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Isosorbidmononitrat


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Isosorbidmononitrat

Formel Isosorbidmononitrat

Wirkstoffklasse

  • Vasodilatator
  • Nitrat

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Monoclair® 
  • Corangin®
  • ISMN STADA®

Wirkung

Isosorbidmononitrat ist ein Vertreter der Nitrat-Verbindungen. Die Substanz wird bei Angina pectoris eingesetzt, wobei ihre Wirkung vorrangig auf einer Relaxation der glatten Gefäßmuskulatur beruht. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Behandlung der schweren Herzinsuffizienz.

Wirkungsmechanismus

Die vorrangige Wirkung von Nitrat-Verbindungen beruht auf einer direkten Relaxation der glatten Gefäßmuskulatur. Die postkapillären Kapazitätsgefäße und die großen Arterien, insbesondere die noch reagiblen Teile von Koronararterien, sind hierbei stärker betroffen als die Widerstandsgefäße. Die Vasodilatation in der systemischen Strombahn führt zur Zunahme der venösen Kapazität (pooling), der Rückstrom zum Herzen wird vermindert, Ventrikel-Volumina und Füllungsdrucke sinken (preload Senkung). Verkleinerter Ventrikel-Radius und verminderte systolische Wandspannung senken den myokardialen Energie- bzw. O2-Bedarf.
Die Abnahme der kardialen Füllungsdrucke begünstigt die Perfusion Ischämie-gefährdeter, subendokardialer Wandschichten, regionale Wandbewegung und Schlagvolumen können verbessert werden.
Die Dilatation der großen Herz-nahen Arterien führt zu einer Abnahme sowohl des systemischen (afterload Senkung) als auch des pulmonalen Auswurf-Widerstandes.
Nitrat-Verbindungen bewirken eine Relaxation der Bronchialmuskulatur, der ableitenden Harnwege, der Muskulatur der Gallenblase, des Gallenganges sowie des Ösophagus, des Dünn- und Dickdarmes einschließlich der Sphinkteren.
Auf molekularer Ebene wirken Nitrate über die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO). NO diffundiert zu den glatten Gefäßmuskel-Zellen und stimuliert dort die lösliche Guanylatcyclase, welche für die Umwandlung von Guanosintriphosphat (GTP) in cyclisches Guanosinmonophosphat (cGMP) verantwortlich ist. Über mehrere Zwischenschritte führt die steigende cGMP-Konzentration zu einem Absinken der intrazellulären Calcium-Konzentration und damit zur Relaxation der Gefäßmuskel-Zellen.

Isosorbidmononitrat ist ein Koronartherapeutikum, welches zu den Nitraten gehört. Es wird bei koronaren Herzkrankheiten eingesetzt, wobei seine Wirkung vorrangig auf einer Relaxation der glatten Muskulatur beruht.
Die Substanz erweist sich jedoch auch bei (insbesondere schwerer) Herzinsuffizienz mit ausgeprägter venöser Lungenstauung als wirksam, wobei das Herzminutenvolumen allenfalls leicht ansteigt.
Isosorbidmononitrat weist eine längere Wirkdauer auf als Isosorbiddinitrat. Die für den gleichen therapeutischen Effekt erforderliche Dosis von Isosorbidmononitrat ist nur etwa halb so groß wie die von Isosorbiddinitrat.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber Isosorbidmononitrat und anderen Nitrat-Verbindungen
- akutes Kreislauf-Versagen (Schock, Kreislauf-Kollaps)
- kardiogener Schock, sofern nicht durch intraaortale Gegenpulsation oder positiv inotrope Kompensation ein ausreichend hoher linksventrikulärer, enddiastolischer Druck gewährleistet ist
- ausgeprägte Hypotonie (<90 mm Hg systolisch)
orale Anwendung als Brausetabletten (Einzeldosis 40 mg), zusätzlich:
- Alter <18 Jahre

Relative Gegenanzeigen
- hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie, konstriktive Perikarditis, Perikard-Tamponade
- Aorten- und/oder Mitralstenose
- Neigung zu orthostatischen Kreislaufregulationsstörungen
- Erkrankungen mit erhöhtem intrakraniellem Druck
- niedriger Füllungsdruck, z.B. bei akutem Herzinfarkt, Linksherzinsuffizienz
- Schwangerschaft (sorgfältige Nutzen/Risiko-Abwägung)
- Stillzeit (sorgfältige Nutzen/Risiko-Abwägung)
- Alter <18 Jahre

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- in Folge relativer Umverteilung des Blutflusses in hypoventilierte Alveolargebiete: vorüber gehende Hypoxämie, konsekutiv myokardiale Hypoxie (letzteres bei vorbestehender koronarer Herzkrankheit)
- bei vorbestehendem Methämoglobin-Reduktase- oder Diaphorase-Mangel, abnormaler Hämoglobin-Struktur: Bildung von Methämoglobin

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- v.a. zu Behandlungsbeginn: Kopfschmerzen (meist Abklingen im weiteren Behandlungsverlauf)

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- v.a. zu Behandlungsbeginn bzw. Dosiserhöhung: Blutdruckabfall und/oder orthostatische Hypotension, ggf. mit reflektorischer Erhöhung der Puls-Frequenz, Benommenheit, Schwindel- oder Schwäche-Gefühl

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Übelkeit, Erbrechen
- Flush, allergische Hautreaktionen
- starker Blutdruckabfall mit Verstärkung der Angina pectoris-Symptomatik, Kollaps-Zustände, u.U. häufig mit bradykarden Arrhythmien und Synkopen

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- exfoliative Dermatitis