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Lansoprazol


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Lansoprazol

Formel Lansoprazol


Wirkstoffklasse

  • Protonenpumpenhemmer (PPI)
  • Ulkustherapeutikum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Agopton® 
  • Lansogamma® 
  • Lanso TAD® 

Wirkung

Lansoprazol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer, der zur Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie bei Refluxösophagitis eingesetzt wird. Weiterhin kann es als Teil der Kombinationstherapie in der Helicobacter pylori-Eradikation angewendet werden. Es bewirkt eine Minderung der Säureproduktion im Magen.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Protonenpumpenhemmer finden sich hier.

Lansoprazol ist ein Ulkusmittel aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer. Es blockiert die basale und stimulierte gastrale Säuresekretion in der terminalen Phase unabhängig vom auslösenden Reiz. Wie andere Vertreter dieser Stoffgruppe, z.B. Omeprazol, unterscheidet sich Lansoprazol damit von anderen Ulkustherapeutika wie den Histamin-H2-Antagonisten oder den m-Cholinozeptorantagonisten, die die Säuresekretion entsprechend ihrer spezifischen Rezeptoraffinität nur partiell blockieren können. Über die Hemmung der Säuresekretion hinaus kommt es unter Lansoprazol schließlich zu einer Abnahme der insgesamt sezernierten Magensäure sowie - wenn auch nicht so ausgeprägt - zu einer Hemmung der Pepsinsekretion. Die Hydrogencarbonatsekretion wird durch Lansoprazol gesteigert. Ferner besitzt Lansoprazol nach In vitro-Studien auch eine antibakterielle Wirkung gegen Helicobacter pylori. Sie entspricht der Wirkung von Bismutsubcitrat.
Die Serum-Gastrin-Konzentration ist nach wiederholter Gabe von Lansoprazol erhöht. Sie führt im Tierexperiment nach langfristiger Gabe (bis zu 2 Jahre) zu einer Hyperplasie so genannter ECL-Zellen (enterochromaffin-like cells) sowie in einigen Fällen zur Ausbildung von Karzinoiden. Es scheint sich jedoch dabei im Wesentlichen um ein speziesabhängiges Phänomen zu handeln, das in hoher Dosierung auch nach Gabe von Histamin-H2-Antagonisten beobachtet werden kann. Beim Menschen ist nach 2monatiger Behandlung mit 30 bis 60 mg Lansoprazol pro Tag ein Anstieg der Serum-Gastrinwerte um etwa 100% beschrieben. Der Effekt ist reversibel. Etwa 1 bis 12 Wochen nach Absetzen der Medikation werden wieder Ausgangswerte erreicht. Eine ECL-Hyperplasie ist damit innerhalb dieses Zeitraumes offensichtlich nicht verbunden. Lediglich bei einem Patienten, der wegen refraktärer peptischer Ulzera über 30 Monate mit 30 bis 120 mg Lansoprazol behandelt wurde, war eine ECL-Zell-Hyperplasie nachweisbar. Die klinische Relevanz dieses Befundes wird derzeit als gering eingeschätzt.

Ferner besitzt Pantoprazol nach In vitro-Studien auch eine antibakterielle Wirkung gegen Helicobacter pylori. Sie ist pH-abhängig und unter aziden Bedingungen besonders ausgeprägt. Klinisch ist dieser Effekt - wie auch unter der Behandlung mit Omeprazol und Lansoprazol - allerdings unbedeutend. Pantoprazol hat nach Untersuchungen an gesunden Probanden keinen Einfluss auf die Funktion des Herz-Kreislaufs, z.B. Herzfrequenz, Elektrokardiogramm oder Blutdruck.
Die Hemmung der Säuresekretion durch Lansoprazol ist dosisabhängig und erreicht bei gesunden Probanden nach oraler Einmalgabe von 30 mg Werte von 80 bis 97%. Trotz der kurzen Halbwertszeit von Lansoprazol ist die gastrale Säureproduktion auch 24 Stunden nach der Einnahme noch zu etwa 50% blockiert, was letztlich auf die irreversible Hemmung der H+/K+-ATPase und die dadurch notwendige De-novo-Synthese des Enzyms zurückzuführen ist. Die Wirkung ist in der Regel unabhängig vom Zeitpunkt der Einnahme. Auch die Gabe vor oder nach dem Essen scheint keinen unterschiedlichen Einfluss auf die Säuresekretion zu besitzen. Nach einer klinischen Studie führt die morgendliche Nüchterneinnahme von Lansoprazol allerdings zu einer stärkeren Anhebung des gastralen pH-Wertes als die abendliche Anwendung. Wie nach Gabe anderer Säuresekretionshemmer, z.B. Histamin-H2-Antagonisten wie Cimetidin, bleibt jedoch der physiologische (zirkadiane) Rhythmus der Säuresekretion unter Lansoprazol erhalten.

Die Wirkungen von Lansoprazol kommen durch irreversible Hemmung der gastralen Protonenpumpe (H+/K+-ATPase) zustande, die im Austausch gegen Kaliumionen für den Transport von Säureäquivalenten in das Magenlumen sorgt. Lansoprazol blockiert damit die gastrale Säuresekretion in der terminalen Phase und somit unabhängig vom auslösenden Stimulus Acetylcholin, Histamin oder Gastrin. Wie andere Protonenpumpenhemmer ist Lansoprazol primär inaktiv und wird erst bei stark saurem pH in den sekretorischen Kanälchen (Canaliculi) in die eigentliche Wirkform, ein Sulfenamid, umgewandelt.
Die gastrale Protonenpumpe besteht aus zwei Untereinheiten, einer großen katalytischen oder alpha-Untereinheit mit 1033 Aminosäuren und einer Proteinmasse von 114 kDa sowie einer kleineren, glykosilierten beta-Untereinheit mit 291 Aminosäuren und einer Proteinmasse von 35 kDa. Wie bei der nahe stehenden Na+/K+-ATPase, die für den Natrium-Kalium-Gradienten in erregbaren Strukturen verantwortlich ist, erfolgt der Ionentransport durch die H+/K+-ATPase infolge Konformationsänderung des Enzyms, die durch eine ATP-abhängige Phosphorylierung in Gegenwart von zytoplasmatischen H+-Ionen sowie durch eine anschließende Dephosphorylierung durch extrazelluläre K+-Ionen induziert wird. Die H+/K+-ATPase ist ein membrandurchspannendes Enzym, dessen alpha-Untereinheit 10 und dessen beta-Untereinheit lediglich eine transmembranäre Schleife besitzt. Etwa 80% des Enzyms (überwiegend in Form der alpha-Untereinheit) befinden sich im Zytoplasma. Etwa 15% sind in der Membran lokalisiert, der Rest (überwiegend in Form der beta-Untereinheit) ist extrazytoplasmatisch angeordnet. Lansoprazol und andere Benzimidazole binden nach Aufnahme in den zytoplasmatischen Raum in ihrer aktiven Form an die alpha-Untereinheit, hemmen so den Ionentransport und damit die H+-Ionensekretion in das Lumen. Unterschiede zwischen den verschiedenen Benzimidazolderivaten bestehen jedoch in der Anzahl der intrazellulären Bindungsstellen. So bindet Lansoprazol offensichtlich relativ unspezifisch an nahezu alle transmembranären Schleifen (M7/M8, M3/M4, M5/M6 oder M1/M2), während Omeprazol nur an M7/M8 und M5/M6 bindet. Selektiv nur an M5/M6 bindet dagegen Pantoprazol, ein weiterer Protonenpumpenhemmer. Man geht daher davon aus, dass diese Region mit dem Protonen-pumpenden Anteil der H+/K+-ATPase identisch ist. Die Bindung der Benzimidazole erfolgt kovalent an die Aminosäure Cystein und ist unter In vivo-Bedingungen irreversibel. In vitro lässt sich die Bindung dagegen durch Zugabe SH-gruppenhaltiger Verbindungen wie Mercaptoethanol, Glutathion oder Acetylcystein aufheben.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Lansoprazol

Relative Gegenanzeigen
- mittelschwere/schwere Leberfunktionseinschränkung
- Schwangerschaft
- Stillzeit

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollstänals Kombinationstherapie in der Helicobacter pylori-Eradikationdige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Übelkeit, Diarrhoe, Magenschmerzen, Obstipation, Erbrechen, Flatulenz, trockener Mund oder Hals
- Anstieg der Leberenzymwerte
- Urtikaria, Juckreiz, Hautausschlag
- Müdigkeit, Krankheitsgefühl

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Thrombozytopenie, Eosinophilie, Leukopenie
- Depression
- Arthralgie, Myalgie
- Ödem

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Anämie
- Schlaflosigkeit, Halluzination, Verwirrtheit
- Unruhe, Vertigo, Parästhesie, Somnolenz, Tremor
- Sehstörungen
- Glossitis, Candidose der Speiseröhre, Pankreatitis, Geschmacksstörungen
- Hepatitis, Gelbsucht
- Petechien, Purpura, Haarausfall, Erythema multiforme, Photosensibilität
- interstitielle Nephritis
- Gynäkomastie, Impotenz
- Fieber, Hyperhidrose, Angioödem, Anorexie

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Agranulozytose
- Panzytopenie
- Colitis, Stomatitis
- Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom
- anaphylaktischer Schock
- Anstieg der Cholesterol- und Triglyceridspiegel, Hyponatriämie