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Finasterid


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Finasterid

Formel Finasterid


Wirkstoffklasse

  • 5-alpha-Reduktasehemmer

Fertigpräparate (Auswahl)

  • PROPECIA® 
  • PROSCAR®
  • Finasterid HEXAL®

Wirkung

Finasterid ist ein 4-Azasteroid, das die 5-alpha-Reduktase hemmt und die periphere Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron blockiert. Der Wirkstoff hemmt somit das Wachstum bzw. die Reifung entsprechender Zielorgane (u. a. der Prostata).
Eingesetzt wird Finasterid zur unterstützenden Behandlung der benignen Prostata-Hyperplasie (BPH) bei Patienten mit einer vergrößerten Prostata (Prostatavolumen ab ca. 40 cm3) und zur Behandlung früher Stadien der androgenetischen Alopezie bei Männern im Alter von 18 - 41 Jahren.

Wirkungsmechanismus

5-alpha-Reduktasehemmstoffe hemmen die 5-alpha-Reduktase, ein NADPH-abhängiges Enzym, das die Bioaktivierung von Testosteron zu Dihydrotestosteron in der Prostata, der Leber und der Haut katalysiert. Die Folge der Enzymhemmung ist eine Senkung der Dihydrotestosteronkonzentration im Plasma.
Dihydrotestosteron bindet im Zytoplasma an lösliche Rezeptorstrukturen. Dieser Komplex induziert schließlich im Zellkern die Transkription androgen-regulierter Proteine und damit das Wachstum bzw. die Reifung entsprechender Zielorgane, u.a. auch der Prostata.
Allerdings ist Dihydrotestosteron nicht in allen Geweben das biologisch aktivere Androgen. So ist die 5-alpha-Reduktase beispielsweise in der Skelettmuskulatur kaum nachweisbar und daher Testosteron selbst für die RNA-Synthese und das androgenetische Wachstum verantwortlich. Auch für die Spermatogenese und die männliche Libido scheinen vorrangig Testosteron und möglicherweise auch von ihm abgeleitete Estrogene von Bedeutung zu sein.
Von der 5-alpha-Reduktase sind zwei Isoformen bekannt, die auf zwei verschiedenen Chromosomen kodiert sind und eine Homologie von nur 50% sowie eine unterschiedliche Gewebeverteilung aufweisen. Außerdem unterscheiden sie sich in ihrem pH-Optimum: Typ 1 ist im alkalischen Bereich besonders aktiv, Typ 2 hat sein Optimum im schwach sauren Bereich. Das Isoenzym 1 findet sich vor allem in der Leber und der nicht-genitalen Haut, insbesondere der Kopfhaut. Das Isoenzym 2 kommt vor allem in der Prostata, den Nebenhoden und Bläschendrüsen, der genitalen Haut, aber auch in der Leber und in der Kopfhaut vor.
Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) gehört zu den typischen Erkrankungen alternder Männer. Die gutartige Wucherung der Prostata kann die Harnröhre verengen, was sich oft in Symptomen wie verstärktem Harndrang bei gleichzeitig abgeschwächtem Harnstrahl, häufigen Miktionen und Nykturie äußert. Bei der Entwicklung der BPH nimmt Dihydrotestosteron (DHT) eine wichtige Rolle ein. Das Enzym spielt dabei eine Schlüsselrolle sowohl bei der normalen Differenzierung des Gewebes als auch bei der pathologischen Stimulierung des Prostatawachstums.
Die glatzenbildende Kopfhaut bei Männern mit androgenetischem Haarausfall zeichnet sich durch verkleinerte Haarfollikel und eine erhöhte Menge an DHT aus.


Finasterid ist ein 4-Azasteroid mit struktureller Nähe zu Testosteron. Es hemmt kompetitiv und spezifisch die Steroid-5-alpha-Reduktase, insbesondere die 5-alpha-Reduktase Typ 2. Für die Hemmung des Typ 1 sind etwa 30-60fach höhere Konzentrationen notwendig.
Folge der Enzymhemmung ist eine Senkung der Dihydrotestosteron-Plasmakonzentration um etwa 50-65%. Ein noch stärkerer Abfall der Dihydrotestosteron-Konzentration wird in der Regel in der Prostata erreicht. Hier kommt es nach wiederholter Gabe von Finasterid zu einer Abnahme um ca. 90%. Umgekehrt steigt infolge der Hemmung des Stoffwechsels die Testosteron-Konzentration im Plasma und noch deutlicher in der Prostata an.
Finasterid behandelt und kontrolliert die symptomatische benigne Prostatahyperplasie und bewirkt die Prävention von urologischen Ereignissen: Es senkt das Auftreten des akuten Harnverhaltes und das Risiko für operative Eingriffe einschließlich der transurethralen Resektion der Prostata und der Prostaektomie. Der Wirkstoff verkleinert die vergrößerte Prostata und verbessert die BPH-assoziierten Symptome.
Bei Männern mit androgenetischem Haarausfall enthält die glatzenbildende Kopfhaut verkleinerte Haarfollikel und erhöhte Mengen an Dihydrotestosteron. Finasterid hemmt den Vorgang, der für die Verkleinerung der Haarfollikel auf der Kopfhaut verantwortlich ist, weil es die Konzentration von DHT in der Kopfhaut auf Werte senkt, die die behaarte Kopfhaut aufweist. Somit bildet sich bei Männern zwischen 18 und 41 Jahren der Prozess, der zu einer Glatze führt, zurück, das Haarwachstum steigt und es gehen weniger Haare verloren. Eine Wirksamkeit beim bitemporalen Zurückweichen des Haaransatzes ("Geheimratsecken") und beim Haarverlust im Endstadium wurde nicht nachgewiesen. Auch bei postmenopausalen Frauen mit androgenetischer Alopezie konnte keine Wirksamkeit nachgewiesen werden.
Finasterid zeigt keine Affinität zum Androgenrezeptor und hat auch keinen Einfluss auf die Konzentration von Prolaktin, Cortisol, Aldosteron, Progesteron oder Estradiol.
Ein wichtiger Befund ist schließlich die Abnahme des prostataspezifischen Antigens (PSA) unter der Behandlung mit Finasterid. Die Konzentration des prostataspezifischen Antigens im Serum ist nach 12monatiger Gabe von 5 mg/d Finasterid um ca. 50% erniedrigt, wobei dieser Effekt bei Patienten mit benigner Prostatahyperplasie offensichtlich ausgeprägter ist als bei Karzinompatienten.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber Finasterid
- Leberfunktionsstörungen (Mangel an Erfahrung)
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- Kinder
- Frauen

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen,ohne Angabe der Häufigke
- erhöhte Leberwerte

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Impotenz, verminderte Libido, vermindertes Ejakulatvolumen

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Berührungsempfindlichkeit der Brust/Brustvergrößerung, Ejakulationsstörungen
- Hautausschlag

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Hodenschmerzen
- Pruritus, Urtikaria
- Überempfindlichkeitsreaktionen wie Schwellung des Gesichts und der Lippen

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Sekretion der Brustdrüse, Auftreten von Brustknoten, die bei einzelnen Patienten operativ entfernt wurden.