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Insulin human

 

Insulin human

Formel bzw. AS-Sequenz von Insulin human


Wirkstoffklasse

  • Antidiabetikum

Fertigpräparate

  • Actraphane® 
  • Actrapid® 
  • Insuman® 

Wirkung

Insulin ist ein Proteohormon und wird in den B-Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Es setzt sich aus 2 Aminosäureketten zusammen — der A-Kette und der B-Kette —, die über Disulfidbrücken miteinander verlinkt sind.
Insulin dient in erster Linie der Aufrechterhaltung der Blutglucosehomöostase und ist das einzige blutzuckersenkende Hormon. Es führt zu einer Steigerung anaboler und zu einer Hemmung kataboler Stoffwechselwirkungen.


Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Insuline finden sie hier.

Insulin human wird je nach Formulierung aus Saccharomyces cerevisiae oder K-12 Stämmen von Escherichia coli gentechnisch oder enzymatisch aus Schweineinsulin hergestellt. Humaninsulin ist strukturell und chemisch gleichwertig mit körpereigenem Humaninsulin pankreatischen Urprungs und wirkt pharmakodynamisch vergleichbar.
Der Verzögerungseffekt beim so genannten Isophan-Insulin beruht auf einer Suspension von Protamin-Insulin-Kristallen. Diese Suspension zeichnet sich durch Isophanie aus, d.h. Protamin und Insulin sind so bemessen, dass beide in einem Komplex vollständig gebunden werden. Eine andere Möglichkeit, einen Verzögerungseffekt zu erwirken, besteht darin, Insulin als Zinksuspension aus kristallinen und nichtkristallinen Partikeln zu verarbeiten.
Normalinsulin hingegen ist ein Humaninsulin mit einer kurzen Wirkdauer und raschem Wirkungseintritt.


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Insulin human
- Hypoglykämie
Insulin human-Lösung (Normalinsulin):
- Einsatz weder in externen oder implantierten Insulinpumpen (Ausnahme: für Insulinpumpen geeignetes Insulin human) noch in Peristaltikpumpen mit Silikonschläuchen
Isophan-Insulin human-Suspension und biphasische Isophan-Insulin human-Suspension mit gelöstem Insulin und kristallinem Protamin-Insulin:
- intravenöse Anwendung
- Einsatz weder in Infusionspumpen noch in externen oder implantierten Insulinpumpen

Relative Gegenanzeigen
- Schwangerschaft: Vorsicht geboten (abhängig vom einzelnen Produkt)

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen,ohne Angabe der Häufigke
- Eine Hypoglykämie, im Allgemeinen die häufigste Nebenwirkung der Insulintherapie, kann auftreten, wenn die Insulindosis den Bedarf überschreitet. Die Häufigkeit des Auftretens variiert in klinischen Studien und während der Anwendung im Markt je nach Patientenpopulation und Dosierschema. Deshalb können keine spezifischen Angaben zur Häufigkeit gemacht werden.
Schwere Hypoglykämien, insbesondere wenn sie wiederholt auftreten, können zu neurologischen Schäden führen. Anhaltende oder schwere Hypoglykämien können lebensbedrohlich sein.
Bei vielen Patienten gehen die Zeichen der adrenergen Gegenregulation denen einer Neuroglucopenie voraus. Im Allgemeinen sind diese Gegenregulation und ihre Symptome umso ausgeprägter, je stärker und schneller der Blutzuckerspiegel fällt.
Aus klinischen Studien bekannt gewordene unerwünschte Arzneimittelwirkungen:
- allergische Reaktionen vom Sofort-Typ (Blutdruckabfall, Angioödem, Bronchospasmus, generalisierte Hautreaktionen), Insulin-Antikörper.
Allergische Reaktionen vom Sofort-Typ auf Insulin oder einen der sonstigen Bestandteile können lebensbedrohlich sein. Die Verabreichung von Insulin kann im Körper die Bildung von Insulin-Antikörpern auslösen. In seltenen Fällen kann das Vorhandensein solcher Insulin-Antikörper die Anpassung der Insulindosis erforderlich machen, um eine Neigung zu Hyper- oder Hypoglykämien auszugleichen.
- Natriumretention: Insulin kann eine Natriumretention und Ödeme verursachen, insbesondere wenn eine zuvor schlechte Stoffwechseleinstellung durch Intensivierung der Insulintherapie verbessert wird.
- proliferative Retinopathie, diabetische Retinopathie, Sehstörungen
Eine deutliche Veränderung der Blutzuckereinstellung kann vorübergehende Sehstörungen verursachen, die durch eine vorübergehende Veränderung des Quellungszustandes und damit der Brechkraft der Augenlinse bedingt sind.
Eine über einen längeren Zeitraum verbesserte Blutzuckereinstellung mindert das Risiko des Fortschreitens einer diabetischen Retinopathie. Eine Intensivierung der Insulintherapie mit abrupter Verbesserung des Blutzuckerspiegels kann jedoch zu einer vorübergehenden Verschlechterung einer Retinopathie führen.
- Entzündung, Schwellung, Schmerz, Juckreiz, Rötung an der Injektionsstelle: Die meisten leichteren Reaktionen auf Insulin an der Injektionsstelle bilden sich in der Regel innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen zurück.

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
Aus klinischen Studien bekannt gewordene unerwünschte Arzneimittelwirkungen:
- Ödeme
- Reaktionen an der Einstichstelle

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
Aus klinischen Studien bekannt gewordene unerwünschte Arzneimittelwirkungen:
- Schock
- Urtikaria an der Einstichstelle
- Periphere Neuropathie: Eine rasche Besserung der Blutzuckerkontrolle kann mit Beschwerden verbunden sein, die als akute schmerzhafte Neuropathie bezeichnet werden und normalerweise reversibel sind.
- Refraktionsanomalien: Refraktionsanomalien können zu Beginn einer Insulintherapie auftreten. Diese Symptome sind normalerweise vorübergehender Natur.
- Lipodystrophie:
Wie bei jeder Insulintherapie kann es an der Injektionsstelle zu einer Lipodystrophie kommen, die die Insulinresorption im betroffenen Bereich verzögert. Ein ständiger Wechsel der Einstichstelle im gegebenen Injektionsbereich kann helfen, diese Reaktionen abzuschwächen oder zu vermeiden.
- Urtikaria, Exanthem

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Anaphylaktische Reaktionen: Symptome generalisierter Überempfindlichkeit, einschließlich generalisierter Hautausschlag, Jucken, Schwitzen, gastrointestinale Störungen, angioneurotisches Ödem, Atembeschwerden, Herzklopfen, niedriger Blutdruck und Ohnmacht/Bewusstlosigkeit. Generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen können lebensbedrohlich sein.