Aus der Strukturformel von Ketoconazol ist erkennbar, dass das
Molekül am 1,3-Dioxolan-Ring zwei Stereozentren in der 2- und in
der 4-Position enthält. Theoretisch gibt es also folgende vier
Stereoisomere: Die (2S,4R)-Form [oben] und die dazu spiegelbildliche
(2R,4S)-Form [unten] sowie die (2S,4S)-Form und die dazu
spiegelbildliche (2R,4R)-Form. Als Arzneistoff wird ein
Racemat (1:1-Gemisch) der zueinander enantiomeren (2S,4R)-Form
und der (2R,4S)-Form eingesetzt, das auch als racemische cis-Form oder
(±)-cis-Form bezeichnet wird. Die (2R,4R)-Form sowie die
(2S,4S)-Form haben keine praktische Bedeutung.
Wirkstoffklasse
Antimykotikum
Azol
Fertigpräparate
Terzolin®
Nizoral®
Ket®
Wirkung
Ketoconazol gehört zu den
Azol-Antimykotika mit einer relativ großen therapeutischen
Breite. Ketoconazol wirkt fungistatisch und besitzt ein breites
Wirkungsspektrum, das nahezu alle menschen- und tierpathogenen Pilze
umfasst. Der antimykotische Effekt ist auf eine Hemmung der
Ergosterol-Biosynthese zurückzuführen, wodurch es zu einer
Kumulation von Ergosterol-Vorstufen kommt. Ergosterol ist ein
essentieller Bestandteil der Zellmembran von Pilzen.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der Azol-Antimykotika finden sich hier.
Aus der unterschiedlichen
Beeinflussung der Ergosterin- und Cholesterol-Biosynthese durch
verschiedene Azol-Antimykotika wird eine unterschiedliche
Toxizität dieser Derivate und damit eine unterschiedliche
therapeutische Breite abgeleitet, wobei Ketoconazol zu den
Azol-Antimykotika mit einer relativ großen therapeutischen Breite
gerechnet wird.
Ketoconazol ist bei lokaler Anwendung gut wirksam gegen
äußere Infektionen mit Pityrosporum spp., besonders
Pityrosporum ovale, dessen vermehrtes Vorkommen eine wichtige Rolle bei
der Pathogenese der seborrhoischen Dermatitis spielt, besonders
hinsichtlich der Symptome Rötung und Schuppung.
Zusätzlich zu dem bekannten Wirkmechanismus der Azol-Antimykotika
bewirkt Ketoconazol bei Candida albicans eine Störung der
Transformation von der leichter phagozytierbaren Knospenform in die
Myzelform.
Ketoconazol hemmt in höheren Dosen die Testosteron-Synthese und
beeinflusst die Arachidonsäure-Kaskade durch Hemmung der
Thromboxan-Synthetase und der 5-Lipoxygenase, wodurch eine erniedrigte
Synthese-Aktivität von Leukotrien B4 resultiert.
Resistenzen:
Bei Ketoconazol-resistenten Stämmen von Candida albicans wurden
Kreuzresistenzen zu anderen Azol-Antimykotika nachgewiesen (z.B.
Fluconazol, Itraconazol).
Toxizität:
Elektrophysiologische Untersuchungen am Herzen haben gezeigt, dass
Ketoconazol den Kalium-Ausstrom aus der Muskelzelle hemmt und dadurch
die Dauer des Aktionspotentials verlängert.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- bekannte Überempfindlichkeit gegen Ketoconazol
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Hautreizungen wie Brennen, Jucken, Rötung
- lokale allergische Hautreaktionen, z.B. Kontaktdermatitis (kein klarer Kausalzusammenhang)
Behandlung der behaarten Kopfhaut:
- Austrocken bzw. Fettigwerden der Haare
- bei chemisch angegriffenem oder grauem Haar: vorüber gehende Verfärbung
- vermehrter Haarausfall
Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
Behandlung der behaarten Kopfhaut:
- Verklebungen der Haare, vorüber gehend stumpfer erscheinende Haare