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Dexamethason


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Dexamethason

Formel Dexamethason

Wirkstoffklasse

  • Glucocorticoid

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Dexabene® 
  • Dexamytrex® 
  • Fortecortin® 

Wirkung

Dexamethason ist ein mittelstark wirksames Glucocorticoid, das systemisch, okulär, lokal im Bindegewebe und Gelenk, auf der Haut und intranasal angewendet wird. Es hat ein sehr breites Wirkungsspektrum und wird systemisch u. a. als Antirheumatikum sowie in der Pneumologie und Notfallmedizin eingesetzt.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Glucocorticoide finden sich hier.

Dexamethason ist ein mittelstark wirksames Glucocorticoid und zählt zur Gruppe der fluorierten Derivate.
Die relative entzündungshemmende Äquivalenzdosis zwischen verschiedenen Glucocorticoiden beträgt: 5 mg Prednisolon entspricht 5 mg Prednison entspricht 0,7 mg Dexamethason entspricht 0,7 mg Betamethason entspricht 2,5 mg Cloprednol entspricht 4 mg Triamcinolon entspricht 4 mg Methylprednisolon entspricht 20 mg Hydrocortison.
Mineralocorticoide Wirkungen sind nur sehr gering ausgeprägt. Damit ist Dexamethason kein Mittel der 1. Wahl zur Monotherapie der Nebennierenrinden-Insuffizienz. Wie Betamethason gehört Dexamethason zu den lang wirksamen Glucocorticoiden. Die Cushing-Schwellendosis wird mit 1,5 mg Dexamethason/d angegeben.


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Dexamethason
okuläre (subkonjunktivale) Anwendung, zusätzlich:
- durch Viren, Bakterien oder Pilze bedingte Augenerkrankungen
- Augentuberkulose
- Verletzungen oder ulzeröse Prozesse der Hornhaut
- Eng- und Weitwinkelglaukom
- Leberzirrhose
- Hypothyreose
intraartikuläre/infiltrative Anwendung, zusätzlich:
- Infektionen im Applikationsbereich
- Psoriasis-Herd im Applikationsbereich
- schwerer Allgemeininfekt
- hämorrhagische Diathese
- nicht vaskularisierte Knochennekrose
- periartikuläre Calcifikation
- Instabilität des zu behandelnden Gelenks
- Sehnenruptur
- Charcot-Gelenk
- Alter < 18 Jahre (unzureichende Datenlage)
nasale Anwendung, zusätzlich:
- Alter < 6 Jahre
- Lungentuberkulose
- unbehandelte Virus-, bakterielle oder Pilz-Infektionen der Nasenschleimhaut
- Rhinitis sicca
- 1. Trimenon der Schwangerschaft
nasale Anwendung als 0,015 %ige Lösung von Dinatrium dexamethason dihydrogenphosphat, zusätzlich:
- Engwinkelglaukom
nasale Anwendung als 2 %ige Zubereitung von Dexamethason acetat, zusätzlich:
- periorale Dermatitis
- spezifische Hauterkrankungen (Lues, Tuberkulose)
- bei länger dauernder Anwendung: Gegenanzeigen einer systemischen Anwendung
externe (kutane) Anwendung, zusätzlich:
- spezifische Haut-Prozesse (Lues, Tuberkulose)
- Virus-bedingte Hauterkrankungen wie Herpes simplex, Herpes zoster, Varizellen
- Rosacea-artige Dermatitis
- Vakzinationsreaktionen
- Mykosen
- bakterielle Haut-Infektionen
- Rosacea
- 1. Trimenon der Schwangerschaft
externe (kutane) Anwendung auf der Kopfhaut als 0,02 %ige Lösung, zusätzlich:
- Schwangerschaft

Relative Gegenanzeigen

- Stillzeit (strenge Indikationsstellung, bei langfristiger Behandlung bzw. Anwendung höherer Dosen möglichst Abstillen)
- Schwangerschaft (strenge Indikationsstellung, im 1. Trimenon vorsichtige Anwendung bei allen Applikationsarten, bei denen keine absolute Kontraindikation besteht)
v. a. längerfristige parenterale/perorale Anwendung, zusätzlich:
- akute und chronische bakterielle Infektion (strengste Indikationsstellung, ggf. zusätzlich gezielte antiinfektiöse Therapie)
- Tuberkulose in der Anamnese (Risiko einer Reaktivierung) oder latente Tuberkulose (Anwendung bei strengster Indikationsstellung nur unter Tuberkulostatika-Schutz, möglichst keine Anwendung bei aktiver Tuberkulose)
- schwer einstellbare Hypertonie (strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifische Therapie)
- schwer einstellbarer Diabetes mellitus (strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifische Therapie)
- Hornhaut-Ulzerationen und -Verletzungen (strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifische Therapie)
- schwere Herzinsuffizienz
- schwere Colitis ulcerosa (drohende Perforation, Anwendung nur bei zwingender Indikation und unter entsprechender Überwachung)
- Divertikulitis (Anwendung nur bei zwingender Indikation und unter entsprechender Überwachung)
- Enteroanastomosen (unmittelbar postoperativer Zeitraum, Anwendung nur bei zwingender Indikation und unter entsprechender Überwachung)
- Wachstumsalter (strenge Indikationsstellung)
- höheres Lebensalter (strenge Nutzen/Risiko-Abwägung, erhöhtes Osteoporose-Risiko)
- akute Virus-Infektionen (Herpes simplex, Herpes zoster, Varizellen, Keratitis herpetica, strengste Indikationsstellung, ggf. zusätzlich gezielte antiinfektiöse Therapie)
- HbsAG-positive chronisch-aktive Hepatitis (strengste Indikationsstellung, ggf. zusätzlich gezielte antiinfektiöse Therapie)
- systemische Mykosen und Parasitosen (z.B. Nematoden, strengste Indikationsstellung, ggf. zusätzlich gezielte antiinfektiöse Therapie)
- Poliomyelitis (strengste Indikationsstellung, ggf. zusätzlich gezielte antiinfektiöse Therapie)
- Lymphadenitis nach BCG-Impfung (strengste Indikationsstellung)
- Magen-Darm-Ulzera (strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifische Therapie)
- Osteoporose (strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifische Therapie)
- (anamnestisch bekannte) psychiatrisch relevante Erkrankungen (strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifische Therapie)
- Eng- bzw. Weitwinkelglaukom (strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifische Therapie)
okuläre (subkonjunktivale) Anwendung, zusätzlich:
- voran gegangene Herpes simplex Infektion (Anwendung nur unter strenger ärztlicher Kontrolle)
nasale Anwendung als 2 %ige Zubereitung von Dexamethason acetat, zusätzlich:
- Engwinkelglaukom

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.


Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
perorale/parenterale Anwendung, Inzidenz abhängig von Therapiedauer und Dosis:
- adrenale Suppression, Induktion eines Cushing Syndroms (typische Symptome: Vollmondgesicht, Stammfettsucht, Plethora), verminderte Glucose-Toleranz, Diabetes mellitus, Wachstumshemmung bei Kindern, Störungen der Sexualhormon-Sekretion (unregelmäßige Menstruation bis hin zur Amenorrhoe, Impotenz)
- Gewichtszunahme, Hypercholesterolämie, Hypertriglyceridämie, Natrium-Retention mit Ödem-Bildung, vermehrte Kalium-Ausscheidung (cave: Rhythmusstörungen)
- Striae rubrae, Hautatrophie, Teleangiektasien, erhöhte Kapillarfragilität, Petechien, Ekchymosen, Hypertrichose, Steroid-Akne, verzögerte Wundheilung, Rosacea-artige (periorale) Dermatitis, Änderungen der Haut-Pigmentierung, Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Arzneimittel-Exanthem), vermehrtes Schwitzen, Urtikaria, Exanthem, angioneurotisches Ödem, Brennen oder Jucken (v. a. in der perinealen Gegend nach i.v. Reaktionen)
- Muskel-Atrophie, Muskel-Schwäche, Osteoporose (dosisabhängig, auch bei nur kurzer Anwendung möglich), aseptische Knochen-Nekrosen (Kopf des Oberarm- und Oberschenkel-Knochens), Sehnenruptur, epidurale Lipomatose
- Depressionen, Gereiztheit, Euphorie, Antriebs- und Appetitsteigerung, Psychosen, Schlafstörungen
- Pseudotumor cerebri (v. a. bei Kindern), Manifestation einer latenten Epilepsie, Erhöhung der Anfallsbereitschaft bei manifester Epilepsie, Konvulsionen, Schwindel
- Magen-Darm-Ulzera, gastrointestinale Blutungen, Pankreatitis
- Hypertonie, Erhöhung des Arteriosklerose- und Thrombose-Risikos, Vaskulitis (auch als Entzugssyndrom nach Langzeittherapie)
- mäßige Leukozytose, Lymphozytopenie, Eosinopenie, Polyglobulie
- Schwächung der Immunabwehr, Maskierung von Infektionen, Exazerbation latenter Infektionen, allergische Reaktionen
- Katarakte (v. a. mit hinterer subkapsulärer Trübung, insbesondere bei Kindern), Glaukom, Verschlechterung der Symptome bei Hornhaut-Ulkus, Begünstigung viraler/fungaler/bakterieller Infektionen am Auge
lokale (infiltrative, intraartikuläre) Anwendung, zusätzlich:
- lokale Reizungen, Druckgefühl, steriler Abszess (ggf. Verschleierung durch antiinflammatorische Wirkung des Glucocorticoids)
- systemische Unverträglichkeitsreaktionen (Hitzegefühl, länger anhaltende Schmerzen)
- Entwicklung einer Hautatrophie und/oder Atrophie des Unterhautgewebes mit Depigmentierung und Lanugo-Verlust
- Verletzungen von Gefäßen, Nerven, periartikulären Strukturen
- erhöhtes Risiko einer Infektion im Bereich der behandelten Gewebs- bzw. Gelenkstrukturen
- bei vorbestehender Osteoarthritis und wiederholter intraartikulärer Injektion: Beschleunigung der Gelenk-Zerstörung
nasale Anwendung als 0,015 %ige Lösung von Dinatrium dexamethason dihydrogenphosphat:
- Wachstumsverzögerungen bei Kindern (auch unter therapeutischer Dosierung)
- Wirkungen analog systemischer Behandlung (v. a. bei Anwendung hoher Dosen über lange Zeiträume)
- bei vorbestehendem Diabetes: Erhöhung der Blut-Glucose
nasale Anwendung als 2 %ige Zubereitung von Dexamethason acetat:
- dosisabhängig: unerwünschte Wirkungen analog systemischer Behandlung
okuläre (subkonjunktivale) Anwendung:
- bei vorbestehender Keratitis: Hornhaut-Perforation
- Wirkungen analog systemischer Behandlung (v. a. bei Anwendung hoher Dosen über lange Zeiträume)
externe (kutane) Anwendung über ≥ 4 Wochen und/oder großflächige Anwendung, unter Okklusion bzw. in Hautfalten:
- Haut-Atrophie, Teleangiektasien, Striae, Steroid-Akne, Rosacea-artige Dermatitis, Hypertrichosis, Änderungen der Haut-Pigmentierung, Störung der Wundheilung
- unerwünschte Wirkungen analog systemischer Behandlung

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)

okuläre (subkonjunktivale) Anwendung als 0,075 %iges Gel:
- bei genetischer Prädisposition und länger dauernder Anwendung: okuläre Hypertension, Glaukom (nach Absetzen reversibel)
- bei längerer Anwendung: Katarakt (v. a. bei Kindern)
- verzögerte Wundheilung nach Katarakt-Operation

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)

nasale Anwendung als 2 %ige Zubereitung von Dexamethason acetat:
- (bei erhöhter Empfindlichkeit) kurzfristig leichtes Brennen oder Trockenheit der Nasen- und Rachenschleimhaut
okuläre (subkonjunktivale) Anwendung:
- leichtes Augenbrennen, -stechen, Fremdkörpergefühl nach der Anwendung
- verzögerte Wundheilung
- Verschlimmerung einer bestehenden bakteriellen Infektion der Hornhaut, Erhöhung des Risikos einer viralen oder mykotischen Neuinfektion
okuläre (subkonjunktivale) Anwendung als 0,1 %ige Lösung, zusätzlich:
- bei genetischer Prädisposition und länger dauernder Anwendung: okuläre Hypertension, Glaukom (nach Absetzen reversibel)
- bei längerer Anwendung: Katarakt (v. a. bei Kindern)

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)

okuläre (subkonjunktivale) Anwendung:
- Verschwommensehen, Verlust der Akommodation
- Keratitis, Hornhut-Ulzera, Konjunktivitis, Bindehaut-Reizungen
- Ptosis
- Mydriasis
externe (kutane) Anwendung:
- allergische Hautreaktionen

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)

systemische Anwendung:
- anaphylaktische Reaktionen mit Kreislaufversagen, Herzstillstand, Arrhythmien, Bronchospasmen und/oder Blutdruckabfall oder -anstieg
infiltrative Anwendung:
- Sehnenschäden und/oder spätere Ruptur
nasale Anwendung als 0,015 %ige Lösung von Dinatrium dexamethason dihydrogenphosphat:
- v. a. unter hohen Dosen, Langzeitanwendung: Rückbildung der Nasenschleimhaut und ggf. konsekutiv zu irreversibler Schleimhaut-Schädigung mit trockener Nase
- Corticoide allgemein: Perforation des Nasenseptums
- Corticoide allgemein: Erhöhung des Augeninnendrucks bis zum Glaukom
nasale Anwendung als 2 %ige Zubereitung von Dexamethason acetat:
- Störungen der Geruchs- oder Geschmacksempfindung
- Überempfindlichkeitsreaktionen wie z. B. Augentränen, Niesreiz, verstärkter Nasenfluss
- bei längerer Anwendung: Schädigung der Nasenschleimhaut mit Hemmung der Zilientätigkeit
- v. a. bei Überdosierung/Daueranwendung über einen längeren Zeitraum: lokale Glucocorticoid-Nebenwirkungen mit Rückbildung der Nasenschleimhaut, evtl. Schleimhaut-Schädigung mit irreversibler Rhinitis sicca
okuläre (subkonjunktivale) Anwendung:
- allergische Reaktionen