bei schwerkranken
Patienten Blutgerinnungsstörungen beobachtet, die vorwiegend auf
einer Störung des Vitamin K-Stoffwechsels beruhen und daher durch
prophylaktische Gabe von Vitamin K zu verhindern sind.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- erwiesenen Überempfindlichkeit gegen Cefoperazon und andere Cephalosporine;
- Außerdem darf Cefoperazon nicht angewendet werden bei
Patienten, bei denen eine Vitamin-K-Gabe nicht möglich ist, vor
allem, wenn eine Blutungsneigung besteht.
Relative Gegenanzeigen
- Eine gelegentlich auftretende Parallelallergie mit anderen Betalactam-Antibiotika (Penicilline u.a.) ist zu beachten.
- Bei Patienten mit Neigung zu Allergien ist eher mit allergischen Reaktionen zu rechnen.
- Schwangerschaft;
- Stillzeit;
- hochgradige Leberinsuffizienz;
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Seltene unerwünschte Wirkungen (< 1%)
Unter der Behandlung mit Cefoperazon können äußerst
selten Blutungen und plasmatische Blutgerinnungsstörungen
auftreten. Gefährdet sind Patienten mit Risikofaktoren, die zu
einem Vitamin-K-Mangel führen oder andere
Blutgerinnungsmechanismen beeinflussen (z.B. parenterale
Ernährung, Mangelernährung, gestörte Leber- und
Nierenfunktion, Thrombozytopenie). Das gleiche gilt für
Begleiterkrankungen, die Blutungen auslösen oder verstärken
können (z.B. Bluterkrankheit, Magen- und Darmgeschwüre).
Daher sollte in diesen Fällen der Quickwert kontrolliert und bei
seiner Verminderung Vitamin K (10 mg pro Woche) substituiert werden.
Unerwünschte Wirkungen, Einzelfälle
In Einzelfällen kann es zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen.
In Einzelfällen kann sich unter Cefoperazon-Therapie eine pseudomembranöse Enterokolitis entwickeln.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
Es können allergische Reaktionen in Form von Hautausschlag und
Juckreiz, Schwellungen (Quincke-Ödem, Gelenkschwellungen),
Nesselsucht und Arzneimittelfieber auftreten.
Nach intramuskulärer Injektion treten Schmerzen und Indurationen
an der Injektionsstelle auf. Nach intravenöser Gabe werden
ebenfalls Schmerzen an der Injektionsstelle und Thrombophlebitis
beobachtet.
Es werde gastrointestinale Störungen in Form von Appetitlosigkeit,
Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Diarrhoe auf, die meist
leichter Natur sind und häufig während, sonst nach Absetzen
der Therapie rasch abklingen, beobachtet.
Es wird über eine leichte, vorübergehende Erhöhung der
SGOT, SGPT, LDH und der alkalischen Phosphatase sowie des
Blutharnstoffstickstoffs und Serumkreatinin berichtet.
Auswirkungen auf das Blutbild sind toxischer und allergischer Art und
können sich zeigen in Form einer Thrombozytopenie, Leukopenie,
hämolytische Anämie, Agranulozytose und Eosinophilie
Langfristige oder wiederholte Anwendung von Cefoperazon kann zu einer
Superinfektion oder Kolonisation mit resistenten Bakterien und
Sproßpilzen führen.
Eine Bindehautreizung nach der subkonjunktivalen Injektion ist möglich.