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Levodopa
Levodopa, auch L-DOPA, ist die
Abkürzung für
L-3,4-Dihydroxyphenylalanin. L-DOPA ist eine nicht-proteinogene
α-Aminosäure, die im Körper aus Tyrosin mit
Hilfe des Enzyms
Tyrosinhydroxylase gebildet wird.
Levodopa wird zur Herstellung von
Adrenalin,
Noradrenalin, Dopamin und Melanin verwendet. Da es die Eigenschaft hat,
die Blut-Hirn-Schranke zu passieren, eignet es sich für alle
Krankheiten, die aus einem Mangel der Neurotransmitter (Dopamin,
Adrenalin, Noradrenalin) resultieren. So wird es etwa bei der Therapie
des Morbus Parkinson gemeinsam mit einem der beiden
Decarboxylase-Hemmer Carbidopa oder Benserazid verabreicht. Dies soll
einen vorzeitigen Abbau in der Körperperipherie
(außerhalb
des Liquorraumes) zu Dopamin verhindern.
Wirkungsmechanismus
Nach Passieren der Blut-Hirn-Schranke
wird Levodopa zu Dopamin
verstoffwechselt, welches die eigentliche gewünschte
pharmakologische
Wirksamkeit entfaltet. Somit handelt es sich bei Levodopa um ein
Prodrug. Aufgrund von Nebenwirkungen in der Langzeitanwendung bei
Parkinson-Patienten versucht man heute besonders bei jüngeren
Parkinson-Patienten, die Gabe von Levodopa hinauszuzögern und
primär
mit Dopamin-Agonisten (z.B. Pramipexol)
zu therapieren.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Levodopa
-
verdächtigen, nicht diagnostizierten
Hautveränderungen oder einem
anamnestisch bekannten Melanom, da Levodopa ein malignes Melanom
aktivieren kann
- Engwinkelglaukom
- Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, da bei diesen keine
ausreichende klinisch-therapeutischen Erfahrung vorliegt.
Bei
gleichzeitiger Gabe von nicht selektiven Hemmstoffen der
Monoaminooxidase, wie z.B. Tranylcypromin und Monoaminooxidase
A-Hemmern, kann es - unter Umständen bis zu 2 Wochen nach
Absetzen des
MAO-Hemmstoffs - zu hypertensiven Krisen kommen. Das Arzneimittel darf
daher nicht gleichzeitig mit nicht-selektiven MAO-Hemmern (z.B.
Tranylcypromin) gegeben werden. Diese MAO-Hemmer müssen
spätestens 2
Wochen vor Beginn der Therapie mit dem Kombinationsarzneimittel
abgesetzt werden. Das Kombinationsarzneimittel kann gleichzeitig mit
selektiven MAO-Typ-B-Hemmern (z.B. Selegilin) in der empfohlenen
Dosierung angewandt werden.
Relative
Gegenanzeigen
-
schwerer Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankung, Bronchialasthma,
Nieren-, Leber-oder endokriner Erkrankung (z.B.
Schilddrüsenüberfunktion, Phäochromozytom)
sowie bei einem peptischen
Ulcus oder Krampfanfällen in der Vorgeschichte
- Tachykardien
- schweren Störungen des hämatopoetischen Systems
sowie bei Vorliegen einer Kontraindikation für Sympathomimetika
- endogenen und exogenen Psychosen.
Bei
der Gabe eines Kombinationsarzneimittels (Levodopa und ein
Carboxylasehemmer) an Patienten mit Vorhof-,
Knoten- oder Kammerarrhythmie nach durchgemachtem Herzinfarkt ist, wie
bei Levodopa, Vorsicht geboten. Bei der Einstellung dieser Patienten
auf das Kombinationsarzneimittel sollte die Herzfunktion in einer
Einrichtung mit der Möglichkeit intensivmedizinischer
Betreuung
besonders sorgfältig überwacht werden (Monitoring).
Patienten mit Psychosen oder Psychosen in der Vorgeschichte sollten mit
Vorsicht behandelt werden.
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Die unter der Behandlung
mit Kombinationsarzneimitteln (Levodopa kombiniert mit einem
Decarboxylasehemmer) häufig
beobachteten Nebenwirkungen sind auf die zentralen
neuropharmakologischen Wirkungen des Dopamins
zurückzuführen. Diese
Reaktionen können in der Regel durch Dosisreduktion verringert
werden.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Dyskinesien
(choreoforme,
dystone und andere unwillkürliche Bewegungen) und
Übelkeit.
Muskelzucken und Blepharospasmus können frühzeitig
eine zu hohe Dosis
anzeigen.
Häufige unerwünschte
Wirkungen (≥ 1% und < 10%):
-
on-off-Phänomene (Wechsel von Beweglich- und Unbeweglichkeit),
Schwindel, Parästhesien (z. B. Kribbeln und Einschlafen der
Glieder),
Schläfrigkeit (einschließlich sehr selten
auftretender übermäßiger
Tagesmüdigkeit und Schlafattacken), unwillkürlich
ablaufende Bewegungen
und Bewegungsmuster (Dyskinesien), z. B. Muskelzucken und Lidkrampf
(choreoathetotische und dystone Hyperkinesen).
- Atemnot.
- Übelkeit, Durchfall, Erbrechen.
- Anorexie.
- orthostatische Regulationsstörungen (Blutdruckabfall beim
Wechsel der Körperlage) einschließlich hypotensiver
Episoden.
- Brustschmerzen.
-
Konfusion, depressive Verstimmungen u.U. mit Suizidtendenzen,
Alpträume, Halluzinationen, innerliche Unruhe,
Ängstlichkeit,
Schlafstörungen.