Arzneistoffe von A-Z
Alles zu Wirkstoffen
 



Fluconazol



 

Fluconazol

Formel Fluconazol

Wirkstoffklasse

  • Antimykotikum
  • Azol

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Canifug® 
  • Flucobeta®
  • Flunazul®

Wirkung

Fluconazol, ein Azol-Antimykotikum mit fungistatischer und fungizider Wirkung, hat ein sehr großes Wirkungsspektrum und wird oral und parenteral verwendet. Fluconazol wird bei System-, Schleimhaut- und Vaginalmykosen eingesetzt.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Azol-Antimykotika finden sich hier.

Fluconazol gehört zur Gruppe der "Triazol-Antimykotika". Das Wirkspektrum deckt sich jedoch im Wesentlichen mit dem anderer Azolantimykotika. Die minimalen Hemmkonzentrationen von Fluconazol liegen je nach Spezies zwischen 0,04 und 100 mg/l, z. T. auch darüber.
Zur Hemmung Cytochrom-P450-abhängiger 14α-Desmethylasen von Säugetieren sind 20000-fach höhere Konzentrationen notwendig als zur Bindung an die Lanosterin-14α-Desmethylase der Pilz-Zelle, was einer hohen Selektivität gegenüber menschlichen Hormon- und Cholesterol-bildenden Systemen gleichkommt.
Nachweislich zeigte eine tägliche Gabe von 50 mg Fluconazol über die Dauer von 28d keine Auswirkung auf die Plasma-Konzentrationen von Testosteron bei Männern oder die Steroid-Konzentration bei Frauen im gebärfähigen Alter.
In klinischen Studien zur Endokrinologie wurden bei Frauen, die Fluconazol über 3 Wochen erhalten hatten, keine signifikanten Änderungen in den Durchschnittswerten der 17β-Estradiol-Spiegel nachgewiesen.
200-400 mg Fluconazol/d haben keinen klinisch relevanten Effekt auf die endogenen Steroid-Serum-Spiegel oder auf die ACTH-stimulierte Cortisol-Ausschüttung bei gesunden männlichen Probanden.
Vereinzelt wurden bei Isolaten von Candida albicans und Cryptococcus neoformans Kreuzresistenzen mit Amphotericin B nachgewiesen.
Antibakterielle Effekte von Fluconazol scheinen nach bisherigen Untersuchungen nicht zu existieren.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber Fluconazol und anderen Azol-Derivaten
- Schwangerschaft (bei hoher Dosierung oder wiederholter Gabe, Ausnahme: vitale Indikation)
orale Anwendung zusätzlich:
- kongenitale oder dokumentierte erworbene QT-Verlängerung
- Elektrolytstörungen (Korrektur v.a. von Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Hypocalcämie vor Behandlungsbeginn)
- klinisch relevante Bradykardie, Herzrhythmusstörungen, schwere Herzinsuffizienz

Relative Gegenanzeigen

- schwere Leberfunktionsstörungen (Anwendung nur unter geeigneten Vorsichtsmaßnahmen)
- Schwangerschaft (Standarddosierung und Kurzzeitbehandlung)
- Stillzeit
parenterale Anwendung zusätzlich:
- vorbestehende potentiell proarrhythmische Zustände, wie angeborene oder dokumentierte QT-Verlängerung, Kardiomyopathie (v.a. bei Vorliegen einer Herzinsuffizienz), Sinusbradykardie, symptomatische Arrhythmien, Elektrolytstörungen (Korrektur v.a. von Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Hypocalcämie vor Behandlungsbeginn)

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.


Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Veränderungen der Nierenfunktionsparameter
- Urtikaria
- ungeklärter Kausalzusammenhang, ungeklärte klinische Relevanz: v.a. bei vorbestehenden schweren Grunderkrankungen (wie AIDS oder malignen Erkrankungen) Veränderungen der Funktionstests von Blut, Leber u.a. biochemischen Funktionen
orale Anwendung:
- (fixes) Arzneimittel-Exanthem, akute generalisierte exanthematöse Pustulose
parenterale Anwendung (Kausalzusammenhang nicht gesichert):
- Infektion aufgrund resistenter Mikroorganismen
- Thrombozytopenie, Leukopenie einschließlich Neutropenie, Agranulozytose, Eosinophilie
- Angioödem, Gesichtsödem, Juckreiz, Urtikaria
- Hypercholesterolämie, Hypertriglyceridämie, Hypokaliämie
- Krampfanfälle
- QT-Verlängerung, Torsade de pointes
- Leberversagen, Hepatitis

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)

orale/parenterale Anwendung:
- Kopfschmerzen
- Hautausschläge
- Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Diarrhoe
- klinisch signifikanter Anstieg von AST, ALT und alkalischer Phosphatase

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)

orale/parenterale Anwendung:
- Erschöpfung, Unwohlsein, Asthenie, Fieber
- Krämpfe, Benommenheit, Schlaflosigkeit, Somnolenz, Müdigkeit,
Parästhesien, Tremor, Schwindel
- Pruritus
- Anorexie, Obstipation, Dyspepsie, Flatulenz
- Myalgie
- Mundtrockenheit, verstärktes Schwitzen
- Cholestase, hepatozelluläre Schäden, Ikterus, klinisch signifikanter Anstieg des Gesamtbilirubins
- Geschmacksstörungen
- Anämie
zusätzlich bei oraler Anwendung:
- Veränderungen in den Nierenfunktionstests
- Epilepsie

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)

orale Anwendung:
- exfoliative Hauterkrankungen (Stevens-Johnson-Syndrom)
- anaphylaktische Reaktionen
- ventrikuläre Arrhythmie (QT-Verlängerung, Torsade de pointes)
- Thrombozytopenie, Leukopenie einschließlich Neutropenie, Agranulozytose
- Alopezie
- Hypercholesterolämie, Hypertriglyceridämie, Hypokaliämie
- Leberversagen mit vereinzelten Todesfällen, Hepatische Toxizität, Leberinsuffizienz, Hepatitis, hepatozelluläre Nekrose
parenterale Anwendung:
- Anaphylaxie
- Leberzellnekrose
- Exfoliative Hauterkrankungen (Stevens-Johnson-Syndrom)

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)

orale Anwendung:
- Angioödem, Gesichtsödem
- exfoliative Hautstörungen (toxische epidermale Nekrolyse oder Lyell-Syndrom)