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Losartan

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Losartan

Formel Losartan

Wirkstoffklasse

  • AT1-Antagonist
  • Antihypertensivum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Lorzaar® 
  • Fortzaar®

Wirkung

Losartan ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der AT1-Antagonisten, der in der Behandlung von Bluthochdruck, leichter bis mittelschwerer Herzinsuffizienz und diabetischer Nephropathie eingesetzt wird, falls eine ACE-Hemmer-Therapie ungeeignet ist.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der AT1-Antagonisten finden sich hier. 

Losartan ist ein synthetisch hergestellter kompetitiver Angiotensin II-Rezeptor (Typ AT1)-Antagonist und wird bei der essenziellen Hypertonie und der chronischen Herzinsuffizienz angewendet.
Die Substanz ist AT1-selektiv, d. h., dass die Bindung an den AT2-Rezeptor erst durch 10000-fach höhere Konzentrationen gehemmt wird als die Bindung an den AT1-Rezeptor.
Losartan und sein aktiver Metabolit E 3174 blockieren selektiv den AT1-Rezeptor und damit auch die Wirkung von Angiotensin II. Eine Beeinflussung von anderen Rezeptoren oder Ionenkanälen, die bei der kardiovaskulären Regulation von Bedeutung sind, erfolgt nicht. So wird kein Einfluss auf den α1-, Dopamin-, Serotonin-, Muskarin-, Glycin-, Opioid- oder den Neurotensin-Rezeptor beobachtet.
Losartan hemmt auch nicht ACE (angiotensin converting enzym, Kininase II), das Enzym, welches auch Bradykinin abbaut. Somit kommt es nicht zu einer Verstärkung Bradykinin-vermittelter unerwünschter Wirkungen (z. B. Husten).
Der aktive Metabolit E 3174 von Losartan, ein selektiver, nicht kompetitiver Angiotensin II-Rezeptor-Antagonist, ist in Tierversuchen 10- bis 40-mal wirksamer (auf Gewichtsbasis) als Losartan und scheint für die lang anhaltende Blutdruck-Senkung verantwortlich zu sein. Bei Patienten mit essenzieller Hypertonie senkt Losartan den systolischen und diastolischen Blutdruck, ohne die Herzfrequenz nennenswert zu beeinflussen. Der periphere Gefäßwiderstand nimmt ab. Herzzeitvolumen, linksventrikuläre Ejektionsfraktion und das zirkulierende Blutvolumen bleiben unverändert.
Die Wirksamkeit von Losartan ist unabhängig von Lebensalter und Geschlecht.
Bei Linksherzinsuffizienz wirkt Losartan positiv auf hämodynamische und neurohormonale Parameter wie Anstieg des Herzindex, Abnahme des Lungenkapillardrucks und des systemischen Gefäßwiderstands, Abnahme des mittleren arteriellen Drucks sowie der Herzfrequenz, außerdem Reduktion der zirkulierenden Spiegel von Aldosteron und Noradrenalin. Bezüglich der Reduktion der Gesamtmortalität ist Losartan mit Captopril vergleichbar, die Nebenwirkungsinzidenz, v. a. im Hinblick auf Husten, ist geringer.
Bei diabetischer Nephropathie kommt es unter Losartan zur Reduktion der Proteinurie und der Serum-Kreatinin-Konzentration sowie insgesamt zu einer Reduktion der Progression der Erkrankung mit konsekutiv verringertem Risiko für Dialyse-Pflicht bzw. Transplantation.
Eine Einzeldosis-Studie an gesunden männlichen Probanden zeigte, dass die Verabreichung von 100 mg Losartan unter Salz-reichen oder-armen Diät-Bedingungen weder die glomeruläre Filtrationsrate noch den effektiven renalen Plasma-Fluss oder die Filtrationsfraktion veränderte. Losartan besaß eine natriuretische Wirkung, die unter Salz-armer Diät ausgeprägter war. Losartan bewirkte zudem einen vorüber gehenden Anstieg der Harnsäure-Ausscheidung im Urin.
In einer unkontrollierten Studie an postmenopausalen Hypertonikerinnen zeigte sich nach 4-wöchiger Anwendung von 50 mg Losartan kalium keine Veränderung der renalen Prostaglandin-Synthese (PGE2, Prostacyclin, Thromboxan A2) sowie der systemischen Prostacyclin-Synthese.
Ethnische Zugehörigkeit:
Hypertoniker mit schwarzer Hautfarbe, die an linksventrikulärer Hypertrophie leiden, haben unter Losartan tendenziell ein höheres Risiko, ein kardiovaskuläres Ereignis (v. a. einen Schlaganfall) zu erleiden als unter Atenolol, da sie zwar auf die Behandlung mit Losartan anpsrechen, jedoch in geringerem Ausmaß als Patienten mit weißer Hautfarbe.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Losartan
- schwere Leberfunktionsstörung
- Schwangerschaft: 2. und 3. Trimenon
- Stillzeit

Relative Gegenanzeigen
- Elektrolyt-Mangel, Hypovolämie (Ausgleich vor Behandlungsbeginn)
- primärer Hyperaldosteronismus
- Kinder mit eingeschränkter Leberfunktion
- Schwangerschaft: 1. Trimenon
keine ausreichenden Therapie- und/oder klinischen Erfahrungen:
- Zustand nach Nierentransplantation
- Alter < 6 Jahre
- Kinder mit einer glomerulären Filtrationsrate unter 30 ml/min/1,73 m2
- schwere Herzinsuffizienz (NYHA Klasse IV)
- Herzinsuffizienz mit gleichzeitig vorliegender schwerer Nierenfunktionsstörung
- Herzinsuffizienz mit gleichzeitig vorliegenden symptomatischen oder lebensbedrohenden Herzrhythmusstörungen
Vorsichtige Anwendung bei:
- Aorten- oder Mitralklappenstenose bzw. hypertrophe Kardiomyopathie von hämodynamisch relevantem Ausmaß
- Nierenarterienstenose beidseits oder Nierenarterienstenose bei Patienten mit Einzelniere

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
Folgende Nebenwirkungen traten bei Patienten unter Losartan häufiger auf als unter Placebo:
- Anämie
- Synkope, Palpitationen
- orthostatische Hypotonie
- Durchfall
- Rückenschmerzen
- Harnwegsinfektionen
- grippeähnliche Symptome
- In einer klinischen Studie, die mit Patienten mit Typ-2-Diabetes und einer Nephropathie durchgeführt wurde,entwickelten 9,9 % der mit Losartan-Tabletten behandelten Patienten und 3,4 % der mit Placebo behandelten Patienten eine Hyperkaliämie > 5,5 mEq/l.
Nebenwirkungen nach Markteinführung:
- Anämie, Thrombozytopenie
- Migräne
- Husten
- Durchfall
- Leberfunktionsstörungen
- Urtikaria, Pruritus, Hautausschlag
- Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen
- Als Folge einer Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems wurden bei Risikopatienten Nierenfunktionsstörungen einschließlich Nierenversagen berichtet, die nach Absetzen der Behandlung reversibel sein können.

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
Indikation Hypertonie:
- Schwindel
- Vertigo
- Hyperkaliämie (Serum-Kalium 45,5 mmol/l)
Indikation Hypertonie (mit linksventrikulärer Hypertrophie):
- Schwindel
- Vertigo
- Asthenie/Müdigkeit
Indikation diabetische Nierenerkrankung:
- Schwindel
- Hypotonie
- Asthenie, Müdigkeit
- Hypoglykämie, Hyperkaliämie

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
Indikation Hypertonie:
- Somnolenz, Kopfschmerzen, Schlafstörungen
- Palpitationen, Angina pectoris
- symptomatische Hypotonie (besonders bei Patienten mit intravasalem Flüssigkeitsverlust, z. B. Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder unter Behandlung mit hochdosierten Diuretika), dosisabhängige orthostatische Effekte, Hautausschlag
- Bauchschmerzen, Obstipation
- Asthenie, Müdigkeit, Ödeme
Indikation Herzinsuffizienz:
- Schwindel, Kopfschmerzen
- Hypotonie, einschließlich orthostatischer Hypotonie
- Dyspnoe
- Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
- Urtikaria, Pruritus, Hautausschlag
- Asthenie/Müdigkeit
- Erhöhungen des Harnstoffs im Blut, Serum-Kreatinins und Serum-Kaliums
Indikation diabetische Nierenerkrankung:
- Synkope
- Anämie
- Diarrhoe
- Hyperkaliämie, Hypokaliämie

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
Indikation Hypertonie:
- Anstieg der ALT (nach Absetzen der Therapie gewöhnlich reversibel)
Indikation Herzinsuffizienz:
- Parästhesien
- Synkope, Vorhofflimmern, zerebraler Insult
Nebenwirkungen nach Markteinführung:
Überempfindlichkeit: anaphylaktische Reaktionen, Angioödem einschließlich Schwellung von Larynx und Glottis mit nachfolgender Atemwegsobstruktion und/oder Schwellung von Gesicht, Lippen, Rachen und/oder Zunge; bei einigen dieser Patienten wurde über ein Angioödem in der Vorgeschichte in Verbindung mit der Gabe anderer Arzneimittel einschließlich ACE-Hemmern berichtet; Vaskulitis einschließlich Purpura Schoenlein-Henoch.