Wirkstoffklasse
- Alphablocker
- Alpha-1-Rezeptorantagonist
|
- Cardular®
PP
- Doxacor®
- Uriduct®
|
Wirkung
Doxazosin ist ein
Alpha-1-Adrenozeptor-Antagonist, der durch Blockade der
alpha-1-Rezeptoren zu einer Senkung des peripheren
Gefäßwiderstandes führt. Doxazosin wird zur
Behandlung
von Hypertonie (oft in Kombination mit anderen Medikamenten) und
benigner Prostatahyperplasie eingesetzt.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der selektiven Alpha-1-Rezeptorantagonisten finden sich
hier.
Doxazosin
ist
auf Gewichtsbasis weniger wirksam als Prazosin. So wird nach oraler
Gabe eine äquieffektive Senkung des Blutdrucks mit 4,5 mg
Doxazosin bzw. 2,4 mg Prazosin erreicht. Im Vergleich mit Prazosin
setzt die Wirkung von Doxazosin langsamer ein, was zumindest im
Hinblick auf orthostatische Beschwerden (first-dose-Phänomen)
von
Vorteil sein kann.
Eine Toleranzentwicklung bezüglich der antihypertensiven
Wirkung
wurde bei Langzeittherapie mit Doxazosin bisher nicht beobachtet.
Gelegentlich kommt es bei fortgesetzter Anwendung zum Anstieg der
Plasmareninaktivität und zu Tachykardien.
Die Behandlung mit Doxazosin bewirkte eine Rückbildung einer
linksventrikulären Hypertrophie, eine Hemmung der
Thrombozytenaggregation sowie eine Erhöhung der
Kapazität des
Gewebsplasminogenaktivators. Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse
ist unklar.
Doxazosin verbessert außerdem die Insulinempfindlichkeit bei
Patienten mit eingeschränkter Insulinempfindlichkeit, aber
auch
bezüglich dieser Ergebnisse ist die klinische Relevanz unklar.
Es
wurde gezeigt, dass die Einnahme von Doxazosin nicht mit einer
Verschlechterung der Stoffwechseleinstellung von Patienten, die
gleichzeitig an Asthma, Diabetes, linksventrikulärer
Dysfunktion
oder Gicht leiden, einhergeht.
Doxazosin hat eine günstige Wirkung auf Blutfette mit einem
geringen Anstieg des Quotienten von HDL/Gesamtcholesterol (etwa 4% bis
13% Erhöhung gegenüber dem Ausgangswert). Die
klinische
Bedeutung dieser Ergebnisse muss noch gezeigt werden.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit
gegenüber Doxazosin und anderen Chinazolin-Derivaten wie
Prazosin, Terazosin und Trimazosin
- Stillzeit
a) retardierte Darreichungsformen:
- anamnestisch bekannte gastrointestinale oder ösophageale
Obstruktion oder verringerter Lumendurchmesser des
Gastrointestinaltraktes
- Hypotonie oder anamnestisch bekannte orthostatische Hypotonie.
- Patienten mit benigner Prostatahyperplasie, die gleichzeitig eine
Stauung der oberen Harnwege, einen chronischen Harnwegsinfekt oder
Blasensteine aufweisen
- Patienten mit Überlaufblase, Anurie oder fortgeschrittenem
Nierenversagen
Relative Gegenanzeigen
- Schwangerschaft: sorgfältige
Nutzen-Risiko-Abwägung
Besondere Vorsicht ist angebracht:
- Hypotonie
- anamnestisch bekannter orthostatischer Dysregulation
- leichte bis mäßig eingeschränkte
Leberfunktion. Da
keine klinischen Erfahrungen bei Patienten mit schwerwiegender
Leberfunktionsstörung vorliegen, wird die Anwendung bei diesen
Patienten nicht empfohlen.
Doxazosin sollte aufgrund der vasodilatatorischen Wirkung bei folgenden
kardialen Notfallsituationen vorsichtig eingesetzt werden: -
Lungenödem durch Aorten- oder Mitralklappenstenose
- High-Output-Herzinsuffizienz
- Rechtsherzinsuffizienz durch Lungenembolie oder Pericarderguss
- Linksherzinsuffizienz mit niedrigem Füllungsdruck.
a) normal-freisetzende Darreichungsformen:
Doxazosin sollte nicht angewendet werden bei Patienten mit:
- benigner Prostatahyperplasie, die gleichzeitig eine Stauung der
oberen Harnwege, einen chronischen Harnwegsinfekt oder Blasensteine
aufweisen
- einer Überlaufblase, Anurie oder fortgeschrittenem
Nierenversagen
b) retardierte Darreichungsformen:
- autonome diabetische Neuropathie: mit Vorsicht anwenden.
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte
Wirkungen - (Art und Schweregrad)
Das Auftreten von
Nebenwirkungen beruht in erster Linie auf den pharmakologischen
Eigenschaften des Doxazosins.
Die Mehrzahl der Nebenwirkungen sind vorübergehend oder werden
bei fortgesetzter Behandlung toleriert.
In klinischen Studien entsprach das Nebenwirkungsprofil bei Patienten
mit benigner Prostatahyperplasie dem bei Hypertonie.
Zu
Beginn der Behandlung und insb. bei zu hoher Dosierung oder bei
erneuter Einnahme nach kurzer Einnahmepause können Symptome
einer
orthostatischen Dysregulation und Synkopen auftreten. Dies kann auch
auftreten, wenn die Therapie nach einer kurzen Unterbrechung wieder
aufgenommen wird.
Häufige
unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Blutdruckabfall bei
Lagewechsel
- Palpitationen
- Ödeme
- Übelkeit
- Dyspepsie
- Kopfschmerzen
- Schläfrigkeit
- Benommenheit
- Schwindel
- Schwäche
- Apathie
- Muskelkrämpfe
- Müdigkeit
- Akkommodationsstörungen
- Obstipation
- Verstärkter Harndrang
- häufigeres Wasserlassen
- Ejakulationsstörungen
a) normal-freisetzende Darreichungsformen:
- verstopfte Nase
- Erregtheit
b) Retardierte Darreichungsformen:
- Atemwegsinfektionen
- Harnwegsinfektionen
- Hypotonie
- Husten
- Bronchitis
- Rhinitis
- Bauchschmerzen
- Mundtrockenheit
- Pruritus
- Myalgie
- Rückenschmerzen
- Cystitis
- Harninkontinenz
- Brustschmerzen
- Grippeähnliche Symptome
Gelegentliche
unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Myokardinfarkt
- Arrhythmie
- Synkopen
- Angina pectoris
- gesteigerter Appetit
- Erhöhung der Leberenzyme
- Dysurie
- Tremor
- Tinnitus
- Gelenkschmerzen
- Gicht
- Hypokaliämie
- Durstgefühl
- Alpträume
- Gedächtnisverlust
- emotionale Labilität
- Muskelsteifigkeit
- Abnormer Tränenfluss
- Photophobie
- Bronchospasmus
- Pharyngitis
- Geschmacksstörungen
- Muskelschmerzen
- Muskelschwäche
- Inkontinenz
- Miktionsstörungen
- Fieber
- Schüttelfrost
- Flush
- Blässe
a) normal-freisetzende Darreichungsformen:
- Husten
- Tachykardie
- periphere Ischämie
- Epistaxis
- Appetitlosigkeit
- Mundtrockenheit
- Ikterus
- Haarausfall
- Generalisierte Ödeme
- Gesichtsödeme
b) retardierte Darreichungsformen:
- Allergische Arzneimittelreaktionen
- Anorexie
- Ängstlichkeit
- Depression
- Schlaflosigkeit
- Zerebrovaskuläre Ereignisse
- Hyperästhesie
- Nasenbluten
- Durchfall
- Blähungen
- Erbrechen
- Gastroenteritis
- Hautauschlag
- Hämaturie
- Impotenz
- Gynäkomastie
- Priapismus
- Schmerzen
- Gewichtszunahme
Seltene
unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Hypoglykämie
- Agitiertheit
- Parästhesien
- Verschwommenes Sehen
- Kehlkopfödem
- Erbrechen
- Hautausschlag
- Pruritus
- Purpura
- Verringerte Körpertemperatur bei älteren Patienten
a) normal-freisetzende Darreichungsformen:
- Durchblutungsstörungen der Hirngefäße
- Magenschmerzen
- Depression
- Diarrhoe
- Priapismus
- Impotenz
Sehr seltene
unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Hepatitis
- Cholestase
- Verminderung der roten und weißen Blutkörperchen
und der Blutplättchen
- Anstieg von Harnstoff und Kreatinin im Plasma
a) normal-freisetzende Darreichungsformen:
- Rhinitis
- Hämuturie
- Allergische Reaktionen
b) retardierte Darreichungsformen:
- Nervosität
- Lageabhängiger Schwindel
- Bradykardie
- Herzrhythmusstörungen
- Ikterus
- Miktionsbeschwerden
- Nykturie
- Polyurie
- Diurese
- Erschöpfung
- Unwohlsein