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Kanamycin


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Kanamycin

Die Kanamycine sind eine Gruppe strukturell eng verwandter Glycoside. In allen Fällen ist das 2-Desoxystreptamin (mittlerer Teil in der Struktur) glycosidisch über die 4–OH-Gruppe an ein 3-D-Glucosaminderivat verknüpft. Handelsübliches Kanamycin enthält hauptsächlich Kanamycin A, ist aber ein Gemisch aus den Kanamycinen A (oben), B (Mitte) und C (unten).

Formel Kanamycin A

Formel Kanamycin B

Formel Kanamycin C


Wirkstoffklasse

  • Aminoglykosidantibiotikum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Kanamycin-POS® 
  • Kanamytrex® 
  • Kana-Stulln® 

Wirkung

Das Aminoglycosid-Antibiotikum Kanamycin bindet an die bakteriellen Ribosomen. Dadurch werden fehlerhafte Proteine produziert, die den Mikroorganismus irreversibel schädigen. Die Substanz wirkt bakterizid auf die meisten aeroben gramnegativen und wenige aerobe grampositive Bakterien. Kanamycin gehört zu den Breitspektrum-Antibiotika.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkungsmechanismus der Aminoglycoside finden sich hier.

Kanamycin ist ein Aminoglycosid-Antibiotikum mit dosisabhängig bakteriostatischer bis bakterizider Wirkung
Das Wirkungsoptimum befindet sich im pH-Bereich zwischen 7,5 und 8,0.
Zwischen Kanamycin und Neomycin bzw. Paromomycin besteht vollständige Parallelresistenz, partielle Parallelresistenz besteht mit anderen Aminoglycosid-Antibiotika.
Eine Resistenzentwicklung unter der Therapie mit Kanamycin ist möglich. Diese beruht meist auf der Modifikation des Antibiotikums durch Enzyme. Das modifizierte Antibiotikum bindet nicht mehr an Ribosomen.


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- erwiesene Überempfindlichkeit gegenüber Kanamycin

Relative Gegenanzeigen

- Überempfindlichkeit gegen andere Aminoglycoside (Risiko der Kreuzreaktion)
Vorsichtige Anwendung in der:
- Schwangerschaft
- Stillzeit

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.


Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
In Analogie zu anderen Antibiotika kann bei längerem Gebrauch eine Superinfektion mit nicht Kanamycin-empfindlichen Erregern auftreten. Allerdings ist ein Wachstum von resistenten Erregern nicht beobachtet worden.

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)

Lokale Überempfindlichkeitserscheinungen (Pruritus, Exanthem, Angioödem, Kontaktdermatitis, Urtikaria)

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)

Es kann eine Überempfindlichkeitsreaktion auftreten, die ein Absetzen von Kanamycin erforderlich macht.