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Ceftriaxon



 

Ceftriaxon

Formel Ceftriaxon

Wirkstoffklasse

  • β-Lactam-Antibiotikum
  • Cephalosporin

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Rocephin® 
  • Ceftriaxon HEXAL®
  • Ceftriaxon-ratiopharm®

Wirkung

Ceftriaxon zählt zu den Cephalosporin-Antibiotika der 3. Generation (Breitspektrum-Cephalosporine) und hemmt die bakterielle Zellwandsynthese durch Bindung an Penicillin-bindende Proteine (Transpeptidasen). Die Substanzen dieser Generation wirken bakterizid auf aerobe gramnegative Bakterien, sind aber im Gegensatz zu den früheren Generationen schwächer wirksam gegen grampositive Bakterien. Die β-Lactamase-Stabilität ist im Vergleich zur 1. Generation erhöht.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Cephalosporine finden sich hier.

Ceftriaxon ist ein bakterizid wirkendes Cephalosporin-Antibiotikum der dritten Generation zur parenteralen Anwendung. Zusammen mit Cefotaxim, Ceftizoxim, Ceftazidim und Cefmenoxim wird es der Cefotaxim-Gruppe zugeordnet, die sich gegenüber anderen Cephalosporinen durch wesentlich stärkere antibakterielle Aktivität und ein breiteres Wirkungsspektrum auszeichnet (sog. Breitspektrumcephalosporine). Die Vertreter der Cefotaxim-Gruppe weisen eine ausgeprägte bis vollständige Betalactamase-Stabilität auf. Aufgrund der langen Eliminationshalbwertszeit von 8 Stunden ist es für die einmal tägliche i.v. oder i.m. Applikation geeignet.
Wichtigste Anwendungsgebiete sind Meningitiden, verursacht durch gramnegative Erreger, sowie gegen andere Antibiotika multiresistente Infektionen.
In einer komparativen Studie zur Therapie der Lyme-Borreliose (ohne Befall der Meningen) erwies sich Ceftriaxon (2 g/d über 14 Tage) als vergleichbar wirksam wie Doxycyclin (200 mg/d über 21 Tage). Vorteil des Cephalosporins sind bessere Heilungschancen bei schweren Verlaufsformen mit Meningitis, da hier der Therapie mit Doxycyclin dessen geringe Liquorgängigkeit entgegensteht.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Ceftriaxon und andere Cephalosporine
- Frühere Soforttyp- und/oder schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen gegen ein Penicillin oder ein anderes Beta-Lactam-Arzneimittel
- Frühgeborene
- Neugeborene mit Hyperbilirubinämie
- Neugeborene, die eine Calciumbehandlung erhalten

Relative Gegenanzeigen

- Schwangerschaft, v.a. erstes Trimenon
- Stillzeit
- allgemeine allergische Reaktionsbereitschaft
- Die gleichzeitige Gabe Calcium-haltiger Lösungen sollte, auch bei Verwendung getrennter Infusionslinien, bei Patienten aller Altersgruppen vermieden werden.

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- rasche (<1 min) Injektion in einen zentralvenösen Katheter: Risiko schwerer Herzrhythmusstörungen
- rasche i.v. Injektion: Unverträglichkeitsreaktionen in Form von Hitzegefühl oder Brechreiz
- nach höherer Dosierung: Präzipitationen in der Gallenblase (Ceftriaxon-Calcium-Salz), ggf. mit klinischer Symptomatik (Schmerzen)

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)

- allergische Hautreaktionen (z.B. Dermatitis, Urtikaria, Exantheme)
- Juckreiz
- Haut- und Gelenkschwellungen
- Arzneimittelfieber
- Schüttelfrost
- Anstieg von Leberenzymen im Serum (SGOT, SGPT, alkalische Phosphatase)
- i.v. Anwendung: entzündliche Reizungen der Venenwand bis zur Thrombophlebitis, Schmerzen an der Injektionsstelle
Bei schneller intravenöser Injektion können Unverträglichkeitsreaktionen in Form von Hitzegefühl und Nausea auftreten.
- i.m. Anwendung: Schmerzen und Gewebsverhärtung an der Injektionsstelle
- Behandlung von Spirochätosen (wie der Lyme-Borreliose): Herxheimer-artige Reaktionen in Form von Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Gelenkschmerzen (bakterizide Wirkung auf Borrelia burgdorferi)
- nach längerer Behandlung der Lyme-Borreliose: Hautreaktionen, Pruritus, Fieber, Leukopenie, Anstieg der Leberenzyme, Atembeschwerden, Gelenkschmerzen (teilweise als Symptome der Erkrankung selbst bekannt)

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)

- Stomatitis
- Glossitis
- (meist leichte) gastrointestinale Störungen in Form von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, weichem Stuhl oder Durchfällen (häufig während, sonst nach Absetzen der Therapie reversibel)
- Erhöhung des Serum-Kreatinins
- Oligurie
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Mykosen des Genitaltraktes

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)

- Erythema multiforme
- Stevens-Johnson-Syndrom
- Lyell-Syndrom/toxische Epidermolyse
- Anaphylaxie, anaphylaktoide Reaktionen (anaphylaktischer Schock bis etwa eine halbe Stunde nach Applikation möglich)
- meist bei Vorliegen von Risikofaktoren: Pankreatitis, möglicherweise verursacht durch Obstruktion von Gallengängen (zusätzlich Kausalzusammenhang mit Präzipitationsbildung durch Ceftriaxon möglich)
- Neutropenie
- Leukozytopenie
- Granulozytopenie
- Eosinophilie
- meist bei Kindern >3 Jahre, Behandlung mit Tagesdosen >= 80 mg/kg KG/d oder kumulativen Gesamtdosen >10g Ceftriaxon, bei Vorliegen mehrerer Risikofaktoren (z.B. Einschränkungen der Flüssigkeitszufuhr): Ausfällungen von Ceftriaxon in der Niere, ggf. mit Beschwerden und/oder Beeinträchtigungen der Nierenfunktion
- geringgradige Verlängerung der Prothrombinzeit (ohne erhöhte Blutungsneigung)
- Seltene schwerwiegende Nebenwirkungen wurden bei Früh- und Neugeborenen berichtet. Diese führten in einigen Fällen zum Tod. Diese Neugeborenen waren mit intravenösem Ceftriaxon und Calcium behandelt worden. Einige von ihnen hatten Ceftriaxon und Calcium zu verschiedenen Zeiten und auf verschiedenen intravenösen Wegen erhalten. Ausfällungen von Ceftriaxon-Calciumsalz wurden bei den toten Frühgeborenen in Lungen und Nieren beobachtet. Das hohe Ausfällungsrisiko ist durch das geringe Blutvolumen der Neugeborenen bedingt. Darüber hinaus ist die Halbwertszeit länger als bei Erwachsenen.

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)

- Thrombozytopenie
- Agranulozytose (nach 10-tägiger Behandlung und nach kumulativer Gesamtdosis von >= 20g Ceftriaxon)
- hämolytische Anämie