Lansoprazol ist ein Arzneistoff aus der
Gruppe der Protonenpumpenhemmer, der zur Behandlung von Magen- und
Zwölffingerdarmgeschwüren sowie bei
Refluxösophagitis
eingesetzt wird. Weiterhin kann es als Teil
der Kombinationstherapie in der Helicobacter pylori-Eradikation
angewendet werden. Es bewirkt eine Minderung
der Säureproduktion im Magen.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der Protonenpumpenhemmer finden sich hier.
Lansoprazol ist
ein Ulkusmittel aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer. Es blockiert
die basale und stimulierte gastrale Säuresekretion in der
terminalen Phase unabhängig vom auslösenden Reiz. Wie
andere
Vertreter dieser Stoffgruppe, z.B. Omeprazol,
unterscheidet sich Lansoprazol damit von anderen Ulkustherapeutika wie
den Histamin-H2-Antagonisten oder den m-Cholinozeptorantagonisten, die
die Säuresekretion entsprechend ihrer spezifischen
Rezeptoraffinität nur partiell blockieren können.
Über
die Hemmung der Säuresekretion hinaus kommt es unter
Lansoprazol
schließlich zu einer Abnahme der insgesamt sezernierten
Magensäure sowie - wenn auch nicht so ausgeprägt - zu
einer
Hemmung der Pepsinsekretion. Die Hydrogencarbonatsekretion wird durch
Lansoprazol gesteigert. Ferner besitzt Lansoprazol nach In
vitro-Studien auch eine antibakterielle Wirkung gegen Helicobacter
pylori. Sie entspricht der Wirkung von Bismutsubcitrat.
Die Serum-Gastrin-Konzentration ist nach wiederholter Gabe von
Lansoprazol erhöht. Sie führt im Tierexperiment nach
langfristiger Gabe (bis zu 2 Jahre) zu einer Hyperplasie so genannter
ECL-Zellen (enterochromaffin-like cells) sowie in einigen
Fällen
zur Ausbildung von Karzinoiden. Es scheint sich jedoch dabei im
Wesentlichen um ein speziesabhängiges Phänomen zu
handeln,
das in hoher Dosierung auch nach Gabe von Histamin-H2-Antagonisten
beobachtet werden kann. Beim Menschen ist nach 2monatiger Behandlung
mit 30 bis 60 mg Lansoprazol pro Tag ein Anstieg der Serum-Gastrinwerte
um etwa 100% beschrieben. Der Effekt ist reversibel. Etwa 1 bis 12
Wochen nach Absetzen der Medikation werden wieder Ausgangswerte
erreicht. Eine ECL-Hyperplasie ist damit innerhalb dieses Zeitraumes
offensichtlich nicht verbunden. Lediglich bei einem Patienten, der
wegen refraktärer peptischer Ulzera über 30 Monate
mit 30 bis
120 mg Lansoprazol behandelt wurde, war eine ECL-Zell-Hyperplasie
nachweisbar. Die klinische Relevanz dieses Befundes wird derzeit als
gering eingeschätzt.
Ferner besitzt Pantoprazol nach In vitro-Studien auch eine
antibakterielle Wirkung gegen Helicobacter pylori. Sie ist
pH-abhängig und unter aziden Bedingungen besonders
ausgeprägt. Klinisch ist dieser Effekt - wie auch unter der
Behandlung mit Omeprazol und Lansoprazol - allerdings unbedeutend.
Pantoprazol hat nach Untersuchungen an gesunden Probanden keinen
Einfluss auf die Funktion des Herz-Kreislaufs, z.B. Herzfrequenz,
Elektrokardiogramm oder Blutdruck.
Die Hemmung der Säuresekretion durch Lansoprazol ist
dosisabhängig und erreicht bei gesunden Probanden nach oraler
Einmalgabe von 30 mg Werte von 80 bis 97%. Trotz der kurzen
Halbwertszeit von Lansoprazol ist die gastrale Säureproduktion
auch 24 Stunden nach der Einnahme noch zu etwa 50% blockiert, was
letztlich auf die irreversible Hemmung der H+/K+-ATPase und die dadurch
notwendige De-novo-Synthese des Enzyms zurückzuführen
ist.
Die Wirkung ist in der Regel unabhängig vom Zeitpunkt der
Einnahme. Auch die Gabe vor oder nach dem Essen scheint keinen
unterschiedlichen Einfluss auf die Säuresekretion zu besitzen.
Nach einer klinischen Studie führt die morgendliche
Nüchterneinnahme von Lansoprazol allerdings zu einer
stärkeren Anhebung des gastralen pH-Wertes als die abendliche
Anwendung. Wie nach Gabe anderer Säuresekretionshemmer, z.B.
Histamin-H2-Antagonisten wie Cimetidin, bleibt jedoch der
physiologische (zirkadiane) Rhythmus der Säuresekretion unter
Lansoprazol erhalten.
Die Wirkungen von Lansoprazol kommen durch irreversible Hemmung der
gastralen Protonenpumpe (H+/K+-ATPase) zustande, die im Austausch gegen
Kaliumionen für den Transport von
Säureäquivalenten in
das Magenlumen sorgt. Lansoprazol blockiert damit die gastrale
Säuresekretion in der terminalen Phase und somit
unabhängig
vom auslösenden Stimulus Acetylcholin, Histamin oder Gastrin.
Wie
andere Protonenpumpenhemmer ist Lansoprazol primär inaktiv und
wird erst bei stark saurem pH in den sekretorischen Kanälchen
(Canaliculi) in die eigentliche Wirkform, ein Sulfenamid, umgewandelt.
Die gastrale Protonenpumpe besteht aus zwei Untereinheiten, einer
großen katalytischen oder alpha-Untereinheit mit 1033
Aminosäuren und einer Proteinmasse von 114 kDa sowie einer
kleineren, glykosilierten beta-Untereinheit mit 291
Aminosäuren
und einer Proteinmasse von 35 kDa. Wie bei der nahe stehenden
Na+/K+-ATPase, die für den Natrium-Kalium-Gradienten in
erregbaren
Strukturen verantwortlich ist, erfolgt der Ionentransport durch die
H+/K+-ATPase infolge Konformationsänderung des Enzyms, die
durch
eine ATP-abhängige Phosphorylierung in Gegenwart von
zytoplasmatischen H+-Ionen sowie durch eine anschließende
Dephosphorylierung durch extrazelluläre K+-Ionen induziert
wird.
Die H+/K+-ATPase ist ein membrandurchspannendes Enzym, dessen
alpha-Untereinheit 10 und dessen beta-Untereinheit lediglich eine
transmembranäre Schleife besitzt. Etwa 80% des Enzyms
(überwiegend in Form der alpha-Untereinheit) befinden sich im
Zytoplasma. Etwa 15% sind in der Membran lokalisiert, der Rest
(überwiegend in Form der beta-Untereinheit) ist
extrazytoplasmatisch angeordnet. Lansoprazol und andere Benzimidazole
binden nach Aufnahme in den zytoplasmatischen Raum in ihrer aktiven
Form an die alpha-Untereinheit, hemmen so den Ionentransport und damit
die H+-Ionensekretion in das Lumen. Unterschiede zwischen den
verschiedenen Benzimidazolderivaten bestehen jedoch in der Anzahl der
intrazellulären Bindungsstellen. So bindet Lansoprazol
offensichtlich relativ unspezifisch an nahezu alle
transmembranären Schleifen (M7/M8, M3/M4, M5/M6 oder M1/M2),
während Omeprazol nur an M7/M8 und M5/M6 bindet. Selektiv nur
an
M5/M6 bindet dagegen Pantoprazol, ein weiterer Protonenpumpenhemmer.
Man geht daher davon aus, dass diese Region mit dem Protonen-pumpenden
Anteil der H+/K+-ATPase identisch ist. Die Bindung der Benzimidazole
erfolgt kovalent an die Aminosäure Cystein und ist unter In
vivo-Bedingungen irreversibel. In vitro lässt sich die Bindung
dagegen durch Zugabe SH-gruppenhaltiger Verbindungen wie
Mercaptoethanol, Glutathion oder Acetylcystein aufheben.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Lansoprazol
Es handelt sich hier um eine
vollstänals Kombinationstherapie in
der Helicobacter pylori-Eradikationdige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Häufige
unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Übelkeit, Diarrhoe, Magenschmerzen, Obstipation, Erbrechen,
Flatulenz, trockener Mund oder Hals
- Anstieg der Leberenzymwerte
- Urtikaria, Juckreiz, Hautausschlag
- Müdigkeit, Krankheitsgefühl