Die Formel zeigt ein
Thyroxinmolekül. Die
Wellenlinie symbolisiert, dass in an dieser Stelle verschiedene
stereochemische Möglichkeiten bestehen. Eine dieser Formen ist
das
Levothyroxin. Das Thyroxin-Molekül ist an vier Stellen mit Iod
besetzt (Tetraiodthyronin), daher
auch die Bezeichnung T4.
Levothyroxin ist ein
Schilddrüsenhormon, welches vorwiegend in der Substitution bei
Hypothyreose eingesetzt wird.
Wirkungsmechanismus
Die Schilddrüse produziert 2
den Stoffwechsel beeinflussende Hormone, das
- L-Thyroxin (T4) und
- in deutlich geringerer Menge Triiodthyronin (T3).
Der primäre Angriffspunkt der Schilddrüsenhormone als
"induzierende Hormone" liegt zusammenfassend in der Induzierung der
Transkription des Genoms. Das eigentlich wirksame Hormon ist
Liothyronin, dass in der Peripherie durch Deiodierung von Levothyroxin
entsteht.
Liothyronin wirkt auf folgende Vorgänge und Funktionen:
- Glucosestoffwechsel
- Fettstoffwechsel
- Eiweißstoffwechsel
- Mineralstoffwechsel
- Sauerstoffverbrauch
- Knochenstoffwechsel
- Wachstum und Reifung
- Herz-, Kreislauf- und Gehirnfunktion
- andere Hormone (Wechselwirkungen).
Die Kontrolle der physiologischen T3- und T4-Produktion unterliegt dem
hypophysären TSH-Regelkreis. Schilddrüsenhormone
regulieren
ihre eigene Sekretion aus der Schilddrüse im Sinne eines
negativen
Feedback, da die Konzentration des peripheren Hormons im Blut die
Ausschüttung von TSH aus der Hypophyse bzw. TRH (bzw. TRIH)
aus
dem Hypothalamus beeinflusst.
Schilddrüsenhormone werden teilweise an ein oder mehrere
Proteine
des Zytoplasmas gebunden. Nach Durchtritt durch die Zellmembran bindet
das Liothyronin an einen nukleären Rezeptor. Der aktivierte
Hormon-Rezeptor-Komplex ist nach Bindung an spezifische DNA-Sequenzen
durch Beeinflussung der Genexpression ein wichtiger Regulator der
Transkription und damit konsekutiv der Proteinbiosynthese in den
Zielzellen.
Am erwachsenen Organismus erhöht es den Grundumsatz (kalorigen
und
katabol), vermindert die Glucosetoleranz, verstärkt adrenerge
Erregungsmuster (vor allem auch am Herzen), erhöht den
Triglycerid- und Fettsäurespiegel im Blut und senkt den
Gesamtcholesterolspiegel. Des Weiteren übt Liothyronin am
wachsenden Organismus einen Wachstums- und Differenzierungseffekt aus,
insbesondere auf Knochen und Zentralnervensystem. Ein Mangel
während der Embryonalphase zeigt sich in seiner Extremform als
Kleinwuchs mit starker geistiger Retardierung (Kretinismus).
Das synthetische Levothyroxin
ist in seiner Wirkung mit dem von der Schilddrüse vorwiegend
gebildeten natürlich vorkommenden Schilddrüsenhormon
identisch. Der Körper kann nicht zwischen endogenem und exogen
zugeführtem Levothyroxin unterscheiden. Nach partieller
Umwandlung
zu Liothyronin (T3), besonders in Leber und Niere, und
Übertritt
in die Körperzellen werden die charakteristischen
Schilddrüsenhormonwirkungen auf Entwicklung, Wachstum und
Stoffwechsel beobachtet. Die Substitution von
Schilddrüsenhormon
führt zu einer Normalisierung der
Stoffwechselvorgänge. So
wird z.B. ein durch die Hypothyreose bedingter Cholesterolanstieg durch
die Gabe von Levothyroxin signifikant reduziert.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
- unbehandelte Hyperthyreose jeglicher Genese
- unbehandelte adrenale Insuffizienz
- unbehandelte hypophysäre Insuffizienz (sofern diese eine
therapiebedürftige adrenale Insuffizienz zur Folge hat)
- akuter Myocardinfarkt
- akute Myocarditis
- akute Pancarditis
zusätzlich oral:
- während der Schwangerschaft ist die gleichzeitige Einnahme
von Levothyroxin und einem Thyreostatikum kontraindiziert
zusätzlich Suppressionstest:
- Patienten, die bereits einen Herzinfarkt gehabt haben oder die
gleichzeitig an Angina Pectoris leiden
- koronare Herzkrankheit
- schwere Herzrhythmusstörungen
- länger bestehende Hypothyreose
Relative
Gegenanzeigen
Vor Beginn einer Schilddrüsenhormontherapie und
Durchführung
eines Schilddrüsensuppressionstests sollten folgende
Krankheiten
ausgeschlossen bzw. behandelt werden:
- Koronare Herzkrankheit
- Angina pectoris
- Arteriosklerose
- Hypertonie
- Hypophysen- bzw. Nebennierenrindeninsuffizienz
- Schilddrüsenautonomie (nicht bei
Schilddrüsensuppressionstests)
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker. Bei sachgemäßer
Anwendung und unter
Kontrolle der klinischen Befunde sowie der labordiagnostischen Werte
sind Nebenwirkungen während der Behandlung nicht zu erwarten.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Wird im Einzelfall die Dosisstärke nicht vertragen oder
liegt
eine Überdosierung vor, so können, besonders bei zu
schneller
Dosissteigerung zu Beginn der Behandlung, Symptome auftreten, wie sie
auch bei einer Überfunktion der Schilddrüse
vorkommen, z.B.
Tachykardie, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen,
pektanginöse
Beschwerden, Tremor, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Hyperhidrosis,
Hitzegefühl, Fieber, Gewichtsabnahme, Erbrechen,
Diarrhö,
Kopfschmerzen, Muskelschwäche und -krämpfe,
Menstruationsstörungen, Pseudotumor cerebri. In diesem Fall
sollte
die Tagesdosis reduziert oder die Medikation für mehrere Tage
unterbrochen werden. Sobald die Nebenwirkung verschwunden ist, kann die
Behandlung unter vorsichtiger Dosierung wieder aufgenommen werden.
- Im Falle einer Überempfindlichkeit können
allergische Reaktionen auftreten.
Parenteral:
- Bei zu hoher Anfangsdosis kann bei besonders empfindlichen Patienten
Vorhof- bzw. Kammerflimmern ausgelöst werden.