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Celecoxib

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Celecoxib

Formel Celecoxib

Wirkstoffklasse

  • COX-2-Hemmer

Fertigpräparate 

  • Celebrex® 
  • Onsenal® 

Wirkung

Celecoxib ist ein hochselektiver Cyclooxygenase (COX)-2-Inhibitor und wird zur Behandlung von Symptomen bei Reizzuständen degenerativer Gelenkerkrankungen (aktivierte Arthrosen), chronischer Polyarthritis (rheumatoide Arthritis), Spondylitis ankylosans und zur Reduzierung der Anzahl von adenomatösen Darmpolypen bei Familiärer Adenomatöser Polyposis (FAP, Orphan Drug Status) eingesetzt.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Coxibe finden sich hier.

Celecoxib ist ein bei peroraler Anwendung wirksamer und innerhalb des therapeutischen Dosisbereichs (200-800 mg/d) selektiver Cyclooxygenase-2-Inhibitor. Der Quotient der jeweiligen IC50-Werte in vitro beträgt etwa 350 (COX-1- bzw. COX-2-Inhibition: 15 bzw. 0,04 μM), diese hohe Selektivität lässt sich allerdings in Proben aus Humanblut nicht bestätigen, die Ursache für die Diskrepanz ist nicht geklärt.
Die ED50-Werte beim Menschen (Wirkung bei 50 % der getesteten Individuen) betragen > 20 mg/kg KG (COX-1-Hemmung) bzw. etwa 0,2 mg (COX-2-Hemmung).
In dem niedrigen Dosierungsbereich wurde bei gesunden Freiwilligen keine statistisch signifikante COX-1-Hemmung beobachtet (gemessen als ex vivo-Hemmung der Thromboxan B2(TxB2)-Bildung).
Eine dosisabhängige Wirkung auf die TxB2-Bildung wurde nach hohen Dosen von Celecoxib beobachtet. Jedoch hatte Celecoxib bei gesunden Versuchspersonen im Rahmen von kleinen Dosisfindungsstudien mit 2-mal täglich 600 mg Celecoxib (3-fache Dosis im Vergleich mit der empfohlenen Tageshöchstdosis) verglichen mit Placebo keine Wirkung auf die Thrombozytenaggregation und Blutungszeit.
Es wurden mehrere klinische Studien durchgeführt, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Celecoxib bei Arthrose und rheumatoider Arthritis zu belegen.
Wie experimentelle Untersuchungen zeigen, scheint der Wirkungsmechanismus, mit dem Celecoxib zum Absterben von Tumorzellen führt, mit einer Induktion der Apoptose und einer Hemmung der Angiogenese im Zusammenhang stehen. Die Hemmung der COX-2 kann Auswirkungen auf die Lebensfähigkeit der Tumorzellen haben, die nicht in Verbindung mit der Hemmung von Entzündungsreaktionen stehen.
Eine Behandlung mit Celecoxib führte in klinischen Studien zu einer Reduktion der Anzahl und Größe adenomatöser kolorektaler Polypen bei Patienten mit Familiärer Adenomatöser Polyposis (FAP).
Die Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP) beruht auf einer autosomal-dominanten Veränderung eines Tumor-Suppressorgens. Polypen, deren Zellen die Mutation aufweisen, lassen eine erhöhte COX-2 Expression erkennen.
Bei Nichtbehandlung nimmt die Zahl und Größe der Polypen im Kolon zu und führt mit nahezu 100 %iger Wahrscheinlichkeit zur Ausbildung eines kolorektalen Tumors.


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Celecoxib
- bekannte Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide (erhöhtes Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Celecoxib)
- aktive peptische Ulzera
- aktive gastrointestinale Blutungen
- anamnestisch bekanntes Asthma, akute Rhinitis, Nasenschleimhaut-Polypen, angioneurotische Ödeme, Urtikaria oder sonstige allergische Erkrankungen nach Einnahme von Acetylsalicylsäure oder nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) einschließlich Cyclooxygenase-2 (COX-2)-Inhibitoren (erhöhtes Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Celecoxib)
- Schwangerschaft
- Frauen im gebärfähigen Alter (Ausnahme: Anwendung einer sicheren Kontrazeption)
- Stillzeit
- schwere Leberfunktionsstörungen (Serum-Albumin < 25 g/l oder Child-Pugh > 10, unzureichende Erfahrungen)
- geschätzte Kreatinin-Clearance < 30 ml/min
- entzündliche Darmerkrankungen
- Herzinsuffizienz (NYHA II-IV)
- klinisch gesicherte koronare Herzkrankheit
- klinisch gesicherte periphere arterielle Verschlusskrankheit
- klinisch gesicherte zerebrovaskuläre Erkrankungen


Relative Gegenanzeigen

- bekannter oder vermuteter CYP2C9-Metabolismus (nach Genotyp oder Anamnese/Erfahrung)
- höheres Lebensalter, v. a. bei einem KG < 50 kg (besonders vorsichtige Anwendung, erhöhtes Risiko für gastrointestinale Komplikationen) sowie v. a. bei gleichzeitiger leichter bis mäßiger kardialer Dysfunktion
- klinisch manifeste, mäßige Leberfunktionsstörungen (Serum-Albumin 25-35 g/l, Erfahrungen auf Leberzirrhose beschränkt)
- leichte bis mäßige Nierenfunktionsstörungen (begrenzte Erfahrungen)
- vorbestehendes besonders hohes Risiko für gastrointestinale Erkrankungen wie z. B. anamnestisch bekannte gastrointestinale Erkrankungen wie Ulzera oder gastrointestinale Blutungen
- vorbestehende erhebliche Risikofaktoren für das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse (z. B. Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen, Behandlung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung)
- vorbestehendes Risiko einer Hypovolämie (vorsichtige Anwendung)
- vorbestehendes erhöhtes Risiko bzgl. Flüssigkeitsretention (wie z. B. Herzinsuffizienz, linksventrikuläre Dysfunktion, Hypertonie oder anamnestisch bekannte Ödeme jeglicher Ursache)


Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.


Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
Nach Markteinführung:
- Panzytopenie
- schwerwiegende allergische Reaktionen, anaphylaktischer Schock, Anaphylaxie
- Halluzinationen
- Kopfschmerzen, Verschlechterung einer Epilepsie, aseptische Meningitis, Geschmacksverlust, Verlust des Geruchssinnes, intrakranielle Blutung mit letalem Ausgang
- Konjunktivitis, Einblutungen in die Bindehaut, Verschluss der Retinaarterie oder -vene
- verminderte Hörleistung
- Arrhythmie
- Flush, Vaskulitis
- Bronchospasmus
- Übelkeit, akute Pankreatitis, gastrointestinale Blutungen, Auftreten bzw. Verschlechterung einer Colitis
- Leberversagen (in einigen Fällen mit tödlichem Ausgang oder mit einer Lebertransplantation als Folge), fulminante Hepatitis (in einigen Fällen mit tödlichem Ausgang), Lebernekrose, Hepatitis, Ikterus, Leberinsuffizienz
- Ekchymose, bullöse Eruptionen, exfoliative Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Angioödem
- Arthralgie, Myositis
- akute Niereninsuffizienz, interstitielle Nephritis, Hyponatriämie
- Menstruationsstörungen

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)

Nebenwirkungen bei der Behandlung bei Familiärer Adenomatöser Polyposis (FAP):
- Hypertonie (geringere Häufigkeit bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen)
- Diarrhoe (geringere Häufigkeit bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen)

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)

Behandlung rheumatischer Erkrankungen:
- Sinusitis, Infektionen der oberen Atemwege, Harnwegsinfektionen
- Verschlechterung einer Allergie
- Schlaflosigkeit
- Schwindel, erhöhter Muskeltonus
- Pharyngitis, Rhinitis, Husten
- Bauchschmerzen, Diarrhoe, Dyspepsie, Flatulenz
- Ausschlag, Pruritus
- Erkältungssymptome, periphere Ödeme/Flüssigkeitsretention
Zusätzliche Nebenwirkungen bei der Behandlung bei Familiärer Adenomatöser Polyposis (FAP):
- Infektionen des Ohrs, Pilzinfektionen (hauptsächlich nicht systemisch)
- Angina Pectoris, Herzinfarkt
- Dyspnoe
- Übelkeit, gastroösophagealer Reflux, Divertikel, Erbrechen (geringere Häufigkeit bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen), Dysphagie, Reizkolon
- Muskelkrämpfe
- Nephrolithiasis, erhöhter Kreatininwert im Blut
- Benigne Prostatahyperplastie, Prostatitis, Erhöhung des prostataspezifischen Antigens
- Ödeme
- Gewichtszunahme

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)

Anwendung bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises:
- Anämie
- Angstzustände, Depression, Müdigkeit
- Hyperkaliämie
- Parästhesie, Schläfrigkeit
- verschwommenes Sehen
- Tinnitus
- Herzinsuffizienz, Palpitationen, Tachykardie
- Hypertonie, Verschlechterung einer Hypertonie
- Dyspnoe
- Obstipation, Aufstoßen, Gastritis, Stomatitis, Erbrechen, Verschlechterung einer gastrointestinalen Entzündung
- Leberfunktionsstörung, Erhöhung von SGOT/SGPT
- Urtikaria
- Beinkrämpfe
- erhöhte Kreatinin-Werte, erhöhter Blut-Harnstoff-Stickstoff
Zusätzliche Nebenwirkungen bei der Behandlung bei Familiärer Adenomatöser Polyposis (FAP):
- Helicobacter-Infektionen, Herpes Zoster, Erysipel, Wundinfektionen, Zahnfleischinfektionen, Labyrinthitis, bakterielle Infekte
- Lipome
- Schlafstörungen
- Hirninfarkt
- Mouches volantes, Konjunktiva-Blutungen
- Hypoakusis
- Instabile Angina, Aortenklappeninsuffizienz, Atherosklerose der Kornararterie, Sinusbradykardie, ventrikuläre Hypertrophie
- Tiefe Venenthrombosen, Hämatome
- Stimmbildungsstörungen
- Hämorrhoidalblutungen, häufiger Stuhlgang, Ulzerationen im Mund, Stomatitis
- Allergische Dermatitis
- Ganglion
- Nykturie
- Vaginalblutungen, schmerzhafte Brust, Dysmenorrhoe, Ovarialzyste, menopausale Beschwerden
- erhöhte Blutspiegel von Kalium, Natrium und Hämoglobin
- erniedrigte Blutspiegel von Hämatokrit und Testosteron
- Fraktur des Fußes, Unterschenkelfraktur, Epikondylitis, Sehnenabriss, Knochenbrüche

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)

Anwendung bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises:
- Leukozytopenie, Thrombozytopenie
- Verwirrtheit
- Ataxie, Veränderungen der Geschmacksempfindung
- Herzinfarkt
- Zwölffingerdarm-, Magen-, Ösophagus-, Dünndarm-, Dickdarmgeschwüre, Darmperforation, Ösophagitis, Melaena, Pankreatitis
- erhöhte Leberenzyme
- Alopezie, Lichtempfindlichkeit