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Clarithromycin


 

Clarithromycin

Formel Clarithromycin

Wirkstoffklasse

  • Makrolidantibiotikum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Klacid® 
  • Clarithrobeta®

Wirkung

Clarithromycin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Makrolidantibiotika, der in der Behandlung von Infektionen der Atemwege, des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches, des Magens und der Haut eingesetzt wird.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Makrolide finden sich hier.

Clarithromycin
ist ein Makrolid-Antibiotikum mit enger struktureller Nähe zu Erythromycin, besitzt aber diesem gegenüber eine verbesserte Säurestabilität und damit günstigere pharmakokinetische Eigenschaften.
Wie Erythromycin wirkt Clarithromycin in therapeutischen Konzentrationen bakteriostatisch.
Clarithromycin wird aktiv und in hohen Konzentrationen in Phagozyten angereichert. Der postantibiotische Effekt ist in vivo 2-3mal stärker als bei Erythromycin.
Clarithromycin hat eine relevante bakterizide Wirkung. Dies ist insbesondere für atemwegspathogene Erreger sehr gut dokumentiert. In neueren In vitro- und In vivo-Untersuchungen konnte zudem gezeigt werden, dass die bakterizide Aktivität von Clarithromycin vorwiegend konzentrationsabhängig ist.
Helicobacter pylori wird sehr häufig bei gastrointestinalen Ulcera gefunden. Bei 90-100% der Patienten mit Duodenalgeschwüren können Infektionen mit diesem Erreger festgestellt werden. Nach Beseitigung von Helicobacter pylori wurde eine signifikante Verringerung der Rezidivrate von Duodenalgeschwüren beobachtet und dadurch die Notwendigkeit einer antisekretorischen Dauertherapie verringert.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber Clarithromycin und anderen Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin)
- Hypokaliämie (Gefahr einer Verlängerung des QT-Intervalls)
A) Monotherapie:
- stark eingeschränkte Leberfunktion: Bis zum Vorliegen weiterer klinischer Erfahrungen sollten Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion nicht mit Clarithromycin behandelt werden.
B) Kombination mit Omeprazol und Metronidazol:
Patienten mit mittelschweren bis schweren Funktionsstörungen der Leber oder Nieren (Kreatinin-Clearance <30 ml/min), da derzeit noch keine klinischen Erfahrungen zur Wirksamkeit und Sicherheit für die Anwendung der Kombinationstherapie bei diesen Patienten vorliegen.

Relative Gegenanzeigen
- eingeschränkte Leberfunktion: Anwendung mit Vorsicht
- Schwangerschaft , insb. während der ersten drei Monate der Schwangerschaft: Anwendung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt.
- Stillzeit: Anwendung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt. Der Nutzen einer Behandlung der Mutter sollte gegen das potenzielle Risiko für den Säugling abgewogen werden.
- Überempfindlichkeit gegenüber Lincomycin oder Clindamycin: Patienten können auch auf Clarithromycin überempfindlich reagieren. Daher sollte eine Verordnung von Clarithromycin bei diesen Patienten mit Vorsicht erfolgen.
- Erkrankung der Herzkranzgefäße, ventrikuläre Arrhythmien in der Anamnese, schwere Herzinsuffizienz, nicht kompensierte Hypokaliämie und/oder Hypomagnesiämie, Bradykardie (<50 Schläge pro Minute): Aufgrund des Risikos einer Verlängerung des QT-Intervalls sollte Clarithromycin mit Vorsicht angewendet werden.
- angeborener oder nachweisbar erworbener QT-Verlängerung: Clarithromycin nicht angewendet werden.
- Myasthenia gravis: wie andere Makrolide kann Clarithromycin zu einer Verschlimmerung oder Verschärfung einer Myasthenia gravis führen und ist deshalb mit Vorsicht anzuwenden.
A) Monotherapie:
- mittelschwere bis schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min): Anwendung nur unter genauer ärztlicher Beobachtung.

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- An der Infusionsstelle können Schmerzempfindlichkeit, Reizungen der Venenwand und Entzündungen auftreten.
- Wie bei anderen Antibiotika kann es bei einer Langzeitanwendung zu einem übermäßigen Wachstum nicht-empfindlicher Erreger kommen.

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- meist vorübergehenden Beeinträchtigung des Geschmackssinns (z.B. metallischer oder bitterer Geschmack)
Bei Tagesdosen von mehr als 1g Clarithromycin:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Druckgefühl im Oberbauch

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Übelkeit
- Erbrechen
- Druckgefühl im Oberbauch
- Durchfall
- meist vorübergehenden Beeinträchtigung des Geruchssinns
- Bauchschmerzen
- Dyspepsie
- Stomatitis
- Glossitis
- Reversible Zahn- und Zungenverfärbungen
- orale Candidose
- Kopfschmerzen
- erhöhte Blut-Harnstickstoffwerte

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Druckgefühl im Oberbauch krampfartiger Natur
- weiche Stühle
- Unter der Therapie mit Clarithromycin können Überempfindlichkeitserscheinungen auftreten; gelegentlich gehören dazu Haut- und Schleimhautreaktionen, wie Rötungen mit und ohne Juckreiz bis Anaphylaxie
- Tinnitus und Hörverluste: Die klinische Erfahrung zeigt, dass diese Effekte nach Absetzen von Clarithromycin meist reversibel sind.
- Krampfanfälle
- Bei gleichzeitiger Gabe von Omeprazol: braun-schwarze Verfärbung der Zunge; diese Verfärbung bildete sich nach Beendigung der Therapie zurück.
- Verminderte Leukozytenzahl
- Wie auch bei anderen Makroliden wurde über das Auftreten von Leberfunktionsstörungen, einhergehend mit einer Erhöhung von Leberenzymen, und über eine hepatozelluläre und/oder cholestatische Hepatitis mit oder ohne Ikterus berichtet. Diese Leberfunktionsstörungen, die auch schwerwiegend sein können, sind normalerweise von vorübergehender Natur. Die Serumkonzentration der Transaminasen (AST, ALT), der gamma-GT, der alkalischen Phosphatase sowie des Bilirubins ist bei Patienten mit Verdacht auf Leberfunktionsstörungen sorgfältig zu kontrollieren.
- Arthralgie
- Myalgie
- Verlängerung der Prothrombinzeit
- Erhöhung des Serum-Kreatinins

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Verlängerung der QT-Zeit, ventrikuläre Tachykardien und Torsades de pointes, wie auch bei anderen Makroliden
- vorübergehende zentralnervöse Störungen wie Schwindel, Verwirrtheit, Ängstlichkeit, Schlaflosigkeit, Alpträume, Halluzinationen und Psychosen
- Hypoglykämie, meist im Zusammenhang mit der gleichzeitigen Einnahme oraler Antidiabetika oder Insulin
- Hefepilzinfektionen der Schleimhäute
- Verfärbung der Zähne, die durch zahnärztliche Reinigung in der Regel wieder entfernt werden kann.

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Bei anhaltenden und schweren Durchfällen und Koliken ist an eine sehr selten auftretende pseudomembranöse Kolitis zu denken.
- akute Pankreatitis
- letale Verläufe von Leberversagen: Diese standen fast immer im Zusammenhang mit einer schweren Grunderkrankung und/oder der gleichzeitigen Gabe von zusätzlichen Arzneimitteln.
- erhöhte Serumkreatininspiegel; ein Zusammenhang mit der Einnahme von Clarithromycin konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
- Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Anaphylaxie und Stevens-Johnson-Syndrom/toxische epidermale Nekrolyse.
- Leukopenien
- Thrombozytopenien
- Angstzustände
- Desorientierung
- Depersonalisierung
- Benommenheit
- Parästhesien
- Nephritis
- Nierenversagen




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