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Droperidol


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Droperidol

Formel Droperidol

Wirkstoffklasse

  • Antiemetikum
  • Neuroleptikum
  • Antipsychotikum

Fertigpräparate

  • Xomolix® 

Vorbemerkung

Im Jahr 2001 erfolgte die Marktrücknahme der peroralen Darreichungsformen von Droperidol durch den Hersteller (Janssen), da bei der hochdosierten oralen Langzeittherapie kardiale Nebenwirkungen (QT-Syndrom) aufgetreten waren. Die parenterale Applikationsform, wo diese Nebenwirkung kein Problem darstellte, wurde aus kommerziellen und markttaktischen Gründen ebenfalls außer Handel gesetzt. Seit Juni 2008 ist wieder ein Arzneimittel mit Droperidol zu parenteralen Applikation zugelassen (Xomolix®, Prostrakan Limeted).

Wirkung

Droperidol ist eine psychotrope Substanz (Neuroleptikum) aus der Reihe der Butyrophenone und wird zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen bei Erwachsenen und als Therapie der 2. Wahl bei Kindern und Jugendlichen angewendet. Zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen induziert durch Morphin-Derivate bei der postoperativen Patienten-kontrollierten Analgesie (PCA) wird es nur bei Erwachsenen angewendet.

Wirkungsmechanismus

Der Wirkmechanismus der Neuroleptika vom Butyrophenon-Typ (Leitstruktur Haloperidol) und der Diphenylbutylpiperidine ist nicht eindeutig geklärt. Man geht davon aus, dass das dopaminerge System die entscheidende Rolle spielt. Neuroleptika blockieren prä- und postsynaptische Dopamin-Rezeptoren. Es besteht eine enge Korrelation zwischen der Dopamin-antagonistischen Wirkung und der klinisch relevanten antipsychotischen Wirksamkeit. Dabei wird ein Angriffspunkt im mesolimbischen bzw. mesokortikalen System für die antipsychotische Wirkung angenommen. Gleichzeitig ist diese Eigenschaft jedoch für teilweise erhebliche Nebenwirkungen mitverantwortlich. So führt die Blockade postsynaptischer D2-Rezeptoren im mesolimbischen bzw. mesokortikalen System zur Besserung psychotischer Symptome, während die Hemmung von D2-Rezeptoren im nigrostriatalen System extrapyramidal-motorische Störungen und die im tubero-infundibulären System endokrin bedingte Nebenwirkungen auslöst. Weitere Effekte der D2-Rezeptor-Blockade sind eine antiemetische Wirkung oder ein Anstieg der Serum-Prolaktin-Konzentration. Durch die Dopamin-Rezeptorblockade wird die Aktivität dopaminerger Neurone über einen neuronalen Feedback-Mechanismus aktiviert, was zu einer Steigerung der Dopaminsynthese führt. Die antipsychotische Wirkung stellt sich üblicherweise erst im Verlauf von 1-2 (-6) Wochen ein.

Droperidol ist ein Butyrophenon-Neuroleptikum. Sein pharmakologisches Profil ist hauptsächlich durch eine dopaminhemmende und eine schwache alpha1-adrenolytische Wirkung gekennzeichnet. Droperidol besitzt keine anticholinerge und antihistaminerge Wirkung. Droperidol besitzt eine hemmende Wirkung auf dopaminerge Rezeptoren in der Chemotrigger-Zone der Area postrema und ist daher stark antiemetisch und besonders wirksam bei der Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen und/oder induziert durch opioide Analgetika.

Bei einer Dosierung von 0,15 mg/kg KG führt die Gabe von Droperidol zu einem Abfall des mittleren Blutdrucks. Dies ist in einer ersten Phase bedingt durch einen verminderten kardialen Output und nachfolgend durch die Verminderung des kardialen Preload. Diese Entwicklungen treten unabhängig von einer Veränderung in der myokardialen Kontraktilität oder des vaskulären Widerstands auf. Droperidol beeinträchtigt weder die myokardiale Kontraktilität noch die Herzfrequenz und hat deshalb keine negative, inotrope Wirkung. Seine schwache hemmende Wirkung auf alpha1-adrenerge Rezeptoren kann eine leichte Hypotonie verursachen, zu einem verringerten peripheren, vaskulären Widerstand führen und den Blutdruck in den Pulmonalarterien senken (besonders wenn dieser ungewöhnlich hoch ist). Es kann auch die Inzidenz einer durch Epinephrin ausgelösten Arrhythmie reduzieren, verhindert aber nicht andere Arten einer kardialen Arrhythmie.
Droperidol besitzt bei einer Dosis von 0,2 mg/kg KG aufgrund seiner Wirkung auf die myokardiale Kontraktilität (Verlängerung der Refraktärperiode) und einer Senkung des Blutdrucks eine spezifische antiarrhythmische Wirkung.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- bekannte Überempfindlichkeit gegen Droperidol
- Phäochromozytom
- Parkinson-Syndrom
- Hypovolämie mit ausgeprägtem Schocksyndrom (zuerst Volumensubstitution)
- Störungen der Erregungsleitung des Herzens (AV-Block)
- komatöse Patienten
- akute Intoxikation mit zentraldämpfenden Arzneimitteln und Alkohol
- schwere Depressionen
- Hypokaliämie oder Hypomagnesämie
- Bradykardie (< 55 Herzschläge pro Minute)
- bekannte Begleitmedikation, die zu Bradykardie führen kann

Relative Gegenanzeigen
- Epilepsie (oder Epilepsie in der Anamnese) bzw. Erkrankungen, die zu erhöhter Epilepsie oder Krampfneigung führen: Anwendung mit Vorsicht
- Schwangerschaft
- Stillzeit.

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine weitgehend vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen,ohne Angabe der Häufigkeit
- unzureichende Sekretion des antidiuretischen Hormons
- Halluzinationen
- epileptische Anfälle, Parkinson-Krankheit, Psychomotorische Hyperaktivität, Koma
- Torsades de pointes, verlängertes QT-Intervall im EKG
- Synkope
- Bronchospasmus, Laryngospasmus
- Fälle von verändertem Geisteszustand mit Verwirrtheit oder Agitation oder Bewusstseinsveränderungen
- Eine Instabilität des vegetativen Nervensystems kann sich als Tachykardie, schwankender Blutdruck, starkes Schwitzen/Speichelfluss und Tremor manifestieren.
- In Extremfällen kann ein malignes neuroleptisches Syndrom zu Koma, Störungen der Nierenfunktion und/oder hepatobiliären Störungen führen.

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Benommenheit
- Hypotonie

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Ängstlichkeit, Unruhe/Akathisie
- Dystonie, Oculogyration
- Tachykardie, Schwindel
- Symptome, die potentiell mit einem malignen neuroleptischen Syndrom assoziiert sind, z. B. veränderte Körpertemperatur, Muskelstarre und Fieber.

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- anaphylaktische Reaktion, Angioneurotisches Ödem, Überempfindlichkeit
- Verwirrtheitszustände, Agitation
- kardiale Arrhythmie, einschließlich ventrikulärer Arrhythmien
- Ausschlag
- Malignes neuroleptisches Syndrom (NMS)

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Blutdyskrasie
- Dysphorie
- Extrapyramidale Störungen, Krämpfe, Zittern
- Herzstillstand
- Plötzlicher Herztod
- In einzelnen Fällen wurde in Zusammenhang mit einer längeren Einnahme bei psychiatrisch behandelter Indikation über Amenorrhö, Galactorrhö, Gynäkomastie, Hyperprolaktinämie und Oligomenorrhö berich.



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