Omeprazol
besitzt ein Stereozentrum am
Schwefelatom und kommt als Magnesiumsalz sowohl in Form des Racemats
[1:1-Gemisch des (S)-Enantiomers (oben) und des (R)-Enantiomers
(unten)] oder als reines (S)-Enantiomer (Esomeprazol)
zum Einsatz als Arzneimittel. Gegenüber dem Racemat ist die
Wirkung von Esomeprazol verstärkt, wobei sich diese
Verstärkung durch eine etwas geringere Metabolisierungsrate
und
damit verlängerte Verfügbarkeit ergibt,
während die
beiden Enantiomere von Omeprazol selbst keine unterschiedliche
Wirksamkeit haben.
Wirkstoffklasse
Protonenpumpenhemmer
(PPI)
Ulkustherapeutikum
Fertigpräparate
Nexium®
mups
Esomeprazol TAD®
Esomeprazol ABZ®
Esomeprazol-ratiopharm®
Wirkung
Bei Esomeprazol handelt
es sich um das S-Isomer von Omeprazol, einem
Protonenpumpen-Hemmer, der bei gastroösophagealer
Refluxkrankheit, beim
Zollinger-Ellison-Syndrom, bei der kontinuierlichen Therapie mit
nichtsteroidalen Antiphlogistika und zur Eradikation von Helicobacter
pylori in Kombination mit einer geeigneten Antibiotikabehandlung
eingesetzt wird.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der Protonenpumpenhemmer finden sich hier.
Esomeprazol
ist das S-Isomer von Omeprazol, das als Racemat bereits seit
Jahren im Handel ist. Wie Omeprazol wird Esomeprazol im
Dünndarm
resorbiert und gelangt von dort über die Blutbahn in den
sekretorischen Kanal der Belegzellen der Magenschleimhaut. Dort bildet
sich auf Grund der hohen Acidität aus dem Prodrug das wirksame
Sulfenamid. Dieses bindet irreversibel an das Enzym H+/K+-ATPase und
stoppt damit den Transport von Protonen in das Magenlumen.
Pharmakodynamisch gibt es keinen Unterschied zu Omeprazol, allerdings
besteht für Esomeprazol ein Unterschied in der
Pharmakokinetik: im
Vergleich zum R-Isomer und Omeprazol wird Esomeprazol zu einem
größeren Anteil über CYP3A4 und zu einem
geringeren
Anteil über CYP2C19 metabolisiert. Im Vergleich zum Racemat
Omeprazol ergibt sich daraus ein geringerer First-Pass-Effekt, was zu
höheren Plasmakonzentrationen und zu einer erhöhten
Bioverfügbarkeit führt. Dadurch liegen die mittleren
AUC-Werte von Esomeprazol 20 mg/d nach 5 Behandlungstagen 80%
höher als bei Omeprazol in der gleichen Dosierung.
Während der Behandlung mit sekretionshemmenden Arzneimitteln
steigt das Serumgastrin als Reaktion auf die verminderte
Säuresekretion an. Bei einigen Patienten ist während
der
Langzeitbehandlung mit Esomeprazol eine erhöhte Zahl an
ECL-Zellen
beobachtet worden, die möglicherweise mit erhöhten
Serumgastrinwerten in Zusammenhang steht. Während der
Langzeitbehandlung mit sekretionshemmenden Arzneimitteln wurden
vereinzelt Drüsenzysten beobachtet. Diese
Veränderungen sind
eine physiologische Folge der ausgeprägten Hemmung der
Säuresekretion; sie sind gutartig und scheinen reversibel zu
sein.
In zwei Studien mit Ranitidin als aktiver Vergleichssubstanz zeigte
Esomeprazol eine bessere Wirkung bezüglich der Heilung von
Ulcus
ventriculi bei Patienten, die nichtsteroidale Antiphlogistika
(einschließlich COX-2-selektiver NSAR) anwenden. In zwei
Studien
zeigte Esomeprazol im Vergleich zu Placebo eine bessere Wirkung
bezüglich der Prophylaxe von Ulcus ventriculi und duodeni bei
Patienten (>60 Jahre und/oder mit Ulcus in der Vorgeschichte),
die
nichtsteroidale Antiphlogistika (einschließlich
COX-2-selektiver
NSAR) anwenden.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute
Gegenanzeigen - Bekannte Überempfindlichkeit
gegen Esomeprazol oder substituierte Benzimidazole
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen,
ohne Angabe der Häufigkeit
Die folgenden Nebenwirkungen sind bei der Behandlung mit dem
racemischen Gemisch (Omeprazol) beobachtet worden und können
auch
mit Esomeprazol auftreten:
- Parästhesie
- Müdigkeit
- Schlaflosigkeit
- reversible Verwirrtheitszustände
- Erregung
- Aggressivität
- Depression, vorwiegend bei schwer kranken Patienten
- Halluzinationen, vorwiegend bei schwer kranken Patienten
- Gynäkomastie
- Mundschleimhautentzündung
- gastrointestinale Candidose
- Leukopenie
- Thrombozytopenie
- Agranulozytose
- Panzytopenie
- Enzephalopathie bei Patienten mit vorbestehender schwerer
Lebererkrankung
- Leberentzündung mit und ohne Gelbsucht
- Leberversagen
- Gelenkschmerzen
- Muskelschwäche
- Hautausschlag
- Photosensibilität
- toxisch-epidermale Nekrolyse
- Haarausfall
- Unwohlsein
- vermehrtes Schwitzen
- periphere Ödeme
- Geschmacksveränderungen
- Hyponatriämie
Überempfindlichkeitsreaktionen, z.B.:
- Fieber
- Bronchospasmus
- interstitielle Nephritis