Arzneistoffe von A-Z
Alles zu Wirkstoffen
 



Ciprofloxacin


Weitere Auskünfte zum Thema Online Support sind hier erhältlich.
Ihr Profi für Konferenztechnik München.
Wissenswerte Informationen zu Grosshandel Bekleidung finden Sie hier.

 

Ciprofloxacin

Formel Ciprofloxacin

Wirkstoffklasse

  • Antibiotikum
  • Gyrasehemmer

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Ciprobay® 
  • Ciprobeta®

Wirkung

Ciprofloxacin eignet sich gut gegen alle bakteriellen Erreger einer infektiösen Darmerkrankung. Außerdem ist es wirksam gegen den Problemkeim Pseudomonas aeruginosa. Bei Harnwegsinfektionen, die auch von Darmbakterien oder unter Umständen von Pseudomonaden ausgelöst werden, gilt es als Reserveantibiotikum. Weitere Anwendungsgebiete sind Infektionen der Gallenwege, Atemwege, der Bauchhöhle (Peritonitis) und viele andere Infektionskrankheiten bei Nachweis eines entsprechend empfindlichen Erregers. Ciprofloxacin ist auch zur Behandlung des Milzbrands zugelassen. Ciprofloxacin kann wie andere moderne Chinolone neben Makroliden und Rifampicin zur Behandlung der Pneumonie durch Legionellen eingesetzt werden.

Wirkungsmechanismus

Ciprofloxacin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Fluorchinolone mit starker bakterizider Wirkung nicht nur in der Vermehrungsphase, sondern auch in der Ruhephase der Bakterien.
Die antimikrobielle Wirkung beruht auf einer Hemmung der DNA-Topoisomerasen (bei Bakterien Gyrasen, deshalb auch Gyrasehemmer).

Während bei gramnegativen Bakterien das Enzym DNA-Gyrase (Topoisomerase II) die wesentliche Zielstruktur ist, stellt bei grampositiven Bakterien die Topoisomerase IV die primäre Zielstruktur dar. Beide Enzyme sind bei Bakterien an der Replikation, Transkription, Rekombination und Reparatur der DNA beteiligt.

Mehr zum Wirkmechanismus von Gyrasehemmern findet sich hier

Resistenzmechanismus:
In vitro-Untersuchungen haben gezeigt, dass Resistenzen gegen Ciprofloxacin häufig aufgrund von Mutationen der bakteriellen Topoisomerase auftreten und sich im Allgemeinen langsam und stufenweise entwickeln ("Multiple-step"-Typus). Es besteht eine komplette Kreuzresistenz zwischen Ciprofloxacin und den anderen Fluorchinolonen, nicht jedoch gegenüber Nalidixinsäure.
Resistenzmechanismen, die Penicilline, Cephalosporine, Aminoglycoside, Makrolide und Tetracycline inaktivieren, beeinflussen nicht die antibakterielle Aktivität von Ciprofloxacin.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen

- Überempfindlichkeit gegen Ciprofloxacin oder andere Chemotherapeutika von Chinolon-Typ
- Schwangerschaft und Stillzeit (oral und i.v.)
- Epileptiker und Patienten mit anderer Vorschädigung des Zentralnervensystems, z.B. erniedrigte Krampfschwelle, Krampfanfälle in der Vorgeschichte, verringerte Hirndurchblutung, Veränderungen in der Gehirnstruktur oder Schlaganfall (sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung)
- schwere, anhaltende Durchfälle während der Therapie (möglicherweise Antibiotika-assoziierte Colitis)
- Verdacht auf Sehnenentzündung
- Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zu anaphylaktoiden/anaphylaktischen Reaktionen

Relative Gegenanzeigen
- Patienten mit Risiken für Torsades de Pointes-Arrhythmien
- Patienten mit Myasthenia gravis
- wegen eines erhöhten Risikos hämolytischer Reaktionen bei Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel oder entsprechender familiärer Prädisposition mit Vorsicht anwenden
- Schwangerschaft und Stillzeit (bei topischer Anwendung am Auge oder Ohr)

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen,ohne Angabe der Häufigkeit
okulär (das Auge betreffend):
- Unverträglichkeiten (Augenbrennen, -stechen)
- Bindehautrötung (konjunktivale Hyperämie)
- Fremdkörpergefühl
- Tränen
- Lichtscheu
- Juckreiz
- Lidrandverkrustung
- Borken
- Beläge
- allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen)
- Lidschwellung (Lidödem)
- Verfärbung der Hornhaut
- Hornhautstippung (Keratopathie)
- Hornhautinfiltrate
- Sehverschlechterung
- bitterer Geschmack
- bei Patienten mit Hornhautulkus und häufiger Anwendung von Ciprofloxacin-Augentropfen: weiße Ablagerungen, die sich bei fortgesetzter Behandlung zurückbildeten (diese schließen weder die Weiterführung der Therapie aus noch beeinträchtigen sie den klinischen Verlauf der Ulkuserkrankung oder die Sehleistung)

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
nach oraler und intravenöser Anwendung:
- Übelkeit, Durchfall
- bei Kindern: Arthropathien(Gelenkschmerzen, -entzündungen)
nach topischer Anwendung am Ohr: Juckreiz im Ohr

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
nach oraler und intravenöser Anwendung:
- Pilzinfektionen (z.B. orale und vaginale Candidiasis) und Superinfektionen mit resistenten Bakterien
- Appetitlosigkeit
- psychomotorische Hyperaktivität/Agitiertheit
- Kopfschmerz, Benommenheit, Schlafstörungen
- Geschmacksstörungen (einschließlich vorübergehender Geschmacksverlust)
- Erbrechen, Verdauungsstörungen, gastrointestinale und abdominelle Schmerzen, Blähungen
- Anstieg der Transaminasen, Bilirubinanstieg (einschließlich Hyperbilirubinämie), vorübergehender Anstieg der alkalischen Phosphatase im Blut
- Hautausschlag, Juckreiz, Urtikaria
- Gelenkschmerzen
- Nierenfunktionsstörung einschließlich Erhöhung von Blutharnstoff-Stickstoff (BUN) und Kreatinin
- unspezifische Schmerzen, z.B. in den Extremitäten, im Rücken und in der Brust
- allgemeines Unwohlsein, z.B. Schwächegefühl, Müdigkeit, Abgeschlagenheit
- Fieber
nach topischer Anwendung am Ohr:
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Juckreiz, Brennen, schmerzen
- Einfließen der Lösung in den Rachenraum

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
nach oraler und intravenöser Anwendung:
- Antibiotika-assoziierte Kolitis (sehr selten mit möglichem tödlichem Ausgang)
- Leukozytopenie, Neutropenie, Leukozytose, Thrombozytopenie, Thrombozytose, veränderte Prothrombinwerte
- allergische Reaktion, allergisches Ödem/Angioödem
- Hyperglykämie
- Hypoglykämie (typischerweise in den ersten 3 Tagen nach Therapiebeginn)
- Verwirrtheit und Desorientiertheit, Angstzustände, Albträume, Depressionen, Halluzinationen
- Zittern, Par- und Dysästhesie, Hypästhesie, Krampfanfälle, Schwindel
- Sehstörungen (einschließlich verschwommenes Sehen und Doppeltsehen)
- Tinnitus, vorübergehende Hörstörungen, (z.B. Hypakusis bis Gehörverlust)
- Tachykardie
- Hitzewallung, Hypotension, Ohnmacht
- Dyspnoe (einschließlich asthmatischer Zustände)
- Leberfunktionsstörung, Ikterus, Hepatitis (nicht ansteckend)
- photosensitive Reaktionen, unspezifische Blasenbildung der Haut
- Muskelschmerzen, Gelenkentzündung, gesteigerte Muskelspannung und Muskelkrämpfe
- Nierenversagen, Kristallurie, Hämaturie, interstitielle Nephritis
- Schwitzen (übermäßige Schweißbildung), Ödeme
- Amylaseanstieg
nach topischer Anwendung am Ohr:
- Tinnitus
- Kopfschmerzen
- Dermatitis

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
nach oraler und intravenöser Anwendung:
- hämolytische Anämie, Agranulozytose, Panzytopenie, (lebensbedrohlich), Knochenmarkdepression (lebensbedrohlich)
- anaphylaktische Reaktion, anaphylaktischer Schock (lebensbedrohlich), Serumkrankheits-ähnliche Reaktion
- psychotische Reaktionen (bis hin zur Selbstgefährdung), teilweise schon nach Erstanwendung
- Migräne, Koordinationsstörung, Hyperästhesie, Geruchsstörungen einschließlich vorübergehender Geruchsverlust, Erhöhung des Schädelinnendrucks
- Störungen beim Farbsehen
- ventrikuläre Arrhythmien und Torsades de Pointes, QT-Verlängerung (insbesondere bei Patienten mit weiteren Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung)
- Vaskulitis
- Pankreatitis
- Leberzellnekrose (bis hin zum lebensbedrohlichen Leberausfall)
- Petechien, Knotenrose (Erythema nodosum), scheibenförmige Hautrötungen (Erythema multiforme minor), Stevens-Johnson Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse
- Myasthenie, Tendinitis, Sehnenruptur insbesondere der Achillessehne, Verschlimmerung der Symptome einer Myasthenia gravis



Die Behandlung von Prostatakrebs wird hier erläutert.