Die Primärstruktur von Insulin aspart ist
mit Ausnahme von Aspartinsäure (= Asparaginsäure) an Stelle
von Prolin in Position 28 der B-Kette identisch mit der
Primärstruktur von Insulin human (Humaninsulin).
Wirkstoffklasse
Antidiabetikum
Fertigpräparate
NovoMix®
NovoRapid®
Wirkung
Insulin aspart ist ein Humaninsulin-Analogon,
das wegen seines sehr raschen Wirkeintritts unmittelbar vor,
während oder nach den Mahlzeiten appliziert werden kann, so dass
keine Spritz-Ess-Abstände wie bei natürlichem Humaninsulin
eingehalten werden müssen.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der Insuline finden sie hier.
Insulin aspart
wird gentechnisch hergestellt aus rekombinanter DNA in Saccharomyces
cerevisiae. Insulin aspart besteht wie humanes Insulin aus zwei
über Disulfidbrücken verbundenen Aminosäurenketten
(A-Kette und B-Kette). Die Aminosäuresequenz ist mit der von
humanem Insulin bis auf die Position 28 am C-terminalen Ende der
B-Kette identisch, die bei humanem Insulin von Prolin, bei Insulin
aspart von Asparaginsäure eingenommen wird. Der Tausch von Prolin
durch Aspraginsäure verhindert eine Interaktion der
Aminosäure Glycin in Position 23 der B-Kette mit der
Aminosäure in Position 28. Mit dem Wegfall dieser Interaktion
sinkt die Tendenz der Eiweißmoleküle, sich zu Dimeren
zusammen zu lagern. Es resultiert ein rascherer Wirkungseintritt.
Da die Carboxy-terminalen Aminosäuren nicht an der Interaktion von
Insulin mit seinem Rezeptor beteiligt sind, weist Insulin aspart eine
ähnliche Affinität (79-92 %) zum Insulinrezeptor auf wie
physiologisches Insulin (100 %).
Im Vergleich zu löslichem Humaninsulin ist der Wirkeintritt bei
Insulin aspart schneller und die Glucosekonzentration ist - soweit man
die ersten vier Stunden nach einer Mahlzeit beurteilt - niedriger. Im
Vergleich zu löslichem Humaninsulin hat Insulin aspart (schnell
wirkendes, lösliches) nach subkutaner Injektion eine kürzere
Wirkdauer. Wird Insulin aspart subkutan verabreicht, tritt die Wirkung
innerhalb von 10 bis 20 Minuten nach der Injektion ein. Das Wirkmaximum
ist 1 bis 3 Stunden nach der Injektion erreicht. Die Wirkdauer
beträgt 3 bis 5 Stunden.
Biphasisch wirkendes Insulin aspart (lösliches Insulin
aspart/Insulin aspart-Protamin-Kristalle im Verhältnis 30/70,
50/50 oder 70/30) ist eine biphasische Suspension von Insulin aspart
(schnell wirkendes Humaninsulin-Analogon) und Insulin
aspart-Protamin-Kristallen (intermediär wirkendes
Humaninsulin-Analogon), die 30 %, 50 % bzw. 70 % lösliches Insulin
aspart enthält. Dies hat einen schnellen Wirkungseintritt und
ermöglicht daher im Vergleich zu löslichem Humaninsulin eine
kurzzeitigere Gabe vor oder nach einer Mahlzeit (innerhalb von null bis
zehn Minuten vor oder nach der Mahlzeit). Die kristalline Phase (70 %,
50 % bzw. 30 %) besteht aus Insulin aspart-Protamin-Kristallen und hat
ein Wirkprofil, das dem des humanen NPH-Insulins ähnlich ist. Wird
die biphasische Suspension subkutan verabreicht, tritt die Wirkung
innerhalb von 10 bis 20 Minuten nach der Injektion ein. Das Wirkmaximum
ist 1 bis 4 Stunden nach der Injektion erreicht. Die Wirkdauer
beträgt bis zu 24 Stunden.
Das Insulin aspart in der löslichen Phase wird schneller aus der
Subkutanschicht resorbiert als der lösliche Insulinanteil von
biphasischem Humaninsulin. Die verbleibenden Insulin
aspart-Protamin-Kristalle haben ein verlängertes, dem humanen
NPH-Insulin ähnliches Resorptionsprofil.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Gesicherte Anwendungsgebiete: 2. Indikation
biphasisch wirkendes Insulin aspart (Lösliches Insulin aspart/Insulin aspart-Protamin-Kristalle):
Zur Behandlung von Diabetes mellitus
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
-
Refraktionsanomalien: Refraktionsanomalien können zu Beginn einer
Insulintherapie auftreten. Diese Symptome sind normalerweise
vorübergehender Natur.
- Diabetische Retinopathie: Eine langfristige
Verbesserung der Blutzuckereinstellung verringert das Risiko des
Fortschreitens einer diabetischen Retinopathie. Eine Intensivierung der
Insulintherapie mit einer abrupten Verbesserung der
Blutzuckereinstellung kann jedoch mit einer vorübergehenden
Verschlechterung der diabetischen Retinopathie verbunden sein.
-
Lipodystrophie: An der Injektionsstelle kann eine Lipodystrophie
entstehen, wenn versäumt wurde, die Einstichstellen innerhalb des
Injektionsbereiches zu wechseln.
- Lokale Überempfindlichkeit:
Während der Insulintherapie können lokale Überempfindlichkeitsreaktionen
(Schmerzen, Rötung, Nesselsucht, Entzündungen, Schwellung und Juckreiz
an der Injektionsstelle) auftreten. Diese Reaktionen sind gewöhnlich
vorübergehend und klingen normalerweise im Verlauf der Behandlung ab.
- Ödeme: Zu Beginn einer Insulintherapie können Ödeme
auftreten. Diese Symptome sind normalerweise vorübergehend.
- Urtikaria, Exanthem, Hautausschlag
Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
-
Periphere Neuropathie: Eine rasche Besserung der Blutzuckerkontrolle
kann mit Beschwerden verbunden sein, die als "akute schmerzhafte
Neuropathie" bezeichnet werden und normalerweise reversibel sind.
Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
-
Anaphylaktische Reaktionen: Symptome generalisierter
Überempfindlichkeit können generalisierten Hautausschlag, Jucken,
Schwitzen, gastrointestinale Störungen, angioneurotisches Ödem,
Atembeschwerden, Herzklopfen und Blutdruckabfall einschließen.
Generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen können lebensbedrohlich
sein.