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Lacosamid
Wirkstoffklasse
Antiepileptikum
Antikonvulsivum
Fertigpräparate
Vimpat®
Wirkung
Lacosamid ist ein Arzneistoff aus der
Gruppe der Antikonvulsiva, der in der Behandlung von epileptischen
Anfällen eingesetzt wird. Lacosamid kann zur Zusatzbehandlung
fokaler epileptischer Anfälle mit oder ohne sekundäre
Generalisierung bei Patienten ab 16 Jahren angewendet werden. In
Kombination mit Levetiracetam, Carbamazepin, Phenytoin, Valproat,
Lamotrigin, Topiramat oder Gabapentin zeigte Lacosamid in
präklinischen
Untersuchungen synergistische oder additive antikonvulsive Wirkungen.
Wirkungsmechanismus
Lacosamid
ist eine funktionalisierte Aminosäure. Der genaue
Wirkmechanismus, über den Lacosamid seine antiepileptische
Wirkung beim
Menschen ausübt, muss noch vollständig
aufgeklärt werden. Zwei Aspekte
könnten für die beobachtete therapeutische Wirkung
von Bedeutung sein:
In-vitro-Studien zur Elektrophysiologie haben gezeigt, dass Lacosamid
selektiv die langsame Inaktivierung der spannungsabhängigen
Natriumkanäle verstärkt und dadurch zur
Stabilisierung hypererregbarer
Neuronalmembranen beiträgt. Außerdem bindet
Lacosamid an CRMP-2
(Collapsin Response Mediator Protein-2), ein Phosphoprotein, das vor
allem im Nervensystem exprimiert wird und an der Differenzierung von
Nervenzellen sowie der Steuerung des axonalen Auswachsens beteiligt ist.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Lacosamid
darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der
sonstigen Bestandteile
- bekannter atrioventrikulärer (AV-)Block 2. oder 3. Grades.
In klinischen Studien wurde unter Lacosamid eine Verlängerung
des
PR-Intervalls beobachtet. Lacosamid darf daher nur mit besonderer
Vorsicht bei Patienten angewendet werden, bei denen
bekanntermaßen
Störungen der Erregungsleitung oder eine schwere
Herzerkrankung wie
Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte vorliegen.
Lacosamid ist mit besonderer Vorsicht bei Patienten anzuwenden, die mit
anderen Arzneimitteln behandelt werden, die bekanntermaßen
mit einer
Verlängerung des PR-Intervalls assoziiert sind (z.B.
Carbamazepin,
Lamotrigin, Pregabalin) und bei Patienten, die mit
Klasse-I-Antiarrhythmika behandelt werden. In Subgruppenanalysen wurde
jedoch bei Patienten unter gleichzeitiger Gabe von Carbamazepin oder
Lamotrigin kein erhöhtes Risiko für
PR-Intervallverlängerungen im
Rahmen klinischer Studien identifiziert.
Vorsicht ist
besonders geboten bei der Behandlung von älteren Patienten,
weil bei
diesen ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen
bestehen kann oder wenn
Lacosamid in Kombination mit PR-verlängernden Arzneimitteln
angewendet
wird.
Nebenwirkungen
(unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Gelegentliche unerwünschte
Wirkungen (≥ 0,1% und < 1%):
- Die Anwendung von Lacosamid wird mit einer dosisabhängigen
Verlängerung des PR-Intervalls in Verbindung gebracht.
Nebenwirkungen,
die mit einer Verlängerung des PR-Intervalls assoziiert sind
(z.B.
atrioventrikulärer Block, Synkope, Bradykardie),
können möglicherweise
auftreten.
- AV-Block ersten Grades tritt bei Epilepsiepatienten
mit der Inzidenz “gelegentlich” auf (0,7%, 0%, 0,5%
bzw. 0% unter
Lacosamid 200 mg, 400 mg, 600 mg bzw. Placebo). Es wurden keine
Fälle
von AV-Block zweiten oder höheren Grades bei
Lacosamid-Patienten
beobachtet.
- Die Inzidenzrate für Synkopen
ist“gelegentlich” und
unterscheidet sich nicht zwischen mit Lacosamid (0,1%) und Placebo
(0,3%) behandelten Epilepsiepatienten.