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Grepafloxacin
Wirkstoffklasse
Antibiotikum
Gyrasehemmer
Fertigpräparate
VAXAR® außer Handel
keine Fertigarzneimittel im Handel
Vorbemerkung
Grepafloxacin wurde 1989 vom Pharmaunternehmen Warner-Lambert
(heute Pfizer) patentiert. Nachdem bei einigen Patienten als
Nebenwirkung das QT-Syndrom (QT-Zeit-Verlängerung), eine Herzrhythmusstörung mit sieben
Todesfällen im Zusammenhang mit der Einnahme des Arzneistoffs
auftraten, wurde es vom Hersteller Ende Oktober 1999 weltweit vom Markt
genommen.
Wirkung
Das Antibiotikum Grepafloxacin ist ein
Gyrase-Hemmer der 2. Generation. Durch die Hemmung der bakteriellen
Gyrase (Topoisomerase II) verhindert die Substanz die erforderliche
Entdrillung und Verdrillung der DNA in der Bakterienzelle, was bei
empfindlichen Bakterien zum Zusammenbruch des Stoffwechsels führt.
Grepafloxacin wirkt bakterizid auf viele aerobe gramnegative,
grampositive und atypische Bakterien. Die Substanz zählt zu den
Breitspektrum-Antibiotika.
Wirkungsmechanismus
Günstig für das Erreichen eines
langandauernden und dabei therapeutisch wirksamen Wirkstoffspiegels in
Plasma, Gewebe und Körperliquor ist eine lange
Eliminationshalbwertszeit von ca. 12 h, welche die von Ciprofloxacin
(3,5 h), Ofloxacin (5-7 h) und Norfloxacin (3-5 h) weit übertrifft
und alleine annähernd von Fleroxacin erreicht wird (10 h).
Dahingehend ist bei Grepafloxacin eine einmalige orale Gabe (400 oder
600 mg) pro Tag möglich, ohne daß die Gefahr subeffektiver
Wirkstoffspiegel besteht.
Mehr zum Wirkmechanismus von Gyrasehemmern findet sich hier
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeigen (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- bekannte Überempfindlichkeit gegen Grepafloxacin oder andere Chinolon-Antibiotika
- mittlere oder schwere Einschränkung der Leberfunktion
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- angeborene oder dokumentierte erworbene QT-Intervallverlängerung
(verlängerte Zeit für den Gesamtkammerkomplex beim EKG)
- Störung des Elektrolythaushaltes (insbesondere Hypokaliämie)
- klinisch relevante Bradykardie (verlangsamter Herzschlag mit Puls < 60/min)
- klinisch relevante Herzinsuffizienz
- reduzierte linksventrikuläre Auswurffunktion
- symptomatische Herzrhythmusstörungen in der Vorgeschichte
Nebenwirkungen
(unerwünschte
Wirkungen)
Es handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Häufige unerwünschte Wirkungen (> 10%)
- Übelkeit
- unangenehmer, substanzspezifisch-metallischer Geschmack
Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (1-10%)
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühl
- Schlaflosigkeit
- Nervosität
- Müdigkeit
- Bauchschmerzen
- Verstopfung
- Durchfall
- Dyspepsie
- trockener Mund
- Erbrechen
- Schwächegefühl (Asthenie)
- Appetitlosigkeit
- Juckreiz
- Hautausschlag
- Photosensibilitätsreaktionen
Seltene unerwünschte Wirkungen (< 1%)
- allergische Reaktionen unterschiedlicher Schweregrade bis zum anaphylaktischen Schock
- Ohnmacht
- Tendinitis (Sehnenentzündung)
- Fieber
- Arthralgie (Gelenkschmerz)
- Myalgie (Muskelschmerz)
- Vaginitis
- exfoliative Dermatitis
- Depressionen
- Halluzinationen
- Verwirrtheit
- Störungen der Sehfähigkeit
- Störungen des Hörens
- Störungen des Geschmacks- und Geruchssinns
Unerwünschte Wirkungen, Einzelfälle
Folgende, einzeln auftretenden Nebenwirkungen sind bei der Anwendung
von Fluorchinolonen beobachtet worden und können
möglicherweise auch bei Grepafloxacin auftreten (genaue Angaben zu
Grepafloxacin stehen noch aus): - cholestatische Gelbsucht
- durch Arzneimittel verursachte 'Hepatitis'
- vorübergehender Sehverlust
- Gleichgewichtsstörungen mit den klinischen Symptomen Vertigo
(Schwindel) und Ataxie (Störung der Bewegungskoordination wie
torkelnder Gang, unsicherer Stand)
- Störungen des Geschmacksempfindens bis zu mehreren Monaten
- Hypoglykämie
- Hypernatriämie
- Hypercalcämie
Ebenso können unter Chinolon-Antibiotika-Therapie hämatologische Veränderungen auftreten:
- Leukozytose (Leukozytenvermehrung > 9000/Kubikmillimeter)
- Leukopenie (Leukozytenverminderung < 5000/Kubikmillimeter)
- Neutropenie (Verminderung der neutrophilen Granulozyten)
- erhöhte Blutsenkungsrate
- Anämie
- Hämolyse
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
Veränderungen von Laborwerten wie:
- Erhöhung von Kreatin und Leberenzymwerten
- Blutharnstoffstickstoff (BUN)
- Urikämie
- Hyperlipidämie
- Thrombozytopenie
- Hyperglykämie