Alles Interessante über Vinylboden findet man hier. Alles Wissenswerte zu Duschrinnen.
Hydrocortison (Syn. Cortisol)
Cortisol, auch Hydrocortison (nicht zu
verwechseln mit Cortison,
der inaktivierten Form des Cortisol), ist ein
Steroidhormon, das in der Zona fasciculata der Nebennierenrinde
gebildet wird.
Hydrocortison und seine Ester werden
systemisch zur Substitutionstherapie und Hemmtherapie, rektal bei
entzündlichen Erkrankungen im unteren Dickdarmbereich und auf
der
Haut bei den verschiedensten entzündlichen und allergischen
Hauterkrankungen, die auf eine äußerliche Behandlung
mit
Glucocorticoiden ansprechen, angewendet.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine
Informationen zum
Wirkmechanismus der Glucocorticoide finden sich hier.
Hydrocortison ist ein natürliches Hormon der
Nebennierenrinde.
Die Menge der renal eliminierten unveränderten Substanz
beträgt etwa 10-100 μg/d, dies entspricht etwa 1 % der
von der
Nebennierenrinde täglich produzierten Menge.
Am Morgen werden im Serum physiologische Konzentrationen zwischen 4-30
μg/ml erreicht.
Die Hydrocortison-Sekretion erfolgt in 8-12 vom ZNS über
ACTH-Ausschüttung gesteuerten Episoden im zirkadianen
Rhythmus.
Dabei liegt die Zeit der maximalen Plasma-Spiegel zwischen 3-8 h.
Danach fällt der Plasma-Spiegel langsam ab mit einem Minimum
zwischen 18-24 h.
Die Cushing-Schwellendosis für Erwachsene wird mit 30-40 mg/d
(KG 75 kg, Dauer 14 d) angegeben.
Mit der biologischen Halbwertszeit von etwa 8-12 h gehört
Hydrocortison zu den kurz wirksamen Glucocorticoiden, auf Grund der
kurzen Wirkungsdauer führt Hydrocortison damit bei einer
täglichen kontinuierlichen Gabe nicht zu Kumulation.
Bei lokaler Anwendung von 0,1- bis 1%igen Zubetreitungen von
Hydrocortison acetat auf der Haut bzw. Schleimhaut wirkt die Substanz
v. a. akut entzündungshemmend, juckreizstillend und
antiallergisch.
Extern angewendetes Hydrocortison beeinflusst im therapeutisch
angegebenen Dosisbereich die Fibroblasten-Bildung nicht und wirkt nicht
antiproliferativ, daher eignen sich entsprechende Zubereitungen
besonders zur Behandlung rein entzündlicher Hauterkrankungen
ohne
hyperproliferativen Anteil.
Hormon-Regulationen und Stoffwechselvorgänge werden unter
diesen Bedingungen nicht verändert.
Die relative entzündungshemmende Äquivalenzdosis
zwischen
verschiedenen Glucocorticoiden beträgt: 5 mg Prednisolon,
entspricht 5 mg Prednison, entspricht 0,7 mg Dexamethason, entspricht
0,7 mg Betamethason, entspricht 2,5 mg Cloprednol, entspricht 4 mg
Triamcinolon, entspricht 4 mg Methylprednisolon, entspricht 20 mg
Hydrocortison, entspricht 25 mg Cortisol.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Hydrocortison
okuläre bzw. rektale Anwendung von Hydrocortison acetat:
- Überempfindlichkeit gegen Hydrocortison acetat
okuläre Anwendung von Hydrocortison acetat,
zusätzlich:
- Herpes corneae superficialis
- bakterielle Infektionen am Auge
- akute Phasen viraler Infektionen
- Verletzungen bzw. ulzeröse Prozesse der Hornhaut
- Eng- bzw. Weitwinkelglaukom
- Augentuberkulose
- Augenmykose
rektale Anwendung von Hydrocortison acetat als 0,033 %ige Zubereitung,
zusätzlich:
- spezifische Hautprozesse (z. B. Tuberkulose, Lues, Gonorrhoe) im
Behandlungsbereich
- Varizellen
- Vakzinationsreaktionen
- bakterielle Hautinfektionen
- Mykosen
- periorale Dermatitis
- Rosacea
- Alter < 1 Jahr
rektale Anwendung von Hydrocortison acetat als 10 %ige Zubereitung,
zusätzlich:
- Abszess-Bildungen bzw. Perforationen im Dickdarm-Bereich
- Peritonitis
- ausgedehnte Fistel-Bildungen
- Magen-Darm-Ulzera
- schwere Osteoporose
- Virus-Erkrankungen
- akute und chronische bakterielle Infektionen
- Tuberkulose ohne Tuberkulostatika-Schutz
- System-Mykosen
- psychische Erkrankungen
- Eng- bzw. Weitwinkelglaukom
externe (kutane) Anwendung von Hydrocortison (0,25 %ige bzw. 0,5 %ige
Zubereitung):
- spezifische Hauterscheinungen (Lues, Tuberkulose)
- Virus-Infektionen (z. B. Varizellen, Herpes simplex, Herpes zoster)
- Vakzinationsreaktionen
- Mykosen (unbehandelt)
- bakterielle Hautinfektionen (unbehandelt)
- Acne vulgaris
- Steroid-Akne
- periorale Dermatitis
- Rosacea
Relative Gegenanzeigen
systemische Anwendung von Hydrocortison bzw. Natrium hydrocortison
hydrogensuccinat:
- Magen-Darm-Ulzera
- schwere Osteoporose
- Corticoid-induzierte Psychose
- schwere Hypertonie
- Herzinsuffizienz
- Wachstumsalter
- Eng- bzw. Weitwinkelglaukom
- Diabetes mellitus
okuläre bzw. rektale Anwendung von Hydrocortison acetat bzw.
externe (kutane) Anwendung von Hydrocortison:
- Schwangerschaft (v. a. 1. Trimenon)
- Stillzeit
rektale Anwendung von Hydrocortison acetat als 0,033 %ige Zubereitung,
zusätzlich:
- Alter 1-12 Jahre
rektale Anwendung von Hydrocortison acetat als 10 %ige Zubereitung,
zusätzlich:
- akute schwere Colitis ulcerosa mit drohender Perforation (Gefahr der
Perforation)
- Divertikulitis (Gefahr der Perforation)
- Enteroanastomosen (Zeitraum unmittelbar postoperativ, Gefahr der
Perforation)
- Diabetes mellitus
- schwere Herzinsuffizienz
- schwer einstellbare Hypertonie
- Myasthenia gravis
- Wachstumsalter
externe (kutane) Anwendung von Hydrocortison (0,25 %ige bzw. 0,5 %ige
Zubereitung):
- Alter < 6 Jahre (Anwendung nur auf Verschreibung)
- Alter 6-18 Jahre (vorsichtige Anwendung, im Vergleich zu Erwachsenen
größere KO im Vergleich zum Körpergewicht,
schwächere Barriere-Leistung der Hornschicht)
- höheres Lebensalter (schwächere Barriere-Leistung
der Hornschicht als jüngere Erwachsene)
Nebenwirkungen
(unerwünschte
Wirkungen)
Es handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
systemische Anwendung von Hydrocortison bzw. Natrium hydrocortison
hydrogensuccinat, v. a. hoher Dosen über längere Zeit:
- Fettverteilungsstörungen wie Vollmondgesicht und
Stammfettsucht
- Gewichtszunahme
- Natrium-Retention mit Ödem-Bildung, vermehrte
Kalium-Ausscheidung
- Hypertonie
- Störungen der Sexualhormon-Sekretion (Amenorrhoe, Impotenz),
Inaktivität bzw. Atrophie der Nebennierenrinde,
Wachstumshemmung
bei Kindern
- verminderte Glucose-Toleranz, Diabetes mellitus
- Osteoporose, aseptische Knochennekrosen (Femur- und Humeruskopf)
- Muskelschwäche (bei vorbestehender Myasthenia gravis
reversible
Verschlechterung der Muskelschwäche ggf. mit konsekutiver
myasthenischer Krise möglich)
- Magen-Darm-Ulzera, Pankreatitis, Oberbauchbeschwerden
- Vaskulitis
- verzögerte Wundheilung
- Striae rubrae, Petechien, Ekchymosen, Steroid-Akne
- Schwächung der Immunabwehr mit Erhöhung des
Infektionsrisikos (bestimmte Virus-bedingte Erkrankungen [z. B.
Varizellen, Herpes simplex oder, während der
virämischen
Phase, Herpes zoster] können einen schweren, manchmal auch
lebensbedrohlichen Verlauf nehmen)
- psychische Störungen
- Erhöhung des Thrombose-Risikos
- Katarakt, Glaukom
okuläre Anwendung von Hydrocortison acetat:
- bei länger dauernder Anwendung: Erhöhung des
Augeninnendrucks, Glaukom (auch mit Schädigung des Sehnervs,
Einschränkung der Sehschärfe oder des Gesichtsfeldes)
- grauer Star
- Infektionen des Auges durch Pilze, Bakterien, Viren
- Corticoide allgemein, bei gleichzeitigen Erkrankungen, die zu einer
Verdünnung der Horn- oder Lederhaut führen:
Perforation
- Corticoide allgemein: trophische Hornhaut-Schäden
- Corticoide allgemein, bei längerer
Anwendung/höherer Konzentration: Verzögerung der
Wundheilung
rektale Anwendung von Hydrocortison acetat:
- bei länger dauernder Anwendung in hoher Dosierung: Wirkungen
analog systemischer Anwendung möglich bzw. nicht
auszuschließen
externe (kutane) Anwendung von Hydrocortison (0,25-1 %ige Zubereitung):
- kurzzeitige Hautreizungen, Störung der Wundheilung
- Anwendung unter Okklusion (v. a. bei Kindern und
Säuglingen):
Miliaria, Hypopigmentierung, Mazeration der Haut, Follikulitis,
Hauttrockenheit, Brennen, Juckreiz, Hautreizungen
- bei langfristiger großflächiger Anwendung, v. a.
unter
Okklusion oder bei stark vorgeschädigter Haut: Wirkungen
analog
systemischer Anwendung möglich bzw. nicht
auszuschließen