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Gallopamil


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Gallopamil

Gallopamil ist der internationale Freiname für das Racemat (±)-5-[(3,4- Dimethoxyphenethyl)methyl-amino]-2- isopropyl-2-(3,4,5- trimethoxyphenyl)pentannitril


Formel Gallopamil


Wirkstoffklasse

  • Calciumantagonist

Fertigpräparate

  • Procorum® 
  • Procorum retard® 

Wirkung

Gallopamil, ein Calciumkanal-Blocker vom Verapamil (Phenylalkylamin)-Typ, hemmt den Calciumeinstrom in die Herz- und Gefäßmuskelzelle. Infolge dessen kommt es am Herzen zu einem verminderten Sauerstoffbedarf und zu einer Vasodilatation der Gefäße.
Hinsichtlich supraventrikulärer tachykarder Rhythmusstörungen dient der Effekt auf den AV-Knoten der Wiederherstellung eines normalen Sinusrhythmus.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Calciumantagonisten finden sich hier.

Gallopamil senkt den myokardialen Sauerstoffbedarf direkt durch Eingriff in die Energie-verbrauchenden Stoffwechselprozesse der Herzmuskelzelle und indirekt durch Senkung der Nachlast und Herzfrequenz. Durch den Calcium-antagonistischen Effekt an der glatten Gefäßmuskulatur der Koronarien kommt es zu einer Steigerung der Myokarddurchblutung, auch in poststenotischen Gebieten, und zur Lösung von Koronarspasmen.
Die antihypertensive Wirkung von Gallopamil beruht auf einer Senkung des peripheren Gefäßwiderstandes ohne reflektorische Steigerung der Herzfrequenz. Normale Blutdruckwerte werden nicht nennenswert beeinflusst.
Gallopamil besitzt, insbesondere bei supraventrikulären Herzrhythmusstörungen, eine ausgeprägte antiarrhythmische Wirkung. Es verzögert die Erregungsbildung im Sinusknoten und die Erregungsüberleitung im AV-Knoten. Dadurch wird je nach Art der Rhythmusstörung der Sinusrhythmus wiederhergestellt und/oder die Kammerfrequenz wieder normalisiert. Eine normale Herzfrequenz bleibt unbeeinflusst oder wird geringfügig gesenkt.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- AV-Block II. oder III. Grades
- höhergradige SA-Blockierungen
- Sinusknoten Syndrom
- Herz/Kreislauf-Schock
- akuter Herzinfarkt mit Komplikationen (Bradykardie, ausgeprägte Hypotonie, Linksherzinsuffizienz)
- manifeste Herzinsuffizienz
- Hypotonie (<90 mm Hg systolisch)
- Vorhofflimmern/-flattern bei gleichzeitigem Vorliegen eines Präexzitationssyndroms, z.B. WPW-Syndrom (erhöhtes Risiko einer Kammertachykardie)
- bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Gallopamil
- schwere Nieren- und/oder Lebererkrankung
- Schwangerschaft (fehlende Erfahrungen)
- Stillzeit (fehlende Erfahrungen)
- Alter < 18 Jahre (fehlende Erfahrungen)

Relative Gegenanzeigen

besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich:
- AV-Block I. Grades
- Bradykardie (<50 Schläge/min vor Behandlungsbeginn)
- mittelschwere Leberfunktionsstörungen
- Erkrankungen mit beeinträchtigter neuromuskulärer Transmission (Myasthenia gravis, Lambert-Eaton Syndrom, fortgeschrittene Duchenne Muskeldystrophie)

Nebenwirkungen

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- v.a. bei höherer Dosierung und/oder entsprechender Vorschädigung des Herzens: Bradykardie, SA-, AV-Blockierungen, Herzinsuffizienz

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- übermäßiger Blutdruckabfall und/oder orthostatische Regulationsstörungen
- gastrointestinale Störungen wie Magenbeschwerden, Obstipation, Übelkeit
- Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel, Nervosität
- Knöchelödeme, Hitzegefühl, Flush
- Calciumkanal-Blocker vom Phenylalkylamin-Typ allgemein: Parästhesien

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- allergische Erscheinungen wie Exanthem, Pruritus, Urtikaria
- Bronchospasmen

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- reversible Erhöhung der Serum-Transaminasen und/oder der alkalischen Phosphatase, Cholestase (nach Absetzen reversibel)
- ältere Patienten, Langzeitbehandlung: Gynäkomastie (nach bisherigen Erfahrungen nach Absetzen reversibel)
- Calciumkanal-Blocker vom Phenylalkylamin-Typ allgemein: allergische Reaktionen wie makulopapulöse Exantheme, Erythromelalgie

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Stevens-Johnson-Syndrom
- nach Absetzen reversible Gingiva-Hyperplasie
- angioneurotische Ödeme
- Calciumkanal-Blocker vom Phenylalkylamin-Typ allgemein: Verschlimmerung einer Myasthenia gravis, eines Lambert-Eaton Syndroms, einer fortgeschrittenen Duchenne Muskeldystrohie
- Calciumkanal-Blocker vom Phenylalkylamin-Typ allgemein, nach bisherigen Erfahrungen bei Absetzen reversibel: extrapyramidale Symptome (Parkinson-Syndrom, Choreoathetose, dystone Syndrome)