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Cilazapril


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Cilazapril

Formel Cilazapril

Wirkstoffklasse

  • Antihypertensivum
  • ACE-Hemmer

Fertigpräparate 

  • Dynorm® 

Wirkung

Cilazapril hemmt das Angiotensin-Konversions-Enzym (angiotensin converting enzyme, ACE). Dadurch wird die Bildung des stark hypertensiv wirkenden Angiotensin II aus Angiotensin I unterdrückt, das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System blockiert und als Folge davon der periphere Gefäßwiderstand und die kardiale Nachlast gesenkt.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der ACE-Hemmer finden sich hier.

Cilazapril ist ein Angiotensin-1-Converting-Enzym-(ACE, Bradykininase, Kininase 2-)Inhibitor mit prinzipiell ähnlichen Strukturmerkmalen wie andere neuere ACE-Hemmer. Cilazapril  ist ein Pro-Drug und muss in vivo durch Hydrolyse erst in die biologisch aktive Dicarbonsäure Cilazaprilat überführt werden. Verbunden damit sind ein gegenüber Captopril verzögerter Wirkungseintritt und eine längere Wirkungsdauer. Gegenüber Captopril fehlt die Sulfhydrylgruppe.
Wirkungen und Wirkungsmechanismus von Cilazapril entsprechen den der bekannten Konversionsenzymhemmer. Unterschiede ergeben sich allenfalls in den pharmakokinetischen Eigenschaften und in der inhibitorischen Potenz. Cilazapril bzw. sein aktiver Metabolit Cilazaprilat hemmen nach klinisch-pharmakologischen Untersuchungen das Angiotensin-1-Konversionsenzym in einer Dosierung von 1,25-20 mg zu mehr als 90%. Eine signifikante Hemmung der ACE-Aktivität ließ sich auch noch 72 Stunden nach der Applikation nachweisen. Die Konzentration, die nötig ist, um eine 50%ige Hemmung des Angiotensin-1-Konversionsenzyms im menschlichen Plasma zu erzielen, wird mit etwa 0,001 mg/l angegeben. Die Wirkstärke ist nach In vitro-Studien etwa 1,3-2,7fach höher als die von Enalaprilat und 5-26fach stärker ausgeprägt als die von Captopril.
In der Regel kommt es unter Cilazapril weder zu kompensatorischer Tachykardie noch zu klinisch relevanten Veränderungen von renalem Plasmafluss und glomerulärer Filtrationsrate.
Eine Reduktion des Adrenalin- und Noradrenalin-Spiegels im Plasma wird beobachtet, Cilazapril senkt nicht die Konzentration des atrialen natriuretischen Peptids und beeinflusst weder den Glucose- noch den Fettstoffwechsel.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Cilazapril oder andere ACE-Hemmstoffe
- anamnestisch bekanntes angioneurotisches Ödem (Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge, Kehlkopf, Schleimhaut, Augen und Extremitäten) beispielsweise infolge einer früheren Behandlung mit einem Konversionsenzymhemmer
- Nierenarterienstenose (beidseitig oder bei Einzelniere)
- renaler Hypertonie
- Zustand nach Nierentransplantation
- schwere Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance kleiner 40 ml/min bzw. Serum-Kreatinin > 1,8 mg/dl)
- Dialyse
- hämodynamisch relevante Aorten- oder Mitralklappenstenose, hypertrophe Kardiomyopathie
- primärer Hyperaldosteronismus
- Schwangerschaft
- Stillperiode
- gleichzeitige Anwendung von Cilazapril und Poly(acrylnitril, natrium-2-methallylsulfonat)-high flux-Membranen
- unbehandelte, dekompensierte Herzinsuffizienz
- primäre Lebererkrankungen, Leberinsuffizienz
- obstruktive Atemwegserkrankungen
- LDL-Aphrese mit Dextransulfat
- Desensibilisierung mit Insektengiften

Relative Gegenanzeigen

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung unter intensiver Kontrolle von Blutdruck und laborchemischer Parametern bei:
- klinisch relevanten Elektrolytstörungen
- gestörte Immunreaktion oder Kollagenkrankheit (z.B. Lupus erythematodes, Sklerodermie)
- klinisch relevanter Proteinurie > 1 g/d
- gleichzeitiger systemischer Therapie mit Arzneimitteln, die die Abwehrreaktion unterdrücken (z.B. Corticoide, Zytostatika, Antimetabolite), sowie Allopurinol, Procainamid, Lithium
Unter Kontrolle relevanter Laborparameter vorsichtig anzuwenden bei:
- Salz-, Flüssigkeitsmangel
- eingeschränkter Nierenfunktion (Serum-Kreatinin > 1,2 < 1,8 mg/dl bzw. Kreatinin-Clearance 40-60 ml/min)
- schwerer Hypertonie
- Herzinsuffizienz


Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (1-10%)
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- trockener Reizhusten
- Bronchitis
- Übelkeit, Oberbauchbeschwerden, Verdauungsstörungen
- allergische Hautreaktionen wie Exanthem
- Absinken von Hämoglobin-Konzentration, Hämatokrit-, Leukozyten- oder Thrombozytenzahl
- Auftreten oder Verstärkung von Nierenfunktionsstörungen
- Hypotonie, Orthostase mit Symptomen wie Schwindel, Schwächegefühl, Sehstörungen, insbesondere bei Therapiebeginn, Dosiserhöhung sowie bei Herzinsuffizienz, schwerer Hypertonie, Salz- und Flüssigkeitsmangel (z.B. Erbrechen, Diarrhoe, Diuretika-Vorbehandlung)

Seltene unerwünschte Wirkungen (< 1%)

- Benommenheit
- Proteinurie, teilweise mit Verschlechterung der Nierenfunktion
- Angioödem, Gesichtsödeme, angioneurotisches Ödem mit Beteiligung der Extremitäten
- Orthostase mit Synkope, insbesondere bei Therapiebeginn, Dosiserhöhung sowie bei Herzinsuffizienz, schwerer Hypertonie, Flüssigkeits- und Salzmangel
- Atemnot, Sinusitis, Rhinitis
- Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Appetitlosigkeit
- Pankreatitis, insbesondere bei vorbestehender Cholelithiasis: akute Cholezystitis
- allergische Hautreaktionen wie Urtikaria, Pruritus
- Depressionen
- Schlafstörungen
- Impotenz
- Parästhesien
- Gleichgewichtsstörungen
- Verwirrtheit
- Ohrensausen
- verschwommenes Sehen
- Geschmacksveränderungen oder vorübergehender Geschmacksverlust
- Anämie, Thrombozytopenie, Neutropenie, Eosinophilie, v.a. bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, Kollagenkrankheiten oder gleichzeitiger Therapie mit Allopurinol, Procainamid oder Immunsuppressiva
- Anstieg von Harnstoff-, Kreatinin- und Kaliumwerten, insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionstörungen
- Abfall des Natriumspiegels, insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
- Syndrom, beginnend mit cholestatischem Ikterus, fortschreitend bis zur hepatischen Nekrose, evt. mit letalem Ausgang (unklarer Zusammenhang mit der Einnahme von ACE-Hemmern)

Unerwünschte Wirkungen, Einzelfälle

- akutes Nierenversagen
- Leberfunktionsstörungen, cholestatischer Ikterus, Hepatitis (mit oder ohne Nekrose), (Sub-)Ileus
- verstärkter Blutdruckabfall mit Tachykardie
- Palpitationen
- Herzrhythmusstörungen
- Angina pectoris
- Myokardinfarkt
- transitorische ischämische Attacken
- zerebraler Insult
- Bronchospasmus
- Mundtrockenheit
- Glossitis
- angioneurotische Ödeme unter Beteiligung von Kehlkopf, Rachen, Zunge
- schwerwiegende Hautreaktionen wie Erythema multiforme
- psoriasiforme Hautveränderungen
- Photosensibilisierung
- Alopezie
- Onycholyse - Verstärkung einer Raynaud-Symptomatik
- Agranulozytose, Panzytopenie, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, Kollagenkrankheiten oder gleichzeitiger Therapie mit Allopurinol, Procainamid oder Immunsuppressiva
- Hämolyse, hämolytische Anämie, auch im Zusammenhang mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel
- Erhöhung der Bilirubin- und Leberenzymkonzentration (Transaminasen, alkalische Phosphatase, Gamma-GT)
- Pankreatitis mit letalem Ausgang

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit

- Hautveränderungen mit Fieber, Myalgien, Arthralgien, Arthritis, Vaskulitiden, Eosinophilie, Leukozytose oder erhöhtem ANA-Titer
- Hyperkaliämie (bei Diabetes mellitus)