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Codein


 

Codein

Formel Codein

Wirkstoffklasse

  • Opiat
  • Opioid-Analgetikum
  • Antitussivum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Gelonida®
  • Tryasol®
  • Tirtretta®

Wirkung

Codein wird als Schmerzmittel (zumeist in Kombination mit Paracetamol), und als Hustenstiller verabreicht. Codein ist ein Phenanthren-Alkaloid mit Opiatrezeptor-agonistischen Eigenschaften, das aus dem Schlafmohn (Opium) oder durch Methylierung von Morphin gewonnen wird. Es wirkt stärker antitussiv und schwächer analgetisch als Morphin (bei geringerer Suchtgefahr). Beide Wirkungen sind dosisabhängig. Codein ist indiziert bei Reizhusten und mäßig starken Schmerzen (vor allem in Kombination).

Wirkungsmechanismus

Codein, ein aus dem Schlafmohn (Opium) bzw. durch Methylierung von Morphin gewonnenes Phenanthren-Alkaloid, zählt zu den zentralwirksamen Antitussiva/Analgetika vom Opiattyp. Codein hat eine ausgeprägt antitussive Wirkung, bereits in Dosierungen, die nur sehr schwach analgetisch wirken. Die relative analgetische Wirkungsstärke im Vergleich zu Morphin beträgt ca.0,08. 120 mg Codein phospat i.m. appliziert entsprechen ungefähr 10 mg Morphin i.m gegeben. Für die antitussive Wirkung scheinen nicht die Opiat-Rezeptoren, sondern andere Codein-bindende Rezeptoren verantwortlich zu sein. Periphere Mechanismen werden diskutiert, seit in tierexperimentellen Untersuchungen auch Opiat-Rezeptoren im Nervus vagus nachgewiesen werden konnten. Codein unterdrückt den Hustenreflex durch Interaktion mit supraspinalen Opiat-Rezeptoren im Hustenzentrum des Stammhirns, überwiegend durch Stimulation von μ und κ Rezeptoren in der Medulla oblongata. Die Häufigkeit und die Intensität der Hustenstöße wird vermindert. Auf Gewichtsbasis ist die antitussive Wirkung von Codein geringer als die von Morphin. Codein erhöht die Viskosität des Bronchialsekrets und besitzt einen trocknenden Effekt auf die Schleimhaut des Respirationstrakts.

Die analgetische Wirkung von Codein beruht zum größten Teil auf der metabolischen Umwandlung (O-Demethylierung) in Morphin, da die Affinität von Codein an den Opiat-Rezeptoren relativ gering ist. Etwa 10% des Codeins werden im Organismus zu Morphin demethyliert. In diesem Falle ist dann die Analgesie vermutlich durch direkte Wirkungen auf verschiedene Bereiche des ZNS zurückzuführen, wobei Angriffe am Hinterhorn des Rückenmarks und am zentralen Höhlengrau des Mittelhirns besonders relevant zu sein scheinen. Beide Bereiche sind offenbar von besonderer Bedeutung für die Regulierung der Schmerzleitung und Schmerzempfindung. Durch Hemmung der aufsteigenden Schmerzleitungsbahnen ändert sich die Schmerzwahrnehmung und -reaktion darauf. Die genaueren Wirkungsmechanismen sind noch nicht endgültig geklärt. Dosisabhängig besitzt Codein sedierende Wirkung. Die atemdepressive Wirkung von Codein, die wie bei allen Opioid-Analgetika über eine Änderung der Empfindlichkeit des Atemzentrums im Hirnstamm gegen CO2 im Blut zustande kommt, ist in antitussiver Dosierung nur gering, kommt aber in äquianalgetischen Dosen der von Morphin nahe. Weiterhin ist eine leichte Obstipation zu beobachten, die wahrscheinlich zum Teil über direkte Wirkungen auf den Darm, zum Teil über zentrale Angriffspunkte mit hieraus resultierenden Veränderungen der Darmfunktion zu erklären ist.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Codein
- Ateminsuffizienz, Atemdepression, akuter Asthmaanfall, Pneumonie
- Koma
- nahender Geburt, drohender Fehlgeburt
- tiefe Bewusstlosigkeit
- Kinder unter 2 Jahren

Relative Gegenanzeigen
- Störungen des Atemzentrums (z.B. bei Zuständen mit erhöhtem Hirndruck) und der Atemfunktion
- chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen
- Bewusstseinsstörungen
- Abhängigkeit von Opioiden
- bei höheren Dosen: Hypotension und gleichzeitig bestehende Hypovolämie
- Chronischer Husten kann ein Frühsymptom eines Asthma bronchiale sein, daher ist Codein zur Dämpfung dieses Hustens - insbesondere bei Kindern - nicht indiziert.
- produktiver Husten mit erheblicher Schleimproduktion (Gefahr des Sekretstaus)
- Schwangerschaft, v.a. 1. Trimenon
- Stillzeit

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.


Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Verschlechterung der visuomotorischen Koordination und der Sehleistung, v.a. bei höheren Dosen;
- Euphorie;
- Ataxie;
- Atemdepression;
- bei Einzeldosen >60 mg: Erhöhung des Muskeltonus der glatten Muskulatur;
- Synkopen;
- Lungenödeme, v.a. bei Patienten mit vorbestehenden Lungenfunktionsstörungen;
- Blutdruckabfall.

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- Übelkeit, Erbrechen (insbesondere bei Therapiebeginn);
- Obstipation.

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- leichte Kopfschmerzen;
- leichte Somnolenz.

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Kurzatmigkeit;
- Mundtrockenheit;
- Schlafstörungen;
- allergische Reaktionen und/oder Hautreaktionen, wie z.B. Pruritus, Exanthem und Urtikaria.

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- schwere allergische Reaktionen einschließlich Stevens-Johnson Syndrom

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
Gewichtszunahme