Im
Fertigarzneimittel Pradaxa® liegt
Dabigatran als Dabigatranetexilat vor, einem Prodrug (Vorstufe der
eigentlichen Wirksubstanz) von Dabigatran. Die Umwandlung in die
Wirkform erfolgt im Blutplasma und in der Leber. Die Formel zeigt die
Wirkform Dabigatran.
Wirkstoffklasse
Antikoagulans
Fertigpräparate
Pradaxa®
Wirkung
Dabigatran greift in die Blutgerinnung
ein
(genauer: in die sekundäre Hämostase) und vermindert
die
Fähigkeit des Blutes zu gerinnen ("Blutverdünner").
Wirkungsmechanismus
Dabigatran ist ein stark wirksamer,
kompetitiver, reversibler direkter
Thrombin-Hemmer. Da Thrombin
(Serinprotease) in der Gerinnungskaskade die Umwandlung von Fibrinogen
zu Fibrin bewirkt, verhindert seine Hemmung folglich die
Thrombusentstehung. Darüber hinaus hemmt Dabigatran sowohl
freies als
auch fibringebundenes Thrombin und die thrombininduzierte
Thrombozytenaggregation.
Nebenwirkungen
1. Blutungen (schwere
Blutungen/Blutungen insgesamt) in den pivotalen Studien zum
Hüft- und Kniegelenksersatz:
(Angaben der unerwünschten Wirkungen in Prozent (%) in
Abhängigkeit von der Dabigatranetexilat-Dosis (150 mg bzw. 220
mg))
Sehr häufige unerwünschte
Wirkungen (≥ 10%):
- Blutungen (insgesamt) (13,8% bzw. 13.8%).
Häufige unerwünschte
Wirkungen (≥ 1% und < 10%):
- schwere Blutungen (1,3% bzw. 1,8%).
2. Nebenwirkungen insgesamt:
(Angaben der unerwünschten Wirkungen in Prozent (%) in
Abhängigkeit von der Dabigatranetexilat:Dosis (150 mg bzw. 220
mg))
Häufige unerwünschte
Wirkungen (≥ 1% und < 10%):
- Anämie (4,0% bzw. 4,4%)
- Hämatom (1,4% bzw. 1,4%), Traumatisches Hämatom
(1,4% bzw. 1,5%)
- Wundblutung (1,3% bzw. 1,0%)
- Gastrointestinale Blutung (1,2% bzw. 0,6%)
- Hautblutung (1,6% bzw. 2,1%)
- Hämaturie (1,4% bzw. 1,4%)
- Hämoglobin vermindert (1,6% bzw. 1,3%)
- Wundsekretion (4,8% bzw. 4,9%)
- Anämie, postoperativ (3,6% bzw. 3,2%)
- Hämatom, postoperativ (2,4% bzw. 1,7%)
- Blutung, postoperativ (1,4% bzw. 2,0%)Pradaxa®
- Absonderung, postoperativ (1,1% bzw.
1,3%).
Gelegentliche unerwünschte
Wirkungen (≥ 0,1% und < 1%):
- Thrombozytopenie (0,2% bzw. 0,1%)
- Blutung (0,2% bzw. 0,7%)
- Nasenbluten (0,7% bzw. 0,6%)
- Rektale Blutung (0,4% bzw. 0,6%)
- Hämorrhoidale Blutung (0,2% bzw. 0,3%)
- ALT erhöht (0,7% bzw. 0,3%)
- AST erhöht (0,3% bzw. 0,2%)
- Abnormer Leberfunktionstest (0,2% bzw. 0,4%)
- Leberenzyme, erhöht (0,2% bzw. 0,2%)
- Hyperbilirubinämie (0,1% bzw. 0,1%)
- Transaminasen, erhöht (0,0% bzw. 0,1%)
- Hämarthrose (0,3% bzw. 0,3%)
- Blutung an der Injektionsstelle (0,8% bzw. 0,7%)
- Blutige Absonderung (0,1% bzw. 0,2%)
- Blutung an der Eintrittsstelle des Katheters (0,1% bzw. 0,0%)
- Hämatokrit vermindert (0,0% bzw. 0,2%)
- Drainage, postoperativ (0,4% bzw. 0,5%)
- Wunddrainage (0,0% bzw. 0,2%).
3. Neben den berichteten ALT-Werten wurden folgende laborchemische
Daten in den Phase-3-Studien ermittelt:
- Gesamthäufigkeit von ALT-Erhöhungen auf das 3fache
der oberen Grenze des Normbereichs: 2,5% bzw. 2,2%.