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Cyclophosphamid
Cyclophosphamid wird aus
Bis(2-chlorethyl)amin
und Phosphor-(V)-oxychlorid hergestellt. Das entstehende
Phophorsäureamiddichlorid liefert bei der Umsetzung mit
3-Amino-1-propanol in Gegenwart von Triethylamin Cyclophosphamid.
Wirkstoffklasse
Zytostatikum
Alkylans
Fertigpräparate
Endoxan®
Wirkung
Cyclophosphamid ist ein alkylierendes
Zytostatikum, das den Zelltod proliferierender Zellen hervorruft.
Cyclophosphamid wird zur Chemotherapie bei verschiedenen Tumoren, zur
Konditionierung vor allogener Knochenmarktransplantation sowie zur
Behandlung bedrohlich verlaufender Autoimmunerkrankungen eingesetzt.
Wirkungsmechanismus
Cyclophosphamid ist ein alkylierendes
Zytostatikum aus der Gruppe der Oxazaphosphorine. Es ist chemisch mit
Stickstoff-Lost verwandt.
Cyclophosphamid ist in vitro inaktiv und wird als Prodrug in vivo
überwiegend in der Leber durch mikrosomale Enzyme, v.a.
Cytochrom
P450, zu 4-Hydroxycyclophosphamid und Aldophosphamid metabolisiert.
Diese Verbindungen unterliegen einer zum Teil spontanen, zum Teil
enzymatischen Konversion in inaktive und aktive Metaboliten
(insbesondere Phosphoramid-Lost und Acrolein).
Die zytostatische Wirkung der aktiven Metaboliten beruht im
Wesentlichen auf einer Alkylierung von DNA, in deren Folge es zu
Strangbrüchen und Vernetzungen der DNA-Stränge bzw.
DNA-Proteinvernetzungen ("cross-links") kommt.
Im Zellcyclus wird die späte S- und die frühe
G2-Phase verlangsamt bzw. blockiert.
Die zytotoxische Wirkung ist nicht Zellcyclus-phasenspezifisch, aber
Zellcyclus-spezifisch.
Acrolein hat keine antineoplastische Aktivität, ist aber
für die urotoxischen Wirkungen verantwortlich.
Eine zusätzliche immunsuppressive Wirkung von Cyclophosphamid
wird diskutiert.
Eine Kreuzresistenz vor allem mit strukturverwandten Zytostatika, wie
z.B. Ifosfamid, aber auch anderen Alkylantien, ist nicht
auszuschließen.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute
Gegenanzeigen
- bekannte Überempfindlichkeit gegenüber
Cyclophosphamid
- schwere Beeinträchtigung der Knochenmark-Funktion
- Zystitis
- Harnabfluss-Behinderungen
- floride Infektionen
- Elektrolytstörungen
- 1. Trimenon der Schwangerschaft (Behandlung nur bei vitaler
Indikation)
- Stillzeit
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte
Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- porphyrogene Wirkung
- Blasenwand-Ödem, suburotheliale Blutungen, interstitielle
Entzündungen mit Fibrose, evtl. Blasenstarre
- z.T. irreversible Störungen der Spermatogenese mit daraus
resultierender Azoospermie bzw. anhaltender Oligospermie, z.T.
irreversible Störungen der Ovulation mit daraus resultierender
Amenorrhoe und einer Senkung des Spiegels weiblicher Sexualhormone
- Pigment-Veränderungen von Handflächen,
Fingernägeln
und Fußsohlen, Haut- und Schleimhaut-Entzündungen
- Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (Schwartz-Bartter
Syndrom) mit Hyponatriämie und Wasser-Retention
- Überempfindlichkeitsreaktionen mit Fieber
- vorüber gehendes Verschwommensehen, Schwindelanfälle
- Spätfolge der Behandlung: Sekundärtumoren bzw.
deren
Vorstufen (v.a. Harnwegskarzinome oder myelodysplastische
Veränderungen bis hin zu akuten Leukämien)
- bei Non-Hodgkin Lymphomen oder Leukämie:
Hyperurikämie in Folge rapid-tumor-lysis Syndrom
- Verstärkung des Auftretens von durch die Grunderkrankung
hervor
gerufenen Komplikationen wie Thromboembolien, disseminierte intravasale
Gerinnung, hämolytisch-urämisches Syndrom
Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- unterschiedlich schwere Grade (Dosis-abhängig) von
Myelosuppression mit Anämie (nach mehreren Behandlungscyclen),
Leukozytopenie mit oder ohne Fieber, sekundäre (z.T.
lebensbedrohliche) Infektionen, Thrombozytopenie, erhöhtes
Blutungsrisiko (niedrigste Leukozyten- und Thrombozyten-Werte in der
Regel in der 1. und 2. Woche nach Behandlungsbeginn, Erholung innerhalb
von 3-4 Wochen), verstärkte Myelosuppression bei
vorbestehender
Nierenfunktionseinschränkung
- Dosis-abhängig Übelkeit, Erbrechen, Anorexie,
Diarrhoe,
Obstipation, Stomatitis, Entzündungen der Darmschleimhaut
- Dosis-abhängig Zystitis, Mikrohämaturie,
Makrohämaturie (zunächst abakteriell, evtl.
sekundäre
Keimbesiedlung)
- meist reversibler Haarausfall
Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- v.a. bei vorbestehender Nierenfunktionsstörung:
Schädigungen der Niere
Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Leberfunktionsstörungen mit Anstieg entsprechender
Laborwerte (SGOT, SGPT, gamma-GT, alkalische Phosphatase, Bilirubin)
- v.a. bei vorbestehenden Leberfunktionsstörungen:
Venoocclusive
disease (in Kombinationstherapien häufiger) mit
plötzlicher
Gewichtszunahme, Hepatomegalie, Aszites, Hyperbilirubinämie,
evtl.
hepatische Enzephalopathie
- Pneumonitis, interstitielle Pneumonie bis hin zur chronischen
interstitiellen Lungenfibrose (häufiger bei
Hochdosisbehandlung
und in Kombinationstherapien) mit Dyspnoe, Hypoxie, Fieber, evtl.
interstitielle Infiltrate
- v.a. nach hohen Dosen: sekundäre Zytostatika-induzierte
Kardiomyopathie mit Arrhythmien, EKG-Veränderungen u.a.
Störungen bis hin zum Myokardinfarkt, Myo-, Perikarditiden bis
hin
zu hämorrhagischen Verläufen (häufiger in
Kombinationstherapie oder nach Bestrahlung der Herzregion)
Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- hämorrhagische Kolitis, Ulzerationen der Mundschleimhaut
- hämorrhagische Zystitis mit letalem Ausgang
- schwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom, toxische
epidermale Nekrolyse
- anaphylaktischer Schock
- akute Pankreatitis