Wirkstoffklasse
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Fertigpräparate
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Wirkung
Insulin glargin wird gentechnisch aus E. coli-Kulturen (K12-Stämme)
gewonnen und unterscheidet sich von normalem Insulin durch drei
Aminosäuren. Die Freisetzung aus dem subkutanen Gewebe in den
Blutkreislauf ist verzögert, wodurch eine langanhaltende und
kontinuierliche Insulinfreisetzung erreicht wird.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Insuline finden sie hier.
Insulin glargin ist ein Humaninsulin-Analogon mit stark retardierter
Wirkung. Das Retardierungsprinzip besteht nicht im Zusatz von Stoffen,
sondern ist im Molekül selbst verwirklicht durch die Veränderung des
isoelektrischen Punkts mittels Einbau von basischen Aminosäuren. Durch
Verschiebung des isoelektrischen Punkts des Insulinproteins wird die
Löslichkeit bei verschiedenen pH-Werten beeinflusst. Insulin glargin hat
eine geringe Löslichkeit im neutralen pH-Bereich. Im sauren pH-Bereich
der Injektionslösung (pH 4) ist es vollständig löslich. Nach der
Injektion in das Subkutangewebe wird die saure Lösung neutralisiert, was
zu einer Bildung von Mikropräzipitaten führt, aus denen konstant
geringe Mengen von Insulin glargin freigesetzt werden. Dies hat ein
gleichmäßiges, berechenbares Konzentrations-Zeit-Profil ohne Spitzen und
eine verlängerte Wirkdauer zur Folge.
Insulinrezeptorbindung:
Insulin glargin ist Humaninsulin in Bezug auf die Kinetik der
Insulinrezeptorbindung sehr ähnlich. Es wird daher angenommen, dass
Insulin glargin über die Insulinrezeptoren die gleiche Art Wirkung
vermitteln kann wie Insulin.
In klinischen pharmakologischen Studien
konnte gezeigt werden, dass intravenös verabreichtes Insulin glargin und
Humaninsulin die gleiche Wirkstärke besitzen, wenn sie in identischen
Dosen verabreicht werden. Allerdings folgt aus der Veränderung der
Aminosäuren-Primärstruktur unter anderem eine Veränderung der Affinität
gegenüber IGF-1- und Insulinrezeptoren: Insulin glargin besitzt eine ca.
6-8fach stärkere Affinität zu IGF-1-Rezeptoren im Vergleich zu
Humaninsulin bei in vitro vergleichbarer mitogener Aktivität.
Die
längere Wirkdauer von Insulin glargin hängt direkt mit dessen
verzögerter Resorption zusammen und spricht für eine einmal tägliche
Verabreichung. Der Zeit-Wirkungs-Verlauf bei Insulin und Insulin-Analoga
wie Insulin glargin kann inter- und intraindividuell erheblich
verschieden sein.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Insulin glargin
Relative Gegenanzeigen
-
Aufgrund begrenzter Erfahrung konnten die Wirksamkeit und
Verträglichkeit von Insulin glargin bei folgenden Patientengruppen nicht
beurteilt werden: Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion oder
Patienten mit mäßig/stark eingeschränkter Nierenfunktion.
- Schwangerschaft
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
-
Die Verabreichung von Insulin kann im Körper die Bildung von
Insulin-Antikörpern auslösen. In klinischen Studien wurden mit
Humaninsulin und Insulin glargin kreuzreagierende Antikörper mit der
gleichen Häufigkeit in den NPH-Insulin- und Insulin
glargin-Behandlungsgruppen beobachtet. In seltenen Fällen kann das
Vorhandensein solcher Insulin-Antikörper die Anpassung der Insulindosis
erforderlich machen, um eine Neigung zu Hyper- oder Hypoglykämien
auszugleichen.
- Wie bei jeder Insulintherapie kann es an der
Injektionsstelle zu einer Lipodystrophie kommen, die die
Insulinresorption im betroffenen Bereich verzögert. Ein ständiger
Wechsel der Einstichstelle im gegebenen Injektionsbereich kann helfen,
diese Reaktionen abzuschwächen oder zu vermeiden.
Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
-
Hypoglykämie: Schwere Hypoglykämien, insbesondere wenn sie wiederholt
auftreten, können zu neurologischen Schäden führen. Anhaltende oder
schwere Hypoglykämien können lebensbedrohlich sein.
Bei vielen
Patienten gehen die Zeichen der adrenergen Gegenregulation denen einer
Neuroglucopenie voraus. Im Allgemeinen sind diese Gegenregulation und
ihre Symptome umso ausgeprägter, je stärker und schneller der
Blutzuckerspiegel fällt.
Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
-
Reaktionen an der Einstichstelle: Diese Reaktionen können sich in Form
von Rötung, Schmerz, Juckreiz, Quaddeln, Schwellung oder Entzündung
äußern. Die meisten leichteren Reaktionen auf Insulin an der
Injektionsstelle bilden sich in der Regel innerhalb von wenigen Tagen
oder Wochen zurück.
- Lipohypertrophie
Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Lipoatrophie
Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
-
Allergische Reaktionen vom Sofort-Typ: Solche Reaktionen auf Insulin
(einschließlich Insulin glargin) oder einen der Hilfsstoffe können z. B.
mit generalisierten Hautreaktionen, Angioödem, Bronchospasmus,
Blutdruckabfall und Schock einhergehen und lebensbedrohlich sein.
-
Ödeme: In seltenen Fällen kann Insulin eine Natriumretention und Ödeme
verursachen, insbesondere wenn eine zuvor schlechte
Stoffwechseleinstellung durch Intensivierung der Insulintherapie
verbessert wird.
- Sehstörungen: Eine deutliche Veränderung der
Blutzuckereinstellung kann vorübergehende Sehstörungen verursachen, die
durch eine vorübergehende Veränderung des Quellungszustandes und damit
der Brechkraft der Augenlinse bedingt sind.
- Retinopathie: Eine über
einen längeren Zeitraum verbesserte Blutzuckereinstellung mindert das
Risiko des Fortschreitens einer diabetischen Retinopathie. Eine
Intensivierung der Insulintherapie mit abrupter Verbesserung des
Blutzuckerspiegels kann jedoch zu einer vorübergehenden Verschlechterung
einer Retinopathie führen. Bei Patienten mit proliferativer
Retinopathie, insbesondere wenn diese nicht laserbehandelt ist, kann
eine schwere Hypoglykämie zur vorübergehenden Erblindung führen.
Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Geschmacksstörung
- Myalgie