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Fluvastatin

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Fluvastatin

Formel Fluvastatin

Wirkstoffklasse

  • Statine (Syn.: CSE-Hemmer, HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren)

Fertigpräparate

  • Cranoc®
  • Locol®

Wirkung

Fluvastatin hemmt die Cholesterinsynthese in der Leber und führt somit zu einer Senkung des Cholesterinspiegels im Blut (LDL-Cholesterin).

Wirkungsmechanismus

Inhibitoren der 3-Hydroxy-3-methyl-glutaryl-Coenzym A (HMG-CoA)-Reduktase hemmen die intrazelluläre Cholesterolsynthese in der Leber. Zu diesen gehört Simvastatin. Die Geschwindigkeit der Cholesterolbiosynthese wird durch die Aktivität der HMG-CoA-Reduktase als Schlüsselenzym bestimmt. Sie katalysiert die Reduktion von 3-Hydroxy-3-methyl-glutaryl-CoA, das aus drei Molekülen Acetyl-CoA entsteht, zu Mevalonsäure. Diese wird in mehreren Schritten über Isopentenyldiphosphat, Farnesyldiphosphat und Squalen zu Cholesterol verstoffwechselt.

Die HMG-CoA-Reduktasehemmer sind dem physiologischen Substrat der HMG-CoA-Reduktase, dem HMG-CoA ähnlich und haben eine höhere Affinität zur HMG-CoA-Reduktase als dieses. Die HMG-CoA-Reduktase wird kompetitiv gehemmt. Die intrazelluläre Cholesterolsynthese sinkt. Daraufhin steigt an der Oberfläche der Leberzellen die Anzahl der LDL-Rezeptoren, so dass vermehrt LDL und damit auch Cholesterol aus dem Plasma in die Leberzelle aufgenommen werden kann. Auf diese Weise kann LDL um 20-45% gesenkt werden, ohne dass die intrazelluläre Cholesterolkonzentration abnimmt. HMG-CoA kumuliert durch die Hemmung der HMG-CoA-Reduktase nicht in der Zelle; es wird wieder zu Acetyl-CoA abgebaut und in den Intermediärstoffwechsel eingeschleust. Es besteht daher keine Gefahr der Akkumulation potentiell toxischer Steroid-Vorstufen.

Die Cholesterolsynthese wird durch die HMG-CoA-Reduktasehemmer nicht vollständig blockiert, so dass für den Aufbau von Zellmembranen und die Synthese von Steroidhormonen genügend Cholesterol zur Verfügung steht. Unter der Behandlung mit HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren werden im Serum sowohl Gesamt- als auch LDL-Cholsterol und Apolipoprotein B (ein Membrankomplex des LDL-Cholesterols) reduziert, in geringerem Umfang zusätzlich VLDL-Cholesterol und Triglyceride. Der HDL-Cholesterol-Spiegel steigt, ebenso wie die Konzentration an Apolipoprotein A.

Untersuchungen ergaben Hinweise darauf, dass die unter HMG-CoA-Reduktase-Hemmern beobachtet Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse nicht nur mit der cholesterolsenkenden Wirkung, sondern mit weiteren Effekten auf Blutgefäßwand, Blutfluss und -zusammensetzung einhergeht. Mit der Hemmung des PDGF (platelet-derived growth factor) durch Störung der entsprechenden DNA-Synthese durch HMG-CoA-Reduktase-Hemmstoffe wird die Makrophagen- und Plättchenmigration sowie die Proliferation von glatten Muskelzellen und Fibroblasten gehemmt, entsprechend die Plaquebildung in den Gefäßen reduziert. Zudem wurden antithrombotische Effekte gesehen.

Fluvastatin ist der erste vollsynthetische Wirkstoff, der die 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-Coenzym A (HMG-CoA)-Reduktase kompetitiv hemmt.
Ähnlich Pravastatin werden aus den eher hydrophilen Eigenschaften von Fluvastatin besondere Vorteile, z.B. eine besondere "Leberselektivität" oder eine nur geringe bis gänzlich fehlende Penetration der Blut-Hirn-Schranke, abgeleitet, die sich letztlich in einem günstigeren Nutzen-Risiko-Verhältnis widerspiegeln sollen.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Fluvastatin
- aktive Lebererkrankung oder ungeklärte, persistierende Erhöhung der Serumtransaminasen
- Cholestase
- Myopathie
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- seltene homozygote familiäre Hypercholesterolämie: es fehlen zelluläre LDL-Rezeptoren, daher ist die zu erwartende Wirkung eines HMG-CoA-Reduktase-Hemmers geringer; klinische Erfahrungen mit Fluvastatin liegen nicht vor.

Relative Gegenanzeigen
- anamnestisch bekannte Lebererkrankung oder hoher Alkoholkonsum: Anwendung nur mit Vorsicht
- Veranlagung für eine Rhabdomyolyse und deren Komplikationen: wie alle anderen Statine sollte auch Fluvastatin nur mit Vorsicht eingesetzt werden.
- Frauen im gebärfähigen Alter: Anwendung nur, wenn ein wirksamer Konzeptionsschutz besteht; tritt dennoch während der Anwendung von Fluvastatin eine Schwangerschaft ein, so muss die Therapie sofort abgebrochen werden.
- Kinder unter 9 Jahren

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
 
Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Dyspepsie
- abdominale Schmerzen
- Verstopfung
- Flatulenz
- Diarrhoe
- Übelkeit
- Sodbrennen
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Schlaflosigkeit
- Schwindel
- Gelenkschmerzen
Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- HMG-CoA-Reduktase-Hemmer und andere lipidsenkende Substanzen werden mit Veränderungen der biochemischen Leberfunktionsparameter in Zusammenhang gebracht.
Gelegentlich wurden unter der Therapie mit Fluvastatin mäßige Anstiege der Transaminasen im Serum (weniger als das 3fache der oberen Normgrenze) beobachtet. Bei einem geringen Prozentsatz der mit Fluvastatin behandelten Patienten (<1 %) fanden sich bestätigte Erhöhungen der Transaminasen im Serum auf mehr als das 3fache der oberen Normgrenze. In den meisten Fällen fielen die Werte nach Absetzen von Fluvastatin wieder ab bzw. erreichten wieder die Ausgangswerte vor Beginn der Behandlung.
Deutliche Anstiege der CK-Werte auf mehr als das 5fache der oberen Normgrenze wurden bei einer sehr geringen Anzahl der Patienten beobachtet (0,3-1,0%).
Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Hautausschlag
- Urtikaria
- Myalgie
- Schmerzempfindlichkeit der Muskulatur
- Muskelschwäche
- Myopathie
Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Parästhesie
- Dysästhesie
- Hypästhesie
Es ist bekannt, dass die oben genannten Nebenwirkungen auch mit der Grunderkrankung einhergehen können.
- Andere Hauterscheinungen (z.B. Ekzeme, Dermatitis, bullöse Exantheme)
- Reaktionen, die einem Lupus erythematodes ähneln
- Thrombozytopenie
- Angioödem
- Facialödem
- Vaskulitiden
- Myositis
- Rhabdomyolyse
- Hepatitis, die aber nach Absetzen von Fluvastatin zurückging