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Ibuprofen

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Weiterführende Informationen zur Thematik Stempeluhr.

 

Ibuprofen

Die Formeln zeigen (R)-(-)-Ibuprofen (oben) und (S)-(+)-Ibuprofen (unten). (S)-(+)-Ibuprofen (Dexibuprofen) ist das wirksame Enantiomer, aber (R)-(−)-Ibuprofen wird im Körper durch eine Isomerase (2-Arylpropionyl-CoA-epimerase) in Dexibuprofen umgewandelt. In den FErtigarzneimitteln liegt immer das Racemat (eine Mischung aus beiden Enatiomeren) vor.

Formel Ibuprofen

Wirkstoffklasse

  • Nichtsteroidales Antirheumatikum
  • Nichtopioides Analgetikum
  • Antiphlogistikum
  • Antipyretikum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Aktren® 
  • Nurofen®
  • Dolormin®
  • IBU-ratiopharm®

Wirkung

Ibuprofen, ein Hemmstoff der Prostaglandin-Synthese (COX-Hemmung), reduziert entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber.
Bei Frühgeborenen kann mit Ibuprofen ein nach der Geburt persistierender Ductus arteriosus Botalli geschlossen werden.


Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR) finden sich hier.


Ibuprofen
als Hemmstoff der Prostaglandin-Synthese ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR) und reduziert entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber.
Die Substanz hemmt reversibel die ADP- und die Kollagen-induzierte Plättchenaggregation und verlängert die Blutungszeit, besitzt aber keinen Einfluss auf die Prothrombinzeit oder die Gerinnungszeit von Vollblut.
Dem Mechanismus, mit dem Ibuprofen an der Schließung des Ductus arteriosus Botalli beteiligt ist, liegt die maßgebliche Rolle von Prostaglandinen beim Persistieren des Ductus arteriosus nach der Geburt zu Grunde. Ibuprofen senkt bei Neugeborenen signifikant die Plasma-Konzentrationen von Prostaglandinen und deren Metaboliten, v.a. PGE2 und 6-Keto-PGF1alpha.
Es existieren Hinweise darauf, dass Ibuprofen in den Pathomechanismus der Alzheimer-Entstehung eingreift, indem es die gamma-Sekretase hemmt. Dieser Multienzymkomplex katalysiert die Bildung des pathogenetisch bedeutsamen Amyloid-Peptids Aβ42 aus dem Amyloid-Precursor-Protein.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- bekannte Überempfindlichkeit gegen Ibuprofen
systemische Anwendung, zusätzlich:
- gastrointestinale Hämorrhagien
- schwere Nierenfunktionsstörungen
- zerebrovaskuläre oder andere aktive Blutungen
orale, rektale Anwendung:
- ungeklärte Blutbild-Störungen
- Magen- oder Duodenalulzera (auch bei wiederholtem Auftreten in der Anamnese)
- gastrointestinale Blutungen oder Perforationen im Zusammenhang mit einer Behandlung mit nicht-steroidalen Antiphlogistika in der Anamnese
- 3. Trimenon der Schwangerschaft
- schwere Herzinsuffizienz
- schwere Leberfunktionsstörungen
- Alter < 3 Monate
retardierte orale Darreichungsformen, zusätzlich:
- Alter < 18 Jahre
parenterale Behandlung (Frühgeborene), zusätzlich:
- lebensbedrohliche Infektionen
- angeborene Herzerkrankungen, bei denen ein offener Ductus arteriosus für eine ausreichende Lungen- oder Körper-Durchblutung erforderlich ist (z.B. Pulmonalatresie, Fallot-Tetralogie, schwere Aortenisthmus-Stenose)
- bekannte nekrotisierende Enterokolitis oder ein entsprechender Verdacht
- deutliche Erhöhung des unkonjugierten Bilirubins im Blut
- Thrombozytopenie, Koagulationsstörungen

Relative Gegenanzeigen
orale, rektale Anwendung:
strenge Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses:
- angeborene Störung des Porphyrin-Stoffwechsels (z.B. akute intermittierende Porphyrie)
- 1. und 2. Trimenon der Schwangerschaft
- Stillzeit
- Alter < 6 Monate
- bei systemischem Lupus erythematodes (SLE) sowie Mischkollagenosen (mixed connective tissue disease)
- bestehende Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse wie Hyperlipidämie, Diabetes mellitus etc. (v.a. bei Initiierung einer Langzeittherapie)
besonders sorgfältige ärztliche Überwachung:
- Magen-Darm-Beschwerden, Hinweise auf Magen- oder Darmgeschwüre, anamnestisch bekannte chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Risiko der Verschlechterung der Erkrankung)
- unkontrollierte Hypertonie, Herzinsuffizienz, ischämische Herzerkrankung, periphere arterielle Verschlusskrankheit und/oder zerebrovaskuläre Erkrankung (Nutzen/Risiko-Abwägung)
- Zeitraum direkt nach größeren chirurgischen Eingriffen
- Gerinnungsstörungen
- höheres Lebensalter
- eingeschränkte Nierenfunktion
- Leberfunktionsstörungen
Anwendung nur unter Notfallbereitschaft und direkter ärztlicher Kontrolle:
- allergische Rhinitis, Nasenpolypen, chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen
- Überempfindlichkeit gegen andere nichtsteroidale Antirheumatika
- bekannte allergische Disposition gegen andere Substanzen
parenterale Anwendung (Frühgeborene):
- Infektionen
lokale perkutane Anwendung:
- Stillzeit
- Schwangerschaft (Kontraindikation für großflächige, längerfristige Anwendung)
- allergische Prädisposition
- Alter < 14 Jahre

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
orale/rektale Anwendung:
- Beeinträchtigung der weiblichen Fertilität in Folge Beeinträchtigung der Ovulation (bei Absetzen reversibel)
höher dosierte, längerfristige systemische Anwendung:
- arterielle thrombotische Ereignisse (z.B. Schlaganfall, Myokardinfarkt)
- Hypertonie
rektale Anwendung, zusätzlich:
- schmerzhafte Schleimhaut-Reizungen

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
orale/rektale Anwendung:
- gastrointestinale Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Diarrhoe, Obstipation, geringfügige Magen-Darm-Blutverluste (geringere Inzidenz bei niedrig dosierter Anwendung)
parenterale Anwendung (Frühgeborene):
- Thrombozytopenie, Neutropenie
- bronchopulmonale Dysplasie
- Anstieg des Kreatinins, Abnahme von Natrium im Blut

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
orale/rektale Anwendung:
- Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Reizbarkeit, Erregung, Schlaflosigkeit (geringere Inzidenz bei niedrig dosierter Anwendung)
- gastrointestinale Ulzera, u.U. mit Blutungen und Durchbruch (teilweise ohne Warnsymptomatik, insgesamt häufiger bei Patienten im höheren Lebensalter, u.U. mit letalem Ausgang, geringere Inzidenz bei niedrig dosierter Anwendung)
parenterale Anwendung (Frühgeborene):
- intraventrikuläre Blutungen, periventrikuläre Leukomalazie, pulmonale Blutungen
- nekrotisierende Enterokolitis, Darm-Perforation
- Oligurie, Wasser-Retention, Hämaturie
lokale perkutane Anwendung:
- Hautrötungen, Jucken, Brennen, Hautausschlag (auch mit Pustel-, Quaddelbildung)

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
orale/rektale Anwendung:
- Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag und Hautjucken sowie Asthmaanfälle mit und ohne Blutdruckabfall
- Ödeme (insbesondere bei vorbestehender arterieller Hypertonie oder Niereninsuffizienz)
- interstitielle Nephritis (ggf. mit akuter) Niereninsuffizienz, nephrotisches Syndrom
- Gastritis
- bei vorbestehendem Morbus Crohn bzw. Colitis ulcerosa: Verstärkung der bestehenden Erkrankung
- Sehstörungen
parenterale Anwendung (Frühgeborene):
- Hypoxämie
- Magen-Darm-Blutungen
- akutes Nierenversagen


Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
orale/rektale Anwendung:
- Urikämie, Störungen der Blutbildung (Anämie, Leukopenie, Agranulozytose, Panzytopenie, Thrombozytopenie), Anämie auf Grund geringfügiger Magen-Darm-Blutverluste
- Ösophagitis, Ausbildung von intestinalen, Diaphragma-artigen Strikturen, v.a. bei Langzeittherapie: Leberschäden, Leberversagen, akute Hepatitis
- Alopezie
- v.a. zu Behandlungsbeginn (1. Monat): schwere Verlaufsformen von Hautreaktionen, wie Erythema exsudativum multiforme (Stevens-Johnson-Syndrom), exfoliative Dermatitis, Lyell-Syndrom
- Papillennekrosen
- Verschlechterung infektionsbedingter Entzündungen (z.B. nekrotisierende Fasciitis), Symptomatik einer aseptischen Meningitis mit Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder Bewusstseinstrübung (Prädisposition evtl. bei vorbestehenden Autoimmunerkrankungen)
- Depression, psychotische Reaktionen
- Tinnitus
- arterielle Hypertonie, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Palpitationen
- schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit folgenden möglichen Symptomen: Gesichtsödem, Zungenschwellung, innere Kehlkopf-Schwellung mit Einengung der Luftwege, Luftnot bis zum Asthma-Anfall, Tachykardie, Blutdruckabfall bis hin zum bedrohlichen Schock
lokale perkutane Anwendung:
- bei entsprechender Prädisposition: bronchospastische Reaktionen



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