Die Primärstruktur von Insulin lispro ist
mit Ausnahme der Aminosäuren, die in Position 28 und 29 der
B-Kette vertauscht sind, identisch mit der Primärstruktur von
Insulin human (Humaninsulin).
Wirkstoffklasse
Antidiabetikum
Fertigpräparate
Humalog®
Liprolog®
Wirkung
Insulin lispro ist ein Humaninsulin-Analogon,
das wegen seines sehr raschen Wirkeintritts unmittelbar vor und falls
notwendig auch nach einer Mahlzeit appliziert werden kann, so dass
keine Spritz-Ess-Abstände wie bei natürlichem Humaninsulin
eingehalten werden müssen.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der Insuline finden sie hier.
Das biosynthetisch über rekombinante DNA aus Escherichia coli
hergestellte Insulinderivat unterscheidet sich von Humaninsulin durch
die umgekehrte Reihenfolge der Aminosäuren 28 (Lysin) und 29
(Prolin) in der B-Kette. Dieser Aminosäureaustausch erschwert die
Bildung von Hexameren, so dass Insulin lispro wesentlich rascher wirkt.
Im Vergleich zu Normalinsulin hält die Wirkung von Insulin lispro
kürzer an.
Normalinsulin bildet in neutraler Lösung Hexamere, die nach der
Injektion in der Subkutis zunächst in Dimere dissoziieren und dann
zu Monomeren zerfallen, die in die Blutbahn übertreten. Die
Ausbildung zu Hexameren in konzentrierten Lösungen bedingt, dass
Insulin bei subkutaner Applikation nicht unmittelbar in monomerer Form
- und nur so tritt es in die Blutbahn über - zur Verfügung
steht. Daraus ergibt sich die bekannte Verzögerung der Resorption
und des Wirkungseintritts von Normalinsulin. Zwar bildet Insulin lispro
auch Hexamere, die jedoch rascher dissoziieren.
In in vitro-Studien waren die Wirkungen von Insulin lispro denen von
Humaninsulin sehr ähnlich, einschließlich der Bindung an
Insulinrezeptoren und der Wirkung auf wachsende Zellen. Studien belegen
ebenfalls, dass die Dissoziation vom Insulinrezeptor für Insulin
lispro und Humaninsulin equivalent ist.
Studien bewiesen, dass die maximale Insulinkonzentration im Plasma bei
gleicher Dosierung nach der Applikation von Insulin lispro 20-65 %
höher, die AUC aber kleiner ist als nach Normalinsulin und die
postprandiale Glucosespiegelveränderung weniger ausgeprägt
ist. Die Plasma-Glucosekonzentration war unter Insulin lispro 1 h nach
einer Mahlzeit 10-30 % niedriger als bei Patienten, die mit
Normalinsulin behandelt wurden. Auch die Fläche unter der
Glucose-Konzentrations-Zeit-Kurve war nach der Gabe von Insulin lispro
kleiner als nach der Gabe von Normalinsulin. Die nächtlichen
Plasma-Glucosespiegel waren bei den mit Insulin lispro behandelten
Patienten höher als bei den Patienten der Kontrollgruppe. Die
HbA1c-Werte waren nach mehrmonatiger Therapie mit Insulin lispro im
Vergleich zum Ausgangswert nicht oder allenfalls nur geringfügig
verändert. Der raschere Abfall der Konzentration von Insulin
lispro im Plasma entspricht eher den physiologischen Verhältnissen
und könnte bewirken, dass Zwischenmahlzeiten überflüssig
werden.
Bei Typ 1- und bei Typ 2-Diabetikern konnte in klinischen
Untersuchungen mit Insulin lispro im Vergleich zu Normalinsulin eine
reduzierte postprandiale Hyperglykämie nachgewiesen werden.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Insulin lispro
- Hypoglykämie
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen,ohne Angabe der Häufigke
-
Die häufigste Nebenwirkung jeder Insulinbehandlung ist die
Hypoglykämie. Schwere Hypoglykämien können zu Bewusstlosigkeit und im
Extremfall zum Tod führen. Eine genaue Häufigkeitsangabe zum Auftreten
von Hypoglykämien erfolgt nicht, da das Auftreten einer Hypoglykämie aus
dem Zusammenspiel zwischen Insulindosis und anderen Faktoren wie
Ernährung und körperlicher Betätigung resultiert.
Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
-
lokale allergische Reaktionen: Hautrötungen, Schwellungen oder Juckreiz
können an der Injektionsstelle auftreten. Sie verschwinden gewöhnlich
innerhalb weniger Tage bis weniger Wochen von selbst. In einigen Fällen
können diese Erscheinungen durch andere Faktoren als Insulin verursacht
werden, z. B. durch Hautdesinfektionsmittel oder mangelhafte
Injektionstechnik.
Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- An der Injektionsstelle kann eine Lipodystrophie auftreten.
Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
-
Eine systemische Allergie ist selten, aber potentiell gefährlicher und
stellt eine generalisierte Insulinallergie dar. Sie kann Hautausschlag
am ganzen Körper, Kurzatmigkeit, keuchenden Atem, Blutdruckabfall,
schnellen Puls oder Schwitzen hervorrufen. Schwere generalisierte
allergische Reaktionen können lebensbedrohlich sein.