Arzneistoffe von A-Z
Alles zu Wirkstoffen
 



Formoterol

Günstige originale Druckkassetten für den HP Color LaserJet CP5225 und HP Color LaserJet CP5225n. Bestellen Sie die HP ColorSphere Druckkassetten CE740, CE741, CE742 und CE743 schnell und ohne Risiko auf Rechnung.

 

Formoterol

Formoterol ist ein chiraler Arzneistoff und enthält zwei Stereozentren. Deshalb gibt es vier Stereoisomere: Die (R,R)-Form und die dazu enantiomere (S,S)-Form, sowie die (R,S)- und (S,R)-Form. Der Arzneistoff Formoterol besteht aus dem Racemat  (1:1-Mischung) der (R,R)-Form [oben] und der (S,S)-Form [unten]. Das wirksame Isomer, das Eutomer, ist das (R,R)-Enantiomer, welches auch als Arformoterol bezeichnet wird und ebenfalls therapeutische Verwendung findet.

Formel Formoterol


Wirkstoffklasse

  • β2-Sympathomimetikum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Foradil® 
  • INUVAIR® 
  • Symbicort® 

Wirkung

Formoterol ist ein β2-Sympathomimetikum, das eine lang andauernde Bronchodilatation bewirkt. Der Arzneistoff erschlafft die glatte Muskulatur der Bronchien, der Gefäßmuskulatur und des Uterus.

Wirkungsmechanismus

Der Mechanismus der bronchodilatatorischen bzw. tokolytischen Wirkung von β2-Sympathomimetika besteht in der Aktivierung der Adenylatcyclase, in deren Folge es zu einer Anreicherung von cAMP kommt. Cyclisches AMP aktiviert spezifische Proteinkinasen, die ihrerseits verschiedene inaktive Enzyme (wie Phospholipasen, Triglyceridlipasen) in ihre aktive Form überführen. Dies hat u. a. eine Abnahme der zytosolischen Calcium-Konzentration mit konsekutiver Hemmung der kontraktilen Elemente in der glatten Muskulatur (Darm, Uterus, Gefäßwand) zur Folge, wobei die Konzentration an Calcium-Ionen durch verstärkten Auswärtsstrom aus der Zelle und erhöhte Aufnahme in das sarkoplasmatische Retikulum reduziert wird.
Eine Steigerung der mukoziliären Clearance trägt zur Wirkung bei chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen bei.
β2-Sympathomimetika weisen zudem einen antiallergischen Effekt auf, da sie die Freisetzung von bronchokonstriktorisch wirksamen Mediatoren (wie Histamin, NCF [neutrophile chemotactive factor] und Prostaglandin D2) aus Mastzellen hemmen.
Die durch den Agonismus an β2-Rezeptoren der Gefäßwand hervor gerufene periphere Vasodilatation bewirkt konsekutiv einen reflektorischen positiv chronotropen Effekt ohne wesentliche Steigerung des Herzschlagvolumens. Der diastolische Blutdruck sinkt in der Regel, während der systolische Blutdruck absinken oder ansteigen kann.
Die metabolischen Wirkungen, die v. a. bei erhöhter Dosierung zum Tragen kommen, umfassen eine Senkung des Kalium-Spiegels in Folge erhöhter Aufnahme von Kalium-Ionen in die Skelett-Muskulatur sowie eine Steigerung des Glucose-, Lactat-, Glycerol- und Insulin-Spiegels und der Konzentration an freien Fettsäuren im Serum.
Am Tier wirken β2-Sympathomimetika in hohen Dosen hypertrophisch auf die quergestreifte Muskulatur, die klinische Relevanz ist bisher ungeklärt.

Formoterol ist ein weitgehend selektiver β2-Adrenozeptor-Agonist und bewirkt eine lang anhaltende Bronchodilatation.
Eine Wirkung auf α-Adrenozeptoren ist praktisch nicht nachweisbar, ebenso nur minimale β1-Wirksamkeit.
In vitro-Tests haben gezeigt, dass die Freisetzung von bronchokonstriktorischen proinflammatorischen Mediatoren, wie z.B. Histamin und Leukotrienen, aus passiv sensibilisierten humanen Lungenzellen (Mastzellen) durch Formoterol gehemmt wird. Beim Menschen inhibiert Formoterol die allergische Überempfindlichkeit und blockiert Hautreaktionen.
Formoterol wirkt bei obstruktiven Atemwegserkrankungen und wird zur Prophylaxe von Bronchospasmen durch Inhalationsantigene, Anstrengungsreiz, kalte Luft und Histamin eingesetzt.
Kardiale Effekte bleiben durch die β2-Selektivität weitgehend aus.


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen

- bekannte Überempfindlichkeit gegen Formoterol oder anderen β-Sympathomimetika
- Alter < 6 Jahre
- Thyreotoxikose
- obstruktiv-obstruktive Kardiomyopathie
- idiopathische subvalvuläre Aortenstenose
- AV-Block III. Grades
- vorbestehendes verlängertes QT-Intervall (> 0,44 Sekunden)


Relative Gegenanzeigen

- Phäochromozytom
- okklusive Gefäßerkrankungen, v. a. Arteriosklerose
- Hypertonie
- Aneurysmen
- andere schwere kardiovaskuläre Störungen wie ischämische (koronare) Herzerkrankung, frischer Myokardinfarkt, Tachyarrhythmie, schwere (dekompensierte) Herzinsuffizienz
- schwer kontrollierbarer Diabetes mellitus
- vorbestehende Hypokaliämie
- Schwangerschaft (v. a. 1. Trimenon sowie Zeitraum kurz vor der Geburt)
- Stillzeit


Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Tachykardie
- Palpitationen (meist leicht, oft reversibel innerhalb einiger Tage)
- feinschlägiger Tremor (meist leicht, oft reversibel innerhalb einiger Tage)
- Kopfschmerzen (meist leicht, oft reversibel innerhalb einiger Tage)
- Husten

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- schwerer Bronchospasmus
- Muskelkrämpfe, Myalgie (meist leicht, oft reversibel innerhalb einiger Tage)
- Tachyarrhythmien, Tachykardie
- Erregung, Verwirrtheit, Agitiertheit, Angst, Nervosität, Schlaflosigkeit, Unruhe, Schwindel, Schwitzen
- Reizung/Missempfindungen in Mund und Rachen, Übelkeit, Störungen des Geschmacksempfindens (meist leicht, oft reversibel innerhalb einiger Tage)
- Exanthem, Juckreiz
- Hyperglykämie, Hypokaliämie, Anstieg von Insulin, freien Fettsäuren, Glycerol, Ketonen im Blut

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Vorhofflimmern
- Hypokaliämie
- Überempfindlichkeitsreaktionen wie z.B. starker Blutdruckabfall, Juckreiz, Angioödem, Exanthem, periphere Ödeme, Bronchospasmus, Nephritis
- paradoxer Bronchospasmus
- Hyperkaliämie

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- ventrikuläre Extrasystolen, Angina pectoris, Verlängerung des QTc-Intervalls, Blutdruck-Schwankungen (Abfall oder Anstieg)
- Thrombozytopenie
- akute Asthma-Exazerbation, Dyspnoe
- periphere Ödeme
- überwiegend bei Kindern < 12 Jahre: Übererregbarkeit, hyperaktive Verhaltensauffälligkeiten, Halluzinationen