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Lorazepam
Lorazepam ist ein chiraler Arzneistoff
mit
einem Stereozentrum und wird als Racemat, also als 1:1-Mischung der
spiegelbildlichen (R)-Form [links] und der (S)-Form [rechts],
arzneilich verwendet.
Lorazepam ist ein Arzneistoff aus der
Gruppe
der Benzodiazepine. Es besitzt eine anxiolytische (Angst
lösend),
antikonvulsive (epileptische Potentiale unterdrückend),
sedierende
(Schlaf herbeiführend) und muskelrelaxierende Wirkung.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der Benzodiazepine finden sich hier.
Lorazepam
ist
eine psychotrope Substanz aus der Klasse der 1,4-Benzodiazepine mit
angst-, spannungs- und erregungsdämpfenden Eigenschaften sowie
sedierenden und hypnotischen Effekten. Darüber hinaus zeigt
Lorazepam in hohen Dosen den Muskeltonus dämpfende und
antikonvulsive Wirkungen.
Lorazepam besitzt eine sehr hohe Affinität zu
Benzodiazepin-Rezeptoren und gehört zu den Benzodiazepinen mit
mittellanger Halbwertszeit.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Lorazepam oder Benzodiazepine
- Alter < 6 Jahre (außer Status epilepticus)
orale Anwendung zusätzlich:
- Abhängigkeitsanamnese (Alkohol, Arzneimittel, Drogen)
parenterale Anwendung zusätzlich:
- Schock
- Kollapszustände
Relative Gegenanzeigen
- Myasthenia gravis
- spinale und zerebellare Ataxien
- akute Alkohol-Vergiftung sowie Vergiftung mit Schlafmitteln,
Schmerzmitteln und anderen zentraldämpfenden Psychopharmaka
(Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium)
- Schlaf-Apnoe-Syndrom
- schwere Ateminsuffizienz
- Schwangerschaft
- Stillzeit
Indikation Narkose-Prämedikation zusätzlich:
- schwere Erkrankungen allgemein
- vorbestehende geringe Atemreserve
- zentrale oder kardiovaskuläre Regulationsstörungen
parenterale Anwendung zusätzlich:
- Abhängigkeit oder Abhängigkeitsanamnese (Alkohol,
Arzneimittel, Drogen)
- Niereninsuffizienz
- erhebliche Leberfunktionsstörung
- Lennox-Gastaut-Syndrom
Nebenwirkungen
(unerwünschte Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte
Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Magen-Darm-Beschwerden
- Übelkeit
- Änderungen der Libido
- vorüber gehende Erhöhung der Leberwerte
- Allergien
- bei vorbestehender Depression: Verstärkung der Symptomatik
bei nicht ausreichender Basistherapie
- Atemdepression (bei vorbestehender Atemwegsobstruktion oder
Hirnschädigungen)
- Artikulationsstörungen (verlangsamtes oder undeutliches
Sprechen, Dysarthrie)
- Sehstörungen (Doppelbilder, Nystagmus)
- "paradoxe" Reaktionen: erhöhte Aggressivität, akute
Erregungszustände, Angst, Halluzinationen,
Suizidalität,
vermehrte Muskelkrämpfe, Ein- und Durchschlafstörungen
parenterale Anwendung zusätzlich:
- hyper-, hypotone Kreislaufreaktion
- partielle Obstruktion der Atemwege
- Injektionsschmerzen
- Brennen und Rötung an der Injektionsstelle
- Phlebitis/Thrombose (i.v. Applikation)
- bei vorbestehendem Lennox-Gastaut-Syndrom: tonisch-klonische
Krampfanfälle
- v.a. Neugeborene mit sehr geringem Geburtsgewicht:
Krampfanfälle, Myoklonien
- Bereits nach einer Behandlungsdauer von wenigen Tagen mit
täglicher Einnahme von Lorazepam können nach dem
Absetzen der
Therapie, besonders wenn dieses plötzlich erfolgt,
Entzugserscheinungen (z.B. Schlafstörungen, vermehrtes
Träumen) auftreten (Rebound-Erscheinungen). Angst,
Spannungszustände sowie Erregung und innere Unruhe
können
sich verstärkt wieder einstellen. Weitere Symptome, die nach
Absetzen von Benzodiazepinen berichtet wurden, umfassen Kopfschmerzen,
Depression, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Schwitzen, Dysphorie,
Schwindelgefühl, Realitätsverlust,
Verhaltensstörungen,
übersteigerte Geräuschwahrnehmung,
Taubheitsgefühl und
Kribbeln in den Gliedmaßen, Überempfindlichkeit
gegenüber Licht, Lärm und Berührung,
Wahrnehmungsstörungen, unwillkürliche Bewegungen,
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit,
Halluzinationen/Delirium, Krampfanfälle/Krämpfe,
Zittern,
Bauchkrämpfe, Myalgie, Erregungszustände,
Palpitationen,
Tachykardie, Panikattacken, Schwindel, übersteigerte Reflexe,
Verlust des Kurzzeitgedächtnisses und Hyperthermie.