Loperamid ist ein peripher wirkender
Opioid-Rezeptor-Agonist und verhindert so eine propulsive Peristaltik
bzw. reduziert die Stuhlfrequenz. Loperamid wird bei akuten und
chronischen Durchfällen eingesetzt.
Wirkungsmechanismus
Loperamid ist ein synthetisches
Piperidin-Derivat, das sowohl die Struktur von Haloperidol
als auch die von Diphenoxylat beinhaltet. Loperamid weist in
therapeutischer Dosierung beim Erwachsenen eine nur geringe
Liquorgängigkeit und damit eine geringe ZNS-Wirksamkeit auf.
Die antidiarrhoische Wirkung kommt durch Bindung an
μ-Opiat-Rezeptoren der Darmwand und Hemmung der Freisetzung von
Acetylcholin und Prostaglandinen zustande. In der Folge wird die
propulsive Peristaltik reduziert, die Transitzeit verlängert
sowie
eine verstärkte Wasser- und Elektrolytresorption mit
Normalisierung der Hypersekretion erreicht.
Die Darmflora wird durch Loperamid nicht verändert.
Günstig bei der Behandlung der Diarrhoe ist die
Erhöhung des
Analsphinktertonus, wodurch sich die Symptome Stuhldrang und
Inkontinenz bessern.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen - Überempfindlichkeit gegen
Loperamid
- Kinder unter 2 Jahren
- Zustände, bei denen eine Verlangsamung der
Darmtätigkeit
wegen möglicher Risiken von Folgeerscheinungen zu vermeiden
ist.
Diese schließen Ileus, Megacolon und toxisches Megacolon ein.
Loperamid muss sofort abgesetzt werden, wenn Obstipation, ein
aufgetriebener Leib oder Ileus auftreten.
Bei akuter Diarrhöe:
- Durchfall, der mit Fieber und/oder blutigem Stuhl einhergeht
- akuter Schub einer Colitis ulcerosa
- Durchfall, der während oder nach der Einnahme von
Antibiotika
auftritt (pseudomembranöse (Antibiotika-assoziierte) Colitis)
- chronische Durchfallerkrankung (Chronische Diarrhöen
dürfen
nur nach ärztlicher Verordnung mit Loperamid behandelt werden.)
- Lebererkrankung (auch in der Vorgeschichte): Anwendung nur nach
ärztlicher Verordnung, weil bei schweren Lebererkrankungen der
Abbau von Loperamid verzögert sein kann.
Relative Gegenanzeigen - Schwangerschaft
- Stillzeit
Bei symptomatischer Diarrhöe:
- Durchfall, der mit Fieber und/oder blutigem Stuhl einhergeht
- akuter Schub einer Colitis ulcerosa
- Durchfällen, die während oder nach der Einnahme von
Antibiotika auftreten (pseudomembranöser
(Antibiotika-assoziierter) Colitis)
- Bakterielle Enterokolitis, die durch invasive Mikroorganismen (z.B.
Salmonellen, Shigellen und Campylobacter) hervorgerufen wurde.
- schwere Lebererkrankung (Abbau von Loperarmid kann verzögert
sein, nur nach ärzlicher Verordnung)
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte
Wirkungen - (Art und Schweregrad)
Einige unerwünschte Ereignisse, die während der
klinischen
Studien und nach Markteinführung von Loperamid berichtet
wurden,
sind häufig Symptome der zu Grunde liegenden
diarrhöischen
Symptomatik (abdominelle Schmerzen/Unwohlsein, Übelkeit,
Erbrechen, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Schläfrigkeit,
Schwindel, Obstipation und Flatulenz). Diese Symptome sind
häufig
schwer von den Nebenwirkungen des Arzneimittels zu unterscheiden.