Das Antibiotikum Fleroxacin ist ein
Gyrase-Hemmer der 2. Generation. Durch die Hemmung der bakteriellen
Gyrase (Topoisomerase II) verhindert die Substanz die erforderliche
Entdrillung und Verdrillung der DNA in der Bakterienzelle, was bei
empfindlichen Bakterien zum Zusammenbruch des Stoffwechsels führt.
Fleroxacin wirkt bakterizid auf viele aerobe gramnegative, wenige
atypische und anaerobe Bakterien. Die Substanz zählt zu den
Breitspektrum-Antibiotika.
Wirkungsmechanismus
Fleroxacin gehört zu den Gyrasehemmern der 2. Generation, den Fluorchinolonen.
Günstig für das Erreichen eines langandauernden und dabei
ausreichend hohen Wirkstoffspiegels in Plasma und Geweben sowie
Körperflüssigkeiten ist die relativ lange
Eliminationshalbwertszeit (10 h), die die von Ciprofloxacin (3-5 h), Ofloxacin (5-7 h) und Norfloxacin
(3-5 h) weit übertrifft. So ist ausschließlich bei
Fleroxacin die einmalige Gabe pro Tag möglich, ohne dass die
Gefahr subeffektiver Wirkstoffspiegel besteht. Infolge der geringen
Verstoffwechselung verbleiben hohe Fleroxacin-Konzentrationen für
lange Zeit im Urin.
Die mikrobielle In vitro-Aktivität von Fleroxacin ist geringer als
die von Ciprofloxacin, jedoch vergleichbar mit der anderer
Fluorchinolone. Das Spektrum der empfindlichen Erreger ist ähnlich
dem der übrigen Fluorchinolonderivate. Fleroxacin ist in vitro
weniger wirksam, wenn die Empfindlichkeitstestung bei saurem pH-Wert
stattfindet. Die Größe des Inokulums spielt bei der In
vitro-Testung keine wesentliche Rolle.
Es existiert keine Kreuzresistenz zwischen Fleroxacin und anderen
Antibiotikaklassen wie den Betalactam-Antibiotika oder den
Aminoglycosiden. Zwischen den einzelnen Chinolon-Derivaten besteht
allerdings Kreuzresistenz.
Mehr zum Wirkmechanismus von Gyrasehemmern findet sich hier
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeigen (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber Fleroxacin oder anderen Chinolonen (einschließlich Nalidixinsäure);
- Epilepsie;
- Schwangerschaft;
- Stillperiode;
- Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase.
Nebenwirkungen
(unerwünschte
Wirkungen)
Es handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (1-10%)
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung
- Schlaflosigkeit, Kopfschmerz, Schwindel, Benommenheit
- Juckreiz, Photosensibilisierung
- erhöhter Serumspiegel von SGOT, SGPT, Gamma-GT, alkalischer Phosphatase, LDH, Harnstickstoff oder Harnstoff;
- Candida-Vaginalmykosen.
Unerwünschte Wirkungen, Einzelfälle
- Hepatitiden
- Sehnenentzündungen, die zum Sehnenanriss führen können
- Krampfanfälle, psychische Störungen wie z.B. Verwirrtheit, Angstzustände, Halluzinationen
- Sehstörungen, wie z.B. Sehtrübungen, Doppelsehen,
verändertes Farbsehen, Lichtempfindlichkeit, Lichtblitze,
verminderte Sehschärfe, Sehverlust, Gesichtsfeldverengungen
- Tinnitus
- Hyperglykämie oder Hypoglykämie
- anaphylaktische Reaktionen (Fleroxacin absetzen, ggf. Schocktherapie)
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
Unerwünschte Wirkungen der Chinolone allgemein, die für Fleroxacin bisher nicht speziell nachgewiesen wurden:
- Gleichgewichtsstörungen mit Schwindel und Ataxie
- Stoffwechselstörungen (bei neueren Chinolonen) wie Hypernatriämie und Hypercalciämie
- hämatologische Veränderungen wie Neutropenie, erhöhte
Blutsenkungsrate, Anämie, Hämolyse, verminderte Leukozyten-
und Neutrophilenwerte