Liraglutid ist ein Antidiabetikum aus der
Gruppe der Inkretin-Mimetika. Es ist ein langwirksames Analogon des
Inkretins GLP-1 und fördert unter anderem die Insulinsynthese und
-freisetzung aus den Betazellen und verzögert die Magenentleerung.
Da es sich um ein Peptid handelt, kann es nicht als Tablette
eingenommen werden, sondern muss einmal täglich mit einem Pen
unter die Haut gespritzt werden.
Wirkungsmechanismus
Liraglutid ist
ein GLP-1-Analogon mit einer Sequenzhomologie von 97% zum humanen
GLP-1, das an den GLP-1-Rezeptor bindet und diesen aktiviert. Der
GLP-1-Rezeptor ist der Zielrezeptor für natives GLP-1, ein
endogenes Inkretinhormon, das die glucoseabhängige
Insulinsekretion von pankreatischen Betazellen steigert. Im Gegensatz
zu nativem GLP-1 weist Liraglutid bei Menschen ein pharmakokinetisches
und pharmakodynamisches Profil auf, das für die einmal
tägliche Anwendung geeignet ist. Das protrahierte Wirkprofil nach
subkutaner Gabe basiert auf drei Mechanismen: Selbstassoziation, die zu
einer langsamen Resorption führt, Bindung an Albumin und
höhere enzymatische Stabilität gegenüber
Dipeptidylpeptidase 4 (DPP-4) und der neutralen Endopeptidase (NEP),
was zu einer langen Plasmahalbwertszeit führt.
Die Wirkung von Liraglutid wird durch eine spezifische Interaktion mit
GLP-1-Rezeptoren vermittelt, was zu einer Zunahme von zyklischem
Adenosinmonophosphat (cAMP) führt. Liraglutid stimuliert
glucoseabhängig die Insulinsekretion, während es gleichzeitig
- ebenfalls glucoseabhängig - eine unangemessen hohe Sekretion von
Glucagon senkt. Folglich wird bei hohem Blutzuckerspiegel die Sekretion
von Insulin stimuliert und die von Glucagon gehemmt. Während einer
Hypoglykämie verringert Liraglutid dagegen die Sekretion von
Insulin, vermindert aber nicht die Glucagonsekretion. Der Mechanismus
der Blutzuckersenkung geht auch mit einer leicht verlangsamten
Entleerung des Magens einher. Liraglutid reduziert das
Körpergewicht und die Körperfettmasse durch Mechanismen, die
ein schwächeres Hungergefühl und geringere Energieaufnahme
mit sich bringen.
Liraglutid hat eine Wirkdauer von 24 Stunden und verbessert die
glykämische Kontrolle bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2
durch Senken des postprandialen und des Nüchternblutzuckers.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Liraglutid darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.
Das Arzneimittel sollte nicht bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1
oder zur Behandlung der diabetischen Ketoazidose angewendet werden.
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz der NYHA-Stadien I-II liegen nur
begrenzte Erfahrungen vor. Es gibt keine Erfahrungen bei Patienten mit
Herzinsuffizienz der NYHA-Stadien III-IV.
Bei Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten und diabetischer
Gastroparese liegen nur begrenzte Erfahrungen vor; folglich wird
Liraglutid bei diesen Patienten nicht empfohlen. Die Anwendung von
Liraglutid ist mit vorübergehenden gastrointestinalen
Nebenwirkungen, einschließlich Übelkeit, Erbrechen und
Durchfall, verbunden.
Eine Kombination von Liraglutid und Insulin wurde nicht untersucht und wird daher nicht empfohlen.
Bei Patienten mit mittelschwerer Einschränkung der Nierenfunktion
(Kreatinin-Clearance von 30-59 ml/min) liegen therapeutische
Erfahrungen nur in sehr begrenztem Umfang vor. Bei Patienten mit
schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance
unter 30 ml/min) liegen keine therapeutischen Erfahrungen vor. Derzeit
kann das Arzneimittel nicht empfohlen werden bei Patienten mit
mittelschwerer und schwerer Nierenfunktionsstörung,
einschließlich terminaler Niereninsuffizienz.
Die therapeutischen Erfahrungen bei Patienten mit
Leberfunktionsstörung aller Schweregrade sind zum jetzigen
Zeitpunkt zu begrenzt, um die Anwendung bei Patienten mit leichter,
mittelschwerer oder schwerer Einschränkung der Leberfunktion zu
empfehlen.
Die Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren wird nicht empfohlen, da
hierfür keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit vorliegen.
Schwangerschaft:
- Es liegen keine hinreichenden Daten für die Anwendung bei
Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine
Reproduktionstoxizität gezeigt. Das potenzielle Risiko für
den Menschen ist nicht bekannt.
- Liraglutid soll während der Schwangerschaft nicht angewendet
werden; hier ist stattdessen die Anwendung von Insulin zu empfehlen.
Möchte eine Patientin schwanger werden oder tritt eine
Schwangerschaft ein, soll die Behandlung mit Liraglutid abgebrochen
werden.
Stillzeit:
- Es ist nicht bekannt, ob Liraglutid in die Muttermilch gelangt.
Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass der Übergang von
Liraglutid und strukturell eng verwandten Metaboliten in die
Muttermilch gering ist. Nichtklinische Studien zeigten in Zusammenhang
mit der Behandlung eine Abnahme des neonatalen Wachstums von
gesäugten Ratten. Aufgrund mangelnder Erfahrung soll Liraglutid
nicht in der Stillzeit angewendet werden.
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
a) Liraglutid mit Metformin:
Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (≥ 10%):
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Durchfall.