Clindamycin ist ein halbsynthetisches
Derivat
des Lincomycins. Es gehört zur Gruppe der Lincosamide, die ein
ähnliches Wirkungsspektrum besitzen wie die Makrolid-Antibiotika.
Von besonderer Bedeutung ist die Wirkung auf Staphylokokken und
Anaerobier. Clindamycin wirkt vorwiegend bakteriostatisch.
Wirkungsmechanismus
Clindamycin ist ein halbsynthetisches
Derivat
des Lincomycins (Chlor-Desoxy-Lincomycin). Es gehört zur
Gruppe
der Lincosamide, die als Pyranoside keine Verwandtschaft mit bisher
bekannten Antibiotika aufweisen. Clindamycin hemmt durch Bindung an die
50S-Untereinheit der Bakterien-Ribosomen die bakterielle
Protein-Synthese und wirkt damit vorwiegend bakteriostatisch.
Clindamycin wird teilweise als Ester verabreicht. Ester sind als
Prodrugs anzusehen, nach Ester-Spaltung ist freies Clindamycin die
Wirkform.
Die Resistenz von Staphylokokken (die meisten Methicillin-resistenten
Staphylococcus aureus) bzw. Streptokokken beruht meist auf einem
vermehrten Einbau von Methylgruppen in die 23S rRNA (konstitutive
MLSB-Resistenz), wodurch die Affinität von Clindamycin an
Ribosomen stark vermindert wird.
Bei Stämmen mit konstitutiver MLSB-Resistenz besteht eine
vollständige Parallelresistenz von Clindamycin mit Lincomycin,
Makroliden (z. B. Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin,
Roxithromycin, Spiramycin) sowie Streptogramin B.
Behandlung der Akne vulgaris: In vivo wird
Clindamycin-2-dihydrogenphosphat in den Talgdrüsen-Follikeln
zur
aktiven Base Clindamycin hydrolysiert. Clindamycin wird im Talg
angereichert und hemmt das für die Entzündung der
Follikel
verantwortliche Propionibacterium acnes (MHK 0,03-0,5 μg/ml).
Durch
die Verminderung von Lipase-freisetzenden Propionibacterium acnes auf
der Haut wird zudem die Produktion von freien Fettsäuren
verringert (Reduktion des Gehalts an freien Fettsäuren auf der
Hautoberfläche von 14 % auf 2 %), was die Abheilung der
Akne-Effloreszenzen unterstützt.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Clindamycin oder Lincomycin
(Kreuzreaktion)
extern/kutane Anwendung, zusätzlich:
- anamnestisch bekannte regionale Enteritis, Morbus Crohn, Colitis
ulcerosa, Antibiotika-assoziierte Colitis
- Alter < 12 Jahre (keine Indikation)
urogenital/intravaginale Anwendung, zusätzlich:
- anamnestisch bekannte regionale Enteritis, Colitis ulcerosa,
Antibiotika-assoziierte Colitis
- Placenta praevia
- vaginale Infektion mit Clindamycin-unempfindlichen Keimen (z. B.
Trichomonas vaginalis, Candida albicans)
- Risiko-Schwangerschaften
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen,
ohne Angabe der Häufigkeit
systemische Anwendung:
- perorale Anwendung: Ösophagitis, Ösophagus-Ulzera,
Stomatitis
- häufig bis sehr häufig: weiche Stühle,
Diarrhoe,
manchmal verbunden mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
(applikations-/dosisabhängig, meist leichter Natur, reversibel
im
Behandlungsverlauf bzw. nach Absetzen von Clindamycin)
externe Anwendung:
- unerwünschte Wirkungen in Folge systemischer
Verfügbarkeit